26.11.2017

SIF ohne Chance gegen den Tabellenführer

Das war der 11. Spieltag

SH-Liga der Damen

Preetz weiter auf dem Höhenflug und auch Alt Duvenstedt konnte die »Pandas« nicht stoppen. Das Lazarett in Lauenburg lichtet sich und so kommt der Sieg über den TSV Lindewitt nicht überraschend. Oeversee ohne wirklich große Probleme gegen die SG Dithmarschen, die nur mit einem dünnen Kader anreisten. Weddingstedt deklassiert überforderte Fockbeker und fährt den ersten Heimsieg in dieser Saison ein. Auch gegen die SG WIFT kann Schwartau nicht gewinnen und behält die »Rote Laterne«. Eine Nummer zu groß. Heide nimmt die Hürde SIF ohne große Probleme. Gerechtes Unentschieden im zweiten Top-Spiel. Mönkeberg erneut ohne doppelten Punktgewinn gegen eine der Top-Mannschaften.

TSV Alt Duvenstedt - Preetzer TSV 23:36 (10:11)

Die »Panda« Mauer steht und der Ball von Madita Jeß (18) bleibt hängen. (Foto:Busekow)

Ein Unglück kommt selten alleine. Zu der Liste der Verletzten gesellt sich nun auch noch Christiane Schröder mit einem Mittelfußbruch bei Alt Duvenstedt. »Als hätten wir die Seuche gepachtet«, konnte man Torben Kutschke (Duvenstedt) seinem Bericht entnehmen.»Die Verletzungsliste wird also immer länger. Vermutlich auch deshalb fehlte uns heute komplett die Leichtigkeit in unserem Spiel. Das es gegen spielstarke Preetzer alles andere als leicht wird, wussten wir vorher. Die erste Halbzeit verlief recht ausgeglichen. Knackpunkt war der schlechte Start in den zweiten Durchgang. Preetz konnte sich absetzen und wir waren nicht in der Lage, das Spiel zu drehen. Im Angriffsspiel haben wir den Ball nicht genug laufen lassen und uns in Einzelaktionen aufgerieben. Dennoch kann ich meiner Mannschaft nichts großartig vorwerfen.« Der Aufsteiger aus Preetz macht weiter Furore und siegt auch im schweren Auswärtsspiel beim TSV Alt Duvenstedt überraschend.
»Es war eine sehr ausgeglichene Partie von Anfang an«, fand Trainer Dennis Olbert (Preetz).»Keine der Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen und wir profitierten von einer guten Zusammenarbeit der Deckung mit unserer Torhüterin. Vorne haben wir größtenteils geduldig gespielt und gute Entscheidungen getroffen, sodass wir mit einer 11:10 Führung in die Pause gehen konnten.« Mit einem kleinen Zwischenspurt vom 10:11 zur Pause bis zum 11:16 (38.Min) sorgten die »Pandas« dann für klare Verhältnisse.»Trotz einfacher, zweifacher oder dreifacher Manndeckung des Gegners fanden wir immer wieder Lösungen und erkämpften und so einen unerwarteten Sieg«, freute sich Olbert über die Fortsetzung der Sieges-Serie.

Lauenburger SV - TSV Lindewitt 23:19 (12:10)

Gefühle täuschen selten und wenn man als Trainer diese innere Ruhe während der gesamten 60 Minuten eines Spiels hat, dann kann da nichts anbrennen. »Ich meine, das war heute ein souveränes Spiel meiner »Diven«, sagte Carsten Mahnecke (Lauenburg) am Tag nach dem Spiel.» Es begann zwar sehr zäh, aber mit zunehmender Spieldauer merkte ich schon, heute klappt‘s. Grundstein auch unsere Abwehr, die Lindewitt immer vor einige Probleme stellte und man sah, dass die Gäste viel mehr investieren mussten, um zu Torerfolgen zu kommen. Spätestens mit der Umstellung auf eine 5:1 Formation nahmen wir auch Lindewitts gefährlichster Angreiferin Jana Franzke etwas »Wind aus den Segeln« und landeten am Ende einen ungefährdeten Sieg.« Lindewitts Team-Manager Eckhard Franzke fasste das Spiel auf seine eigenen Art und Weise zusammen.» Außer Spesen nichts gewesen.« Für Trainer Dirk Friedrich (Lindewitt) trotzdem mehr als nur eine Niederlage.» Es wäre mehr drin gewesen, wenn die Dinge, die im Training angesprochen wurden, auch umgesetzt
worden wären von meinen Spielerinnen«, fand er klare Worte. Zu spät wachte Lindewitt auf und erst, nachdem Lauenburg sich mit fünf Toren absetzen konnte, fand man ins Spiel. »Viel zu spät«, fand Franzke,» auch wenn wir zwischenzeitlich auf zwei Tore dran waren, reiche es am Ende nicht.« Zudem fiel Jana Neß nach einer Fingerverletzung für den Rest des Spiels aus.»Vielen Dank an den Physio von Lauenburg, der sich um die Verletzte kümmerte und gleich vor Ort behandelte«, sagte Franzke.

