08.10.2017

Update: SG holt einen Punkt in Polen

Handball

Die SG unterlag in der Champions League in Kielce. (Archivfoto)

Flensburg. So unterschiedlich kann ein Remis schmecken. Nach der bitteren Enttäuschung beim 28:28 am vergangenen Donnerstag in der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen, feierte die SG Flensburg-Handewitt das 25:25 am Sonntag in der Königsklasse in Kielce wie einen Sieg. »Wenn man mit sechs Toren zurückliegt und am Ende noch einen Punkt in Kielce holt, darf man sich freuen und wir sind auch absolut stolz, vor allem auf unsere Moral«, so Maik Machulla. Dennoch ärgerte sich der SG-Trainer auch ein bisschen, denn in seinen Augen war auch diesmal mehr drin. 

»In der ersten Halbzeit spielen wir in der Abwehr und im Angriff fantastisch, lassen aber wieder zu viele Chancen ungenutzt. Wir hätten mit fünf Toren zur Pause führen müssen, belohnen uns aber wieder nicht für unsere Investitionen. Meine Spieler müssen da noch mehr Verantwortung bei freien Torversuchen zeigen.« 

Nach 4. Spieltagen in der Vorrunden-Gruppe B ist die SG Dritter. Am kommenden Sonntag (18.30 Uhr/live Sky) geht es zum THW Kiel. In Kielce sah es kurz vor Schluss überhaupt nicht nach einem versöhnlichen Ausgang für die Gäste aus. Noch in der 47. Minute lag die SG, die wie zuletzt in Göppingen wieder Schwierigkeiten in der Chancenverwertung hatte, mit 16:22 hinten. Beim 21:25 (56.) waren es immer noch vier Treffer Rückstand. Doch dann begann die irre Aufholjagd. Im ersten Durchgang hatten die Norddeutschen innerhalb von drei Minuten drei Treffer egalisiert, jetzt waren es deren vier in vier Zeigerumdrehungen. Acht Sekunden vor Spielende (24:25) nahm Machulla eine Auszeit, um den finalen Wurf anzusagen. Simon Jeppsson, bei dem sich Licht und Schatten abwechselten, der insgesamt aber immer besser wird, bekam die Verantwortung für die letzte Aktion aufgetragen. Der Schwede bediente wie geplant Holger Glandorf mit einem Kempa-Trick. Deutschlands Weltmeister von 2007 scheiterte an Kielces Keeper Slawomir Szmal, der das Torhüter-Duell mit Mattias Andersson knapp für sich entschied. Der Abpraller landete jedoch bei Marius Steinhauser, der diesmal den Vorzug vor Lasse Svan (muskuläre Probleme beim Aufwärmen) bekommen hatte, und nach etlichen Fehlversuchen oder Holztreffern erzielte der Rechtsaußen mit seinem fünften Tor den Ausgleich. Damit war er bester Werfer der Norddeutschen, die ohne ihren derzeit gefährlichsten Torschützen, Rasmus Lauge, angetreten waren. Der Däne, der vor wenigen Tagen seine langjährige Freundin Sabrina geheiratet hat, ist am Wochenende zum ersten Mal Vater geworden und weilte in der Heimat.

Ruwen Möller

Vive Kielce: Szmal (15 Paraden) – Jurecki 3, Bis, Dujshebaev 3, Kus, Aguinagalde, Bielecki 6/6, Jachlewski 1, Strlek 1, Janc 4, Lijewski 3, Jurkiewicz, Zorman 1, Mamic 1, Djukic 2/1

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (11 Paraden), Lind (bei drei 7m) – Karlsson, Glandorf 3, Mogensen 2, Wanne 3, Jeppsson 3/1, Steinhauser 5, Heinl 1, Zachariassen 3, Toft Hansen 1, Mahé 3/2, Rød 1, Svan n.e.
Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien)
Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Jurkiewicz, Mamic - Rød 2, Karlsson, Mogensen);
Siebenmeter: 7/7, 3/3
Zuschauer: 4018

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