28.01.2018

Gerechte Punkteteilung im Derby vor Rekordkulisse

Das war der 15. Spieltag

SH-Liga der Damen

Derby ohne Sieger, aber tolle Kulisse und tolle Stimmung in Silberstedt. Treia und SIF schenkten sich 60 Minuten nichts und teilten sich die Punkte am Ende gerecht. Fockbek weiter auf der Suche nach den ersten Punkten, aber deutliche Besserung im Spiel unter Olaf Keck. Dithmarschen überrascht Mönkeberg oder Mönkeberg verzweifelt an sich selber. Wie man es auch sieht, die Punkte blieben in Burg. Spiel ohne Abwehrreihen, aber mit torhungrigen Spielerinnen beim 75 Tore Spiel. Duvenstedt läßt wider Erwarten Federn bei den »Miezen«.Lindewitt auf Höhenflug und auch bei den Heimstarken »Pandas« läßt die Friedrich Truppe nichts anbrennen. Gerechte Punkteteilung in Weddingstedt, die aber der SG WIFT vermutlich mehr helfen wird.

HC Treia/Jübek - Slesvig IF 25:25 (11:9)

Emotionen pur auf der HC Bank (Foto:Sieg)

Ein an Spannung nicht zu überbietendes Derby endete am Samstag vor der Rekordkulisse vor über 300 Zuschauer mit einem gerechten Remis. »Unter dem Strich geht das Ergebnis in Ordnung, auch wenn wir die überwiegende Zeit in Front lagen, mussten wir doch am Ende (55:27 Min) einem drei Tore Rückstand hinterher jagen. Beim 22:25 standen die Zeichen deutlich auf SIF Sieg und der Ausgleich in dieser Phase für uns vielleicht etwas glücklich«, erinnert sich Trainer Thomas Bleicher (HC Treia/Jübek) noch an die letzte Phase des Spiels.» Trotzdem muss ich meiner Mannschaft ein dickes Lob aussprechen, dass sie in den letzten Minuten des Spiels nicht den Kopf verloren haben und an sich glaubten. Erneut tolle Abwehrleistung und wenn wir wieder zu alter Leichtigkeit im Angriff und gewohnter Angriffsstärke finden, wird der Erfolg sich auch bald wieder einstellen.« Treia kam gut in Tritt, nahm SIF in der ersten Halbzeit frühzeitig den Wind aus den Segeln und unterband geschickt deren Angriffsspiel. Dazu nahm Bente Rönnspeck im HC Gehäuse Lena Clausen und Anna Thede jeweils ihre 7 Meter weg. Beim 14:11 in der 34. Minute dann mehrfach die Möglichkeit das Spiel zu Gunsten der Heimmannschaft zu entscheiden, aber überhastete Torabschlüsse führten postwendend zu leichten Toren der rot/weißen Damen von SIF. So kippte das Spiel in der 49. Minute und SIF konnte sich bis zur 56. Minute auf 25:22 absetzen. Ein Team-Time-out, genommen von Trainer Bleicher, brachte dann die Entscheidung der Partie. Mit drei Toren in Folge holte sich der HC den nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn der Partie.» Geht man nach den letzten Minuten, müssen wir von einem verlorenem Punkt sprechen«, äußerte sich Marco Heßel (SIF) nach der Partie. »Schließlich haben wir 25:22 geführt. Aber: wenn man sich den Spielverlauf ansieht, ist unentschieden wohl das richtige Ergebnis. Um hier mehr zu holen, hätten wir weniger Fehler machen müssen. Zwischenzeitlich lagen wir auch mit 3 Toren hinten. Wie wir uns da wieder heran gekämpft haben, war stark. 60 Minuten Fight vor einer bemerkenswerten Kulisse mit einmaliger Stimmung! Krass war, über 100 Schleswiger Schlachtenbummler haben den Weg nach Silberstedt gefunden.«

HSG Fockbek/Nübbel - Lauenburger SV 22:24 (14:14)