SG Oeversee/Ja-We - SG Dithmarschen Süd 28:20 (15:8)

Wieder im Einsatz: Janine Hansen (Oeversee) (Foto: Klaus Erichsen/FOTO-KESH.de)

Man tauscht die Plätze in der Tabelle und somit führt Oeversee die Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte an. »Wir waren uns im Klaren, es ist ein vier-Punkte Spiel und wir wollten es unbedingt gewinnen«, sprach Torsten Eggebrecht (Oeversee) über seine Erwartung an seine »Miezen« vor der Partie.»Das Spiel war anfangs recht zerfahren . Wir standen gut und kompakt in der Deckung. Allerdings waren wir vorne noch zu hektisch und haben auch viele Bälle in der 1.und 2. Welle leichtsinnig weggeworfen. Nach der Auszeit dann eine Leistungssteigerung aller Spielrinnen, die nun endlich bis zur klaren Wurfgelegenheit spielten und diese dann auch nutzten. So setzten wir uns schon in der 1. Halbzeit Tor um Tor ab. Die zweite Halbzeit war insgesamt kein Leckerbissen . Technische Fehler auf beiden Seiten zuhauf , aber wir hielten den Vorsprung und gewannen am Ende verdient.« Große Freude bei Eggebrecht über den ersten Einsatz seiner Spielerin Janine Hansen, die nach überstandener langen Verletzung bei ihren Einsätzen vom »Strich« eine makellose 8 von 8 Bilanz aufweisen konnte. »Ich freu mich für Janine, weil Sie sehr fleißig trainiert hat in ihrer Reha und uns auch bald wieder voll zur Verfügung steht.« Ein Spiel mit diesmal umgekehrten Vorzeichen für die Truppe von Nils Möller (Dithmarschen). Kann man sonst den Gegner in einer besenreinen Burger Halle mit einem »wachsfreien« Ball überraschen, drehte sich das Blatt diesmal.» Mit kleinem Kader angereist, hatten wir zunächst Probleme mit dem klebrigen Ball, was uns technische Fehler, Unsicherheit und daraus resultierend fehlenden Druck im Angriff bescherte, wodurch wir schnell ins Hintertreffen gerieten. In der zweiten Halbzeit konnten wir das Ergebnis zumindest noch erträglich gestalten. Ein Spiel zum Abhaken!«

HSG Weddingstedt/H./D. - HSG Fockbek/Nübbel 31:13 (13:6)

Nach dem Höhenflug der letzten Woche, gleicht dieses Ergebnis eher einer brutalen Bruchlandung von die Damen von Trainer Ronny Hohnsbehn (Fockbek) . Im Gegensatz dazu feiert Ulli Mohr (Weddingstedt) seinen sehnlich erhofften doppelten Punktgewinn vor heimischem Publikum.»Es war in den Anfangsminuten ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem sich keine Mannschaft vorzeitig absetzen konnte«, erinnert sich Bente Schlüter (Weddingstedt) an den Beginn der Partie.» Erst mit einer Umstellung in derAbwehr nahmen wir Fahrt auf und zogen vorentscheidend vom 4:4 (14. Min) auf 9:4 (22.Min) auf und davon. Davon erholte sich Fockbek einfach nicht und wir erzielten, dank konsequenter Chancenverwertung und schnellem Flügelspiel, einen ungefährdeten Start – Ziel Sieg. Natürlich lief noch nicht alles fehlerfrei, aber wir konnten trotzdem die Spannung hoch halten und auch in dieser Höhe verdient gewinnen.« Überragende Quote der Weddingstedter Torhüterin, die maßgeblich am Erfolg beteiligt war und nicht weniger als fünf der sechs gegebenen 7-Meter entschärfte. So hatte es sich Ronny Hohnsbehn (Fockbek) nun wirklich nicht vorgestellt.»Wir haben gegen Weddingstedt zu keiner Zeit die Leistung der letzten Wochen zeigen können. Zahlreiche Fehlwürfe, nur einer von sechs 7m wurde verwandelt. Dazu noch einige Tempogegenstöße und unvorbereitete Würfe aus dem Rückraum, die von der sehr stark spielenden Torhüterin Bente Schlüter entschärft wurden. Leider wurden die Köpfe schon frühzeitig hängen gelassen, so dass am Ende ein sehr deutliches Ergebnis auf der Anzeigetafel zu lesen war.«

SG WIFT - VfL Bad Schwartau 33:22 (13:7)

Der Teamspirit paßt - die Leistung auf der Platte ausbaufähig. (Foto: Privat)

