11.11.2017

Als Topspiel-Sieger auf weiter Reise

SG Flensburg-Handewitt

Freude, Stolz und Erleichterung bei der SG nach dem Sieg in Berlin. (Foto: Soeren Stache/dpa)

Berlin. »Babylon Berlin. Warum in der Hauptstadt nichts funktioniert – und trotzdem jeder hinwill«, titelte »Die Zeit« am 2. November und zeigte dazu das Wappentier der Hauptstadt, einen Bär, der auf einer Bananenschale ausrutscht. Im »Zeitmagazin« rechneten die Kollegen Harald Martenstein und Lorenz Maroldt auf höchst unterhaltsame Weise mit Berlin ab. Ob Behörden, Müllentsorgung, Politik oder der Straßenverkehr - nichts funktioniert in ihren Augen im Zentrum der Macht.

Und am Donnerstagabend versagten dann auch noch die, die bislang die Fahne hoch gehalten haben. Die Handballer der Füchse Berlin unterlagen der SG Flensburg-Handewitt mit 26:30 (13:14) und kassierten die erste Heimniederlage der Saison.
Die Gäste gehörten vor dem Spiel auch zu denjenigen, die unbedingt nach Berlin wollten. Schließlich galt es, sich für das Achtelfinal-Aus im DHB-Pokal (26:29) vor wenigen Wochen in eigener Halle zu revanchieren. 

Erfolg hatte viele Gesichter

Das Vorhaben gelang und der Erfolg hatte viele Gesichter. Da war zunächst der SG-Trainer. Maik Machulla verzweifelte nicht, als seine Schützlinge in den ersten 15 Minuten mal wieder den Start verloren und viele Chancen liegen gelassen hatten. Ganz im Gegenteil. Er war unermüdlich in seinen aufbauenden Gesten und wurde am Ende belohnt. »Mit zwei Punkten in Berlin sind wir natürlich sehr zufrieden, wir haben heute vieles gut gemacht«, so Machulla, der sich vor allem auf seine Schweden verlassen konnte. Im Tor war das einmal mehr Mattias Andersson, der das Duell zweier starker Keeper – auf der Gegenseite Silvio Heinevetter – für sich entschied. Der »alte Schwede« hatte neben etlichen Paraden kurz vor Spielende beim 27:25 (57.) für seine Farben den genialen Einfall, Berlins Mattias Zachrisson in eine Wurffalle zu locken. Die schnappte zu und die SG schaffte mit dem 28:25 im Gegenzug die Vorentscheidung.

Stark spielte auch Hampus Wanne, der sich im Gegensatz zu Olympiasieger Lasse Svan (nur ein Tor bei fünf Versuchen und nach 16. Minuten ausgewechselt) nicht von Heinevetter beeindrucken ließ und im Abschluss eiskalt blieb. »Hampus ist auch noch jung und spielt erstmals in jedem Spiel über 60 Minuten, er hat viel Verantwortung übernommen«, lobte Machulla.
Die meiste Verantwortung nahm sich der noch jüngere Simon Jeppsson (22), der sein bislang bestes Spiel im SG-Trikot ablieferte. Mit sieben Toren war er Toptorschütze und glänzte zudem mit seinem tollen Auge und unglaublichen Anspielen. »Das hat Simon und uns als Team gut getan, dass er in diesem Spitzenspiel so eine starke Leistung gezeigt hat«, meinte Machulla. Der Schwede selber freute sich, dass er »dem Team helfen konnte«.

Brustlöser

Sein Coach sah in dem Sieg und der Art und Weise wie er zustande kam einen »Brustlöser« für die ganze SG. »Wir haben zuvor nicht immer überzeugt und es ist nicht alltäglich in Berlin zu gewinnen, deshalb haben sich die Jungs zurecht sehr über den Sieg gefreut«, so Machulla im Presseraum der Max-Schmeling-Halle.

Dort war auch Berlins Geschäftsführer Bob Hanning anwesend. Auf die Berlin-Geschichte aus »Der Zeit« angesprochen meinte er: »Vielleicht funktioniert der Handball in Berlin, weil wir nicht so laut sind wie die Stadt.« Vor dem Spiel hatte jener Hanning in der »Sport Bild« von der Meisterschaft gesprochen. Jetzt musste er anerkennen, dass »Flensburg besser war«. Die Frage, wo die Füchse jetzt stehen würden, konnte Hanning zwar noch mit: »auf Platz eins« beantworten. Nach Minuspunkten ist die SG jedoch gleichgezogen und hat sich eindrucksvoll in den Titelkampf eingemischt.
Am Sonnabend geht es in der Champions League weiter. Aus Berlin reiste die SG nach Weißrussland, wo es am Sonnabend (17.30 MESZ/live Sky) gegen den neuen Klub von Ex-Spieler Petar Djordjic, Meschkow Brest, geht. »Mit diesem Sieg im Rücken lässt sich die lange Reise natürlich besser angehen. Ich werde sicherlich viel rotieren, aber wir wollen auch das Spiel gewinnen und unsere gute Lage (Rang drei/Red.) in der Gruppe weiter verbessern«, so Machulla. 

Ruwen Möller

Dansk resume

SG Flensburg-Handewitt tager med en kæmpe portion selvtillid til Champions League-opgøret i Hviderusland mod Brest. Torsdag aften vandt Maik Machullas hold 30:26 i Bundesligaen over Füchse Berlin. Mens Berlin tabte sin første hjemmekamp i sæsonen, er Flensborg for alvor med i spidsen af verdens hårdeste liga. Nu vil Machulla og co. også tage en sejr over Brest, hvor den tidligere Flensborg-spiller Petar Djordjic er med siden begyndelsen af sæsonen. - Hvorfor skal vi ikke også vinde den kamp. Rejsen er lang, men ved EM eller VM spiller drengene også hver anden dag. Vi har jo pause bagefter til torsdag, og vi vil beholde vores gode placering (nr. 3/red.) i puljen, siger Maik Machulla, som vil skifte en del i sin startopstilling.

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