Noch nicht der Einstand nach Maß für den neuen Trainer auf Fockbeker Seite, aber der erste Schritt in die richtige Richtung. Es braucht Zeit und Rom wurde bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut. »Wir sind gemeinsam, als Verbund Trainer-Mannschaft, auf dem richtigen Weg. Die Spielerinnen haben gezeigt, dass sie die Chance in der Liga zu bleiben, nutzen wollen«, äußerte sich Neu-Trainer Olaf Keck (Fockbek) zu seinem ersten Spiel in der Liga. »Die Mannschaft ist mit anderer Körpersprache und anderen Willen als in der Vorwoche ins Spiel gegangen. Daraus resultierte zu recht die Führung und ein Spiel auf Augenhöhe mit dem Tabellenfünften.
Meine Vorgaben wurden sowohl individuell als auch mannschaftstaktisch umgesetzt. Über 60 Minuten stand die Abwehr als Verbund. Schon das 14:14 zur Pause war in drei, vier Fehlwürfen zu viel begründet. In der zweiten Spielhälfte ließen zunehmend die Kräfte nach. Fehlpässe aber vor allem Fehlwürfe, die die Lauenburger Torhüterin fangen konnte, brachten Tempogegenstöße, von denen 6 (!) zu Toren führten. Die Abwehr stand also immer noch. Nur vier Tore aus dem gebundenen Spiel. Dem gegenüber stehen auch nur 6 Tore auf Fockbeks Habenseite.« Nun geht es am nächsten Wochenende zum Tabellenführer und das dort die Trauben besonders hoch hängen, wird der neue Coach bestimmt wissen und seine Mannschaft entsprechend einstellen.

SG Dithmarschen Süd - HSG Mönkeberg-Schönkirchen 27:24 (14:11)

Heimvorteil mit besonderen Kriterien? Oder den Favoriten kalt erwischt? Beides war an diesem Abend in der Burger Sporthalle möglich. »Für uns sind es, gerade aufgrund des schweren Start Programms in die Rückrunde, zwei sehr wichtige Punkte«, freute sich Nils Möller (Dithmarschen) über den Sieg seiner Damen.» Jetzt kann man etwas beruhigter und weniger Druck in die nächsten Spiele gehen. Für mich ein verdienter Erfolg, da wir nach dem 10:9 die Führung nicht mehr abgegeben haben und auch in den letzten 10 Minuten, nach der roten Karte gegen Aktivposten Jana Lucht und in doppelter Unterzahl, nicht den Kopf verloren haben. Ich muss meiner Mannschaft u.a. für ihre kämpferische Leistung und ihre Willenskraft ein großes Kompliment machen. Tugenden, die im Abstiegskampf von großer Bedeutung sind.« Vielleicht den Kopf nicht ganz frei und voll konzentriert auf die Partie, oder aber einfach nicht den letzten Biß gezeigt. Mönkeberg verliert wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei.» #badboys 2.0? Keine Backe, sehr glatter Boden und die lange Anfahrt rechtfertigen heute nicht unsere schlechte Leistung«, erklärte Farina Lehmann (Mönkeberg). »Wir starteten in den ersten 5 Minuten gut in die Partie, hörten folglich jedoch auf Handball zu spielen. Die Dithmarscherinnen kamen viel zu leicht zu sehr einfachen Toren. Ohne Gegenwehr in der Abwehr und keine Ideen gegen die 6:0 im Angriff liefen wir immer einem Rückstand hinterher. Als es dann 2-3 Mal so aussah als würden wir das Spiel drehen können, konterte Dithmarschen mit Toren. Heute stand uns auch, wie bereits im Hinspiel die gegnerische Torhüterin im Weg, die eine sehr gute Leistung zeigte. Nun heißt es die Fehler ganz schnell aufzuarbeiten, denn nächste Woche steht schon wieder ein guter Gegner bei uns in der Halle. So, wie wir uns heute präsentiert haben, können wir jedoch nicht ansatzweise am kommenden Samstag das Spiel bestreiten. Glück im Unglück, dass sogar unsere Mitstreiterinnen Punkte ließen, sodass es um Platz 2 der Liga noch sehr eng werden wird. Was für eine Liga, in der jeder jeden schlagen kann!«

SG Oeversee/Ja-We - TSV Alt Duvenstedt 39:36 (16:18)

Geballte »Miezen-Power« nach dem Sieg gegen Alt Duvenstedt (Foto.privat)

75 Tore zeugen nicht wirklich von einer Abwehrschlacht in der Oeverseer Eeckboomhalle. Doch war es anders zu erwarten, wenn sich angriffslustige Reihen gegenüber stehen? Vermutlich nicht. So kann man die Worte von Torsten Eggebrecht (Oeversee) richtig einschätzen, wenn er » von einer wahren Abwehrschlacht« mit einem Lächeln spricht. »Beide Mannschaften kamen mit unheimlich viel Tempo und beide Rückraumreihen waren unheimlich treffsicher . Duvenstedt hatte lange die Nase vorn und konnte sich mehrmals auf 2-3 Tore absetzen, aber wir blieben immer in Schlagdistanz. Heute war auch ganz klar der Wille zu erkennen«, freut sich Eggebrecht.»Zehn Minuten vor Schluss waren es dann doch einige gute Abwehrreaktionen und wichtige Paraden, die ausschlaggebend waren. Ich bin natürlich zufrieden vor allem mit dem Angriffsfeuerwerk . Der Unterschied war auch das wir von allen Positionen getroffen haben und gerade Runa Blaas ein bärenstarkes Spiel auf der Außenbahn gemacht hat. Aber die ganze Mannschaft hat dazu beigetragen und Janine Hansen und Laura Petersen haben die Abwehr immer wieder vor Probleme gestellt . Alles in allem war es ein richtig tolles Handballspiel mit ganz wenigen Fehlern auf beiden Seiten und dem glücklicheren Ende für uns.« Wirft man 36 Tore in fremder Halle, so sollte man diese eigentlich als Sieger verlassen. Gleiches empfand auch Torben Kutschke (Duvenstedt).»Nach einer guten Anfangsphase haben wir in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff mehr bekommen. Man muss auch anerkennen, das Oeversee im Angriff einen sehr guten Tag erwischt hat und alles bei ihnen klappte. Auf die Verliererstraße gerieten wir ab der 50 min. Wir schließen drei Angriffe zu früh ab, bzw. haben Wurfpech und bekommen jeweils Gegenstoßtore. Das Spiel wurde durch Kleinigkeiten entschieden.«