Schwierige Zeiten für den vor Saisonbeginn hochgehandelten Absteiger, denn die Luft wird langsam immer dünner für Schwartau. Wogegen WIFT nach dem erneuten Sieg erstmalig die Abstiegsränge verläßt. »Es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden«, sagt Lisa Matzke (Schwartau) nach dem Spiel beim Aufsteiger. »Es ist einfach wie immer. Wir verschlafen den Anfang der Partie und geraten schnell ins Hintertreffen. Die Abwehr steht noch einigermaßen, aber im Angriff finden wir keine richtigen Mittel, schließen zu früh ab oder nehmen uns nicht vorbereitete Würfe. So sind wir noch gut bedient, dass es nur ein Rückstand von sechs Toren zur Halbzeit war.« Doch in Schwartau kennt man solche Situationen und besonders im 2. Abschnitt entscheidet sich die Richtung des Ausgangs. In Neumünster wieder einmal in die falsche Richtung.» Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir alle kopflos. Keine Anspielstationen, kaum Bewegung und die Laufwege passten vorne und hinten nicht. Mal hatten wir 5-6 Kreisläufer am gegnerischen Kreis, dann nahmen wir völlig unberechtigt das Tempo raus und »trotteten« einfach hinterher und der Angriff spielte ohne Fortune. Unter dem Strich hat es heute wieder mal nicht gereicht und ich hatte mir mein letztes Spiel in dieser Saison einfach besser vorgestellt«, ergänzt Lisa Matzke, die sich bereits in der nächsten Woche einer OP unterziehen muß und somit als Spielmacherin den Blau/Weißen fehlen wird.

Slesvig IF - MTV Heide 27:35 (14:17)

Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht und nahm auch die Hürde SIF sehr souverän. Für Marco Hessel (SIF) kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Entsprechend sein Resümee, das hier ungekürzt wiedergegeben wird.

»Ich denke, heute muss sich keiner etwas vorwerfen, unsere Mannschaft hat aufopfernd gekämpft! Wir haben vorne alle probiert: 3:3-Angriff, 4:2-Angriff und 7. Feldspieler. Heide hatte mit einer starken, aggressiven Abwehr ausreichend Antworten parat. Woran scheiterte es bei uns? Schwer und einfach zu sagen: wir haben zu viele Chancen nicht genutzt und haben in der Abwehr eins gegen eins nicht über die ganze Dauer gut verteidigt. Aber das wäre zu einfach, Heide hat es auch stark gespielt!
Wir haben uns vorne Chancen erspielt und ja auch immerhin 27 Tore geworfen. Auch wenn alles etwas durcheinander aussah, hinter diesem Durcheinander stand eine Idee. Ein großer Teil des Matchplans war, kaum Tempogegenstöße zuzulassen! Das hat auch 45 Minuten sensationell gut geklappt. Nachher haben wir zum einen die Konzentration etwas verloren und zum anderen mit sieben Feldspielern gespielt...das haben wir dann den ein oder anderen Konter kassiert.
Wenn man sich einen Spielverlauf wünschen könnte, in dem man seine Fehler halbiert und der Gegner bei seinen bleibt, hätten wir eine Chance gehabt. Das geht natürlich nicht. Fazit: ist Heide generell schlagbar? Ja! Aber dann muss bei allen Mannschaften der Liga alles passen an dem Abend!«

HSG Mönkeberg-Schönkirchen - HC Treia/Jübek 27:27 (13:14)

Sabrina Boddenberg (Treia) erzielt eines ihrer 5 Tore. (Foto:Busekow)

Wer heute den Weg nach Mönkeberg in die Sporthalle genommen hatte, durfte sein Kommen nicht bereut haben. Was das Spiel im Vorwege versprach, wurde gehalten und nach 60 Minuten teilte man sich die Punkte verdient. Für Farina Lehmann (Mönkeberg) auch ein Spiel mit unterschiedlichen Höhepunkten.» 25 Minuten spielen wir gut, werden aber von merkwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen etwas benachteiligt. Weitere 25 Minuten dann eine starke Leistung, insbesondere in unserem Rückraum, die uns leichte Tore einbringen. Die letzten 10 Minuten dann ein offener Schlagabtausch, wo die Führung ständig wechselte, sich aber auch keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Als wir dann 20 Sekunden vor Schluß das Aluminium treffen und auch Treias letzter Angriff verpufft, wird es am Ende ein »faires Unentschieden«, unser fünftes bereits.« So ganz sicher war sich Thomas Bleicher (Treia) nach Abpfiff nicht wirklich, ob ein gewonnener oder verlorener Punkt, »aber ein Punkt in Mönkeberg ist unter dem Strich voll in Ordnung. Über 40 Minuten haben wir in dieser Begegnung geführt, konnten uns aber auch nicht richtig entscheidend absetzen. Leider konnten wir in der Abwehr nicht ganz unsere Leistung abrufen, sodass Mönkeberg zu viele einfache Tore über die Achse Lehmann/Hasse/Straube erzielen konnten. Hier paßte die Absprache im Mittelblock noch nicht. Dafür konnten wir im Angriff gute Akzente setzen und zu vielen leichten Toren kommen. Besonders unsere beiden Außenspielerinnen Boddenberg/Börnsen stellten Mönkeberg vor richtige Probleme. Mit zunehmender Spieldauer merkte man dann beiden Mannschaften die große Nervosität an und die technischen Fehlern häuften sich.« Bereits am Dienstag das nächste Spiel für Treia in Neumünster, bevor man in die kleine WM-Pause geht.

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