17.12.2017

HC Treia/Jübek dicht vor der Sensation

Das war der 13. Spieltag

SH-Liga der Damen

Dithmarschen nimmt etwas überraschend beide Punkte aus Neumünster mit und stoppt den kleinen Aufschwung unter neuer Leitung. Auch Preetz kann seine Erfolgsserie nicht fortsetzen, grüßt aber trotz Niederlage weiterhin aus dem oberen Tabellendrittel als bester Aufsteiger. Lindewitt stoppt den freien Fall und erspielt sich einen verdienten Sieg auf fremden Territorium. Diesmal hat SIF das Nachsehen. Oeversee behält die Nerven, spielt seine ganze Routine trotz dünnem Kader aus und hält Weddingstedt am Ende souverän auf Distanz. Heide kurz vor der ersten Niederlage der Saison im Spiel gegen Treia, doch am Ende bleibt dem Tabellenführer das Glück treu.

SG WIFT - SG Dithmarschen Süd 21:22 (11:9)

Während WIFT einer vergebenen Chance nachtrauert, kann sich Nils Möller (Dithmarschen) über einen gelungenen ersten Abschnitt der Serie freuen und eine positive Bilanz ziehen.»Niederlage und Weihnachtsfeier sind verdaut«, beginnt Gerrit Fredenhagen (WIFT) mit seiner Analyse. »Wir sind grossartig gestartet und ließen erst nach 14. Minute Dithmarschens zweiten Treffer zum 5:2 zu. Bis dahin stand die Abwehr wie eine Wand. Drei Zeitstrafen, davon zwei zeitgleich haben leider unseren Rhythmus gestört und so mussten wir den Ausgleich zum 6:6 hinnehmen.« Doch bis zum Pausentee wieder eine beruhigende Führung der Heimmannschaft, die auch in der 2. Halbzeit dort weiter machte, wo sie vorher aufhörten. »Doch plötzlich kam Sand ins Getriebe, weil die Gäste Torhüterin (Anm. Redaktion: Sandra Passehl) immer besser ins Spiel fand und ab Mitte der zweiten Halbzeit ihr Tor komplett vernagelte. Großes Kompliment zu dieser wirklich herausragenden Leistung. Sie hat uns den Nerv geraubt. Trotz immer wieder guter Möglichkeiten haben wir die Kugel nur noch selten im Gehäuse unter bringen können. Somit geht der Sieg im Kellerduell diesmal nach Dithmarschen, aber mit der Leistung, insbesondere in der Abwehr, haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Leider ohne Punkte.« Ins gleiche Horn stößt auch Nils Möller, Trainer siegreichen SG Dithmarschen. »Nach unseren obligatorischen 15 Minuten zu Beginn, wo wir früh wieder 1:5 zurücklagen, sind wir in der Folge besser ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir WIFT im Positionsangriff sehr gut unter Kontrolle und haben keine leichten Tore mehr zugelassen. Für uns ein Sieg der Moral und Einstellung und ein guter Hinrunden Abschluss mit nun 11:15 Punkten.« Dithmarschen überwintert auf einem Nicht-Abstiegsplatz und hat sich einen kleinen Vorsprung nach unten erarbeitet.

Lauenburger SV - Preetzer TSV 28:27 (13:10)

Ihre Tore fehlten für mehr. Hannah Meenke (5) in Aktion. (Foto: Busekow)

Angeschlagen und mit einem kleinen Kader die Reise der »Mannschaft der Stunde« in den Süden des Landes. Für die »Pandas« die längste Anreise zu einem Punktspiel und noch nie in letzter Zeit standen die Sterne so ungünstig. »Es sollte heute einfach nicht sein«, trauert Dennis Olbert (Preetz) um die Möglichkeit auf einen positiven Abschluss im Jahr 2017. »Zu den vier Stammkräfte, auf die wir eh schon verzichten mussten, kam heute morgen noch eine Krankmeldung dazu und so befanden sich in unsrem kleinen Kader noch zwei weitere angeschlagene Spielerinnen, die die Reise mit antraten. Ausreden wollten wir aber nicht gelten lassen und verlegen, auch kurzfristig, ist nicht unser Ding. Das Spiel begann schleppend, erst in der 10 Minute warfen wir unser erstes Tor zum 2:1. Stück für Stück setze sich der Gastgeber ab und wir gingen mit 10:13 in die Pause. Wir wollten wacher aus der Kabine kommen und Unkonzentriertheiten vermeiden. Aber leider ging der Schuss nach hinten los und wir lagen in der 40 Minute mit 19:13 hinten. Lauenburg bestrafte immer wieder leichte Fehler von uns im Angriff. Auch in der 52 Minute beim 24:19 das gleiche Bild. Erst die letzten 8 Minuten des Spiels bekamen wir durch eine bessere Abwehr nochmal die Chance, Punkte mit nach Hause zu nehmen. Zum Ende der Hinserie hätte wir es natürlich gerne geschafft, aber wir leisteten uns in diesem Spiel einfach zu viele einfacher Fehler in Angriff und vor allem in der Abwehr. 28 Gegentreffer sind einfach zu viel, außer du schießt selber eins mehr als der Gegner.« Trotz der Niederlage bleibt Preetz als bester Aufsteiger in der oberen Tabellenhälfte und blickt auf eine tolle erste Serie zurück.