Preetzer TSV - TSV Lindewitt 26:29 (14:15)

Lief zur Höchstform auf. Lindewitts Jana Neß (Foto: Busekow)

Preetz immer noch ohne Punkte in diesem Jahr, während Lindewitt eine optimale Punktausbeute verzeichnen kann. »Wir sind schlecht ins Spiel gestartet und haben weder in der Abwehr noch im Tor Zugriff gefunden«, sieht Coach Dennis Olbert (Preetz) den Grund für die spätere Niederlage seiner »Pandas«. In der zweiten Halbzeit konnten wir zwischenzeitlich mit zwei Toren in Führung gehen, weil die Abwehr deutlich besser stand. Leider sind wir dann wieder zu nachlässig geworden und konnten nicht Revanche für das Hinspiel nehmen. Die Kräfte ließen am Ende deutlich nach und so merkt man dann doch die fehlenden Alternativen durch Verletzte und Kranke. So verlässt Lindewitt uns als verdienter Sieger«, fällt das Resümee von Olbert nüchtern aus. Trotz kleinem Kader eine Reise mit Happy-end für die Friedrich Truppe. Basis dafür die wieder einmal starke Torhüter Leistungen von Eike Petersen und Kaja Strubel, zudem der effektive Rückraum um Leader Jana Franzke und der besten Torschützin Jana Neß. » Heute hat sich gezeigt, was die Mannschaft im Stande ist zu leisten. Eine wiederum hervorragende kämpferische Mannschaftsleistung war der
Grundstein für den Erfolg«,so Trainer Dirk Friedrich (Lindewitt). » Erst nach dem Wechsel kamen wir beim 18:16 in Rückstand, konnten aber beim 23:23 wieder in die Partie finden und selber einen vier Tore Vorsprung erarbeiten. Eine angeordnete offene Deckung der »Pandas« brachte dann auch keinen Erfolg«, so Team-Manager Eckhard Franzke (Lindewitt).

HSG Weddingstedt/H./D. - SG WIFT 23:23 (11:12)

Achtungserfolg für Weddingstedt, aber der Punkt dürfte in der derzeitigen Situation zu wenig sein gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. »Der Rückrunden Auftakt in heimischer Halle hätte auch besser enden können«, weiß Bente Schlüter (Weddingstedt) noch nicht so recht, wie sie mit dem Ergebnis umgehen soll. » Zumindest mit dem Unentschieden könnten wir ein Punkt für uns mitnehmen. Das ganze Spiel war recht ausgeglichen und keiner konnte sich richtig absetzten, wie es zuvor auswärts in Neumünster nicht der Fall war. Mit der geilen Stimmung in der Halle wäre ein Sieg schöner gewesen. Natürlich haben wir nicht durchgängig eine Glanzleistung gezeigt, aber auf jeden Fall unseren Kampfgeist. Nun drei Punkte an Neumünster abgegeben zu haben ist eigentlich zu viel.« Für Gerrit Fredenhagen (WIFT) mehr als nur ein Punkt. Hat man doch nun auch den direkten Vergleich gegen Weddingstedt gewonnen und das könnte bei der Schlussabrechnung am Ende der Saison vielleicht nochmal wichtig werden.» Zum Spiel kann man eigentlich nicht viel sagen, nur, es war eine gerechte Punkteteilung,« sagte Gerrit Fredenhagen. »Weddingstedt hat nicht das erwartete Feuerwerk abgebrannt und uns durch ihre eigenen 2 Minuten Strafen, wegen meckern, im Spiel gehalten. Leider haben wir uns auch durch unnötige Fehler das Leben selber schwer gemacht. Egal, es bleiben vier Punkte auf den ersten Abstiegsplatz.«

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