14.04.2018

UPDATE #1: DHK bot dem Meister lange Paroli

Handball

Die beiden überragenden Torschützen im direkten Duell: Ole Zakrzewski (am Ball) vom DHK und Hamburgs Lukas Ossenkopp erzielten jeweils neun Tore. (Foto: Martin Ziemer)

Flensburg. Es war noch mehr drin als ein gutes Spiel und nette Worte vom Gegner. Zwar zeigte der DHK Flensborg im letzten Heimspiel der Saison – zugleich die Heimpremiere von Neu-Coach Jens Häusler – eine seiner besten Leistungen der Spielzeit 2017/18, allein kaufen kann sich der SdU-Club dafür nichts. Während die Hamburger quasi auf dem Heimweg (der TSV Altenholz unterlag mit 27:32 beim MTV Braunschweig) die Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Liga serviert bekamen, steckt der DHK weiterhin ganz tief im Abstiegssumpf. Noch zwei Partien haben die Flensburger vor der Brust. Am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) beim VfL Fredenbeck und eine Woche später in Braunschweig. Ein Sieg muss mindestens noch her, um den Gang in die Oberliga zu verhindern. 

»Ich weiß gar nicht warum diese Mannschaft so weit unten drin steckt. Flensburg hat ein sehr gutes Team. Vielleicht fehlt ihnen etwas die Konstanz, aber das wird kommen«, so Torsten Jansen. Der HSV-Coach war auf der Pressekonferenz heilfroh, dass die Partie beendet war. Der Weltmeister von 2007, der vor einem Jahr das Amt des HSV-Trainers nach Häusler übernommen hatte, musste sich mit seinem Team gegen den DHK mächtig strecken. Während der gesamten ersten Hälfte lagen die Hausherren vorne. Beim Stande von 11:11 wurden die Seiten gewechselt und erst im zweiten Durchgang konnten die Hanseaten mit viel Kampf und Können den Sieg einfahren. »Wir haben leider verloren und das war heute nicht zwingend nötig«, so Häusler hinterher. 

Mit Jasper Basenau gewann der DHK im ersten Durchgang das Torwartspiel. Zudem stand die Abwehr äußerst stabil. Zwar hatte Tjark Desler bereits nach sieben Minuten die zweite Zeitstrafe kassiert und wurde fortan nur noch im Angriff eingesetzt, Timmi Ejmar vertrat ihn im Innenblock allerdings herausragend. Da zudem im Angriff Ole Zakrezwski in seinem letzten Heimspiel – er wurde vor dem Spiel gemeinsam mit Malte Jessen, Timo Brüne (treten kürzer bzw. hören auf) und Philipp Jochimsen (wechselt wie berichtet zum VfL Potsdam) verabschiedet – nochmal zur Höchstform auflief, bot der DHK dem Champions League-Sieger von 2013 lange Paroli. Erst im zweiten Durchgang schlichen sich einige Fehler bei den Gastgebern ein. Da der HSV nun mit Dominik Plaue den besseren Keeper und in Akteuren wie Lukas Ossenkopp, Finn Wullenweber sowie Philipp Bauer jede Menge individuelle Klasse aufbot, kippte das Spiel. Beim 20:22 (47.) gab es noch einmal Tuchfühlung, aber dichter ließ die Mannschaft um die ehemaligen Flensburger Stefan Schröder, Jan Torben Ehlers und Blazenko Lackovic die Hausherren nicht mehr ran. »Wir haben uns das hier genau so schwer vorgestellt, wie es gekommen ist«, so ein erleichterter Jansen.Zukunftsmusik
Häusler zog das Positive aus dem Spiel und blickte bereits schnell nach vorne: »Natürlich benötigen wir noch Punkte und hätten die auch gerne heute geholt, aber wir haben jetzt zwei Mal eine gute Leistung gezeigt und das hilft uns. Ich hoffe, dass wir in Fredenbeck erneut so zu Werke gehen und dort dann erfolgreich sind. Wir müssen die guten Eindrücke mitnehmen.« So sah es auch Zakrzewski. »Ich bin froh, dass wir heute eine gute Leistung gezeigt haben, aber wir müssen noch Punkte holen. Persönlich freut es mich, dass ich mich mit einem guten Spiel verabschieden konnte, ich hatte fünf tolle Jahre hier beim DHK.« Mit seinen neun Treffern wurde er zum Spieler des Tages gewählt und unterhielt sich noch lange nach der Pressekonferenz mit HSV-Coach Jansen. Ein Vorstellungsgespräch? Die passende Bewerbung hatte er 60 Minuten lang abgeliefert. »Es steht noch nichts fest«, so Zakrezewski, der lediglich sagte, dass er Flensburg verlassen wird. Sein Studium hat er beendet und er scheint sich in einer höheren Liga versuchen zu wollen. Eine Option könnte der VfL Lübeck-Schwartau in seiner Heimatstadt sein – und seit diesem Wochenende auch der HSV, dem der Sprung in Liga 2 geglückt ist. Am Rande der Partie wurde auch bekannt, dass Paul Weidner in der kommenden Saison ebenfalls nicht mehr für den DHK aufläuft. Der langjährige Keeper gehört schon in den letzten Saisonspielen nicht mehr zum Kader und wird genau wie Brüne und Jessen kürzer treten. Wie die vielen Abgänge der Leistungsträgern kompensiert werden - bislang hat der DHK mit Leon Wenske erst einen Neuzugang zu verzeichnen (wir berichteten) - ist noch offen. Teammanager Tobias Dahm verriet nach dem Spiel nur so viel, dass zwar »unterschriftsreife Verträge bereit liegen«, aber u. a. die noch nicht geklärte Liga-Zugehörigkeit noch keine Veröffentlichungen zulassen.


Ruwen Möller

DHK Flensborg: Basenau, Muus Meyer - Zakrzewski 9, Jessen, Lohrbach 7/3, Brüne 4, Worm, Blumenberg n. e., Wickert-Grossmann 3, Jochimsen, Ejmar, Desler 1

HSV Hamburg: Plaue, Peveling - Schröder 1, Tissier 3, Bauer 4, Weller 3, Ossenkopp 9/3, Fuchs 1, Ehlers n. e. Forstbauer 3, Kleineidam, Herbst 2, Axmann, Kohnagel, Voigt
Schiedsrichter: Daniel Beyer/Mike Höhne
Zuschauer: 978
Siebenmeter: 3:3/3:3
Zeitstrafen: 5:5 (desler 3, Jessen, Brüne - Weller 2, Forstbauer 2, Herbst)
Rote Karte: 59. Desler, dritte Hinausstellung 

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