Slesvig IF - TSV Lindewitt 28:29 (17:13)

Schoß das wichtige 29. Tor für Lindewitt. Maja Hansen

Laßt uns mal ein bekanntes Zitat von Sepp Herberger aus dem Jahre 1954 leicht umwandeln: »Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 60 Minuten.« So oder so ähnlich hätte sich Marco Heßel (SIF) nach der Partie gegen Lindewitt äußern können.»Wir hatten Lindewitt bis zur Halbzeit komplett im Griff. Einzig Jana Franzke glänzte mit ihrer individuellen Klasse. Sie haben wir nie so richtig im Griff gehabt. Unsere Abwehr stand gut und hat viele Bälle abfangen können und in Konter umgewandelt und verwandelt. Wenn man an der ersten Halbzeit rummäkeln will, dann war es unsere Chancenauswertung. Wir haben schon in den ersten 30 Minuten viele gute Chancen ausgelassen.
Dann kam der Bruch. In Halbzeit zwei haben wir die Chancen nicht mehr herausgespielt, sondern viel zu überhastet abgeschlossen. Lindewitt hat nie aufgegeben und sich stark zurückgekämpft. Die haben viel getroffen. Ein Sonntagsschuss nach dem anderen segelte in unsere Winkel. Das soll die Lindewitter Leistung aber nicht kleinmachen. Die haben sich den Sieg schon verdient. Wir haben uns heute in der 2. Hälfte selbst geschlagen und einfach keinen roten Faden im Spiel gehabt. Es ist einfach Zeit für eine Pause.« Es war der richtige Einstieg für die Lindewitter Damen in ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Mit einem Sieg feiert man bekanntlich besser und so soll es eine rauschende Fete gewesen sein.» Basierend auf eine super starke Kaya Strubel im Tor war der Sieg an diesem Tag mehr als verdient. Sie hielt uns den Rücken frei und vernagelte in der 2. Halbzeit das Gehäuse«, freute sich Team-Manager Eckhard Franzke (Lindewitt) über zwei wichtige Punkte und den Stopp des freien Falls. »Erst nach einem Pausenrückstand fanden wir zu alter Klasse und holten in einem fulminanten Zwischenspurt Tor um Tor auf, sodass wir in der 42. Minute erstmalig den Ausgleich erzielen konnten. Von da an wechselte die Führung hin und her, bis Maja Hansen eine Minute vor Schluss einen zwei Tore Vorsprung herauswarf und damit den Sieg klar machte.« SIF rutscht nach der Niederlage vom zweiten Tabellenplatz, wird aber mit der Hinserie, ein gesicherter Mittelplatz war als Ziel angestrebt, mehr als zufrieden sein. Lindewitt dagegen bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, hat aber mit Platz 8 nur zwei Punkte Rückstand auf die Spitzenplätze.

HSG Weddingstedt/H./D. - SG Oeversee/Ja-We 24:29 (13:13)

Gehörte wieder zu den Aktivposten im Spiel der »Miezen«, Laura Petersen.

Kleiner Dämpfer für den Aufsteiger gegen ambitionierte »Miezen«. Nach drei Siegen in Folge nun die Niederlage im letzten Spiel des Jahres. »Dieses Ergebnis gibt auf jeden Fall nicht den Spielverlauf wieder«, stellte Bente Schlüter (Weddingstedt) ernüchternd fest.» Wir konnten uns leider vor Weihnachten nicht nochmals selbst mit zwei Punkten beschenken und müssen mit dieser Niederlage in die Pause gehen. Es war das erwartet schwere Spiel mit wechselnder Führung in den ersten 30 Minuten, wobei wir oftmals mit zwei oder drei Toren in Führung gingen und es versäumten nachzulegen. Doch Oeversee verstand es clever, ihre Räume über den Kreis zu nutzen oder durch Laura Petersen und Juliane Koch zum Erfolg zu kommen. Mit einem 13:13 gingen wir in die Pause. Die zweite Hälfte des Spiels lief ähnlich ab. Leider schafften wir es nicht, uns deutlich abzusetzen. Gerade in der Endphase sollte dies unser Aus bedeuten. In der 52. Minute stand es noch Unentschieden (22:22) eh Oeversee das Spiel drehte und den entscheidenden Vorsprung erspielte. Was wir auch versuchten, es sollte am Ende nicht mehr reichen.« »Nicht schön, aber erfolgreich«, faßt Torsten Eggebrecht (Oeversee) die 60 Minuten in Weddingstedt zusammen.» Schlecht aus den Startlöchern gekommen, stabilisiert und dann die richtigen Lösungen gegen die offensive 3:2:1 Abwehr gefunden.« Doch es dauerte bis weit in die 2. Halbzeit, bis die »Miezen« ihre Überlegenheit ausspielen konnten.»Dann allerdings hatten wir Weddingstedt mürbe gespielt . Vorne kamen wir relativ einfach zu unseren Abschlüssen, während der Gastgeber viel Kraft investieren musste, um Tore zu erzielen . Wir haben kein gutes Spiel gemacht mit einigen unnötigen Fehlern, aber die Abwehr hat letztlich den Ausschlag gegeben und am Ende konnten wir Weddingstedt knacken . Zufrieden bin ich mit der Einstellung weil wir trotz vielen Fehlern nicht eingebrochen sind und uns über den Kampf und als Einheit durchgesetzt haben.« Oeversee steht zur Halbserie im »Niemandsland« jenseits von Gut und Böse, während Weddingstedt einen kleinen Befreiungsschlag aus dem Keller versäumte.

MTV Heide - HC Treia/Jübek 28:25 (14:13)

Hauchdünn an der Sensation vorbei. Treia stimmt sich ein. (Foto:Busekow)

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten oder so lange, bis Bayern das entscheidende Tor schießt und der Schiedsrichter abpfeift. Da es im Handball leider keine flexible Spielzeit gibt, kann man Geschenke auch auf anderer Art und Weise verteilen. Und hier kam in diesem Spiel eine Mannschaft deutlich zu kurz. »Es war bitter mit anzusehen, wie meine Mannschaft immer in den entscheidenden Phasen durch unverständliche Pfiffe benachteiligt wurde«, sagte Thomas Bleicher (HC Treia/Jübek) nach dem Spiel.» Beide Mannschaften schenkten sich über 60 Minuten nichts, beide spielten absolut auf Augenhöhe, wobei am Ende das Pendel zu Gunsten des Tabellenführer ausschlug. Wir lassen in den Schlussminuten leider drei Gegenstöße und einen 7m liegen. Diese Tore hätten gereicht, um Heide heute zu schlagen und es wäre an diesem Abend mehr als verdient gewesen.« Die Zuschauer staunten nicht schlecht, wie Treia von der ersten Minute an das Spiel diktierte. »Wir haben sehr viele Sympathiepunkte gesammelt, auch von den eingefleischten Heider Fans. Unsere Abläufe stimmten, die Einstellung passte und der Wille, hier etwas zu bewegen, deutlich sichtbar. Mehrfach stellten wir Heides offensive Abwehr vor Probleme und erzielten leichte Tore. Aber immer dann, wenn wir die Möglichkeit hatten in Führung zu gehen, wurden wir durch klare Fehlentscheidungen der Unparteiischen zurück geworfen.«  So begann von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch, indem sich keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Über ein 14:14 (31.Minute) dann ein Zwischenspurt des Heider Teams bis zum 20:15 (42.Minute). Doch auch dieser Vorsprung sollte nicht reichen, denn beim 25:23 (57.Minute) war Treia wieder auf Schlagweite. Es folgten die besagten Gegenstöße und der vergebene 7m und so mußte man am Ende beide Punkte in Hemmingstedt lassen.» Nach dem schlechten Spiel der Vorwoche kann ich nur den Hut vor meiner Mannschaft ziehen. Das war heute ein großer Kampf und ein hervorragendes Spiel meiner Mädels, indem sie all unsere Vorgaben toll umsetzten. Sie haben den Ausfall von Manuela Hinrichsen super kompensiert und nicht auszudenken, wenn wir hier mit voller Kapelle aufgelaufen wären.«

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