15.03.2019

Spielplan als Stolperfalle

Handball

Bei der Spielplangestaltung bleibt SG-Trainer Maik Machulla manchmal nichts anderes übrig als ungläubig und kopfschüttelnd die Gegebenheiten hinzunehmen. Archivfoto: Martin Ziemer

Flensburg. Spielrhythmus ist für Sportler ein nicht zu unterschätzender Faktor, um Top-Leistung abzurufen. Unabhängig davon, auf welche Sportart man schaut, stellen die Rhythmuswechsel häufig die größten Herausforderungen dar, gerade auch in Sachen Trainings- und Belastungssteuerung. Das gilt auch im Handball, wo die Belastung ein Dauerthema geworden ist. Gerade die Spitzenmannschaften bestreiten oft mehr als 60 Spiele in der Saison, dabei die Länderspiele für die Nationalspieler nicht einmal mitgerechnet. Allerdings ist unter anderem für Maik Machulla, Trainer der SG Flensburg-Handewitt, auch die Spielplangestaltung ein Dorn im Auge. So wechseln sich für den deutschen Meister zuletzt die Spielrhythmen mit fünf Spielen in 12 Tagen und zwei Partien in knapp drei Wochen ab.

»Es ist einfach nach wie vor unverständlich, wie der Spielplan zustande kommt. Ich weiß, es gibt viele Faktoren, die da eine Rolle spielen, wie das Final Four und die Nationalmannschaftswoche. Wir haben in den vier Monaten bis Weihnachten 33 Spiele und jetzt im gleichen Zeitraum, wenn man das Champions League-Finale mitrechnet, kommen wir auf 25 Spiele, das sind mal eben so acht Spiele weniger im gleichen Zeitraum. Wenn ich mir den April anschaue, dann haben wir erst am 18. April unser erstes Spiel. Dafür aber danach dann in 12 Tagen fünf Spiele. Das ist nicht optimal«, so Machulla deutlich.

Der Meister-Trainer scheut dabei nicht die Belastung vieler Spiele in einem knackigen Rhythmus, beