18.06.2017

Investor Kühne ermahnt und Bruchhagen kontert Kritik

Fußball Bundesliga

Hamburg. Investor Klaus-Michael Kühne hat der sportlichen Führung des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV wegen des bislang schleppenden Kader-Umbaus Druck gemacht. 

»Im Prinzip sind sich alle einig: Es muss etwas passieren. Aber es fehlt mir so ein bisschen die Dynamik, und da versuche ich, etwas zu ermahnen: Nun tut mal was und bewegt euch ein bisschen schneller«, forderte der 80 Jahre alte HSV-Förderer bei Sat.1 Regional. 

»Es ist ein bisschen spät. Der HSV muss sich am Riemen reißen.« Der HSV hat als einziger Erstligist noch keinen einzigen neuen Spieler geholt. Dabei hatte Coach Markus Gisdol nach dem erst am letzten Spieltag perfekt gemachten Klassenverbleib Verstärkungen gefordert, um nicht erneut eine Zittersaison zu erleben. Umgekehrt sieht Vorstandschef Heribert Bruchhagen die Aufsichtsratsvorgabe, die Gehaltskosten von derzeit 56 auf rund 48 Millionen Euro zu senken, als verpflichtend an. Durch den Abgang von Großverdienern wie Torwart René Adler und Ex-Kapitän Johan Djourou ist der klamme Club diesem Ziel zwar schon ein gutes Stück näher gekommen. Mehr aber auch nicht. Clubchef Bruchhagen konterte Kühnes Kritik. »Es ist etwas ganz anderes, ob ich Journalist, Fan oder Förderer eines Vereins bin - oder ob ich in der Verantwortung stehe«, sagte der 68 Jahre alte Vorstandsvorsitzende der »Hamburger Morgenpost« (Sonntagsausgabe). Natürlich könnte der Verein »an einem Nachmittag mit Bobby Wood verlängern, am nächsten dann Kyriakos Papadopoulos kaufen und Julian Pollersbeck noch dazu. Aber ich bin der Verantwortliche und muss die Bedingungen prüfen. Das ist die Realität«, erklärte Bruchhagen. Einig sind sich die Verantwortlichen darin, dass es einen erneuten Schnitt geben soll. Und Milliardär Kühne, der bereits 17 Prozent der Aktien an der HSV Fußball AG hält und in der vorigen Saison rund 30 Millionen Euro in den Kader investiert hat, ist grundsätzlich bereit, frisches Geld für neue Spieler zur Verfügung zu stellen. Er setzt dabei besonders auf Gisdol. Wenn das Konzept des Trainers von der sportlichen Leitung komplett umgesetzt werde, sei er bereit, weitere Millionen zu geben. Die Rede ist von 20 bis 30 Millionen Euro.

(dpa)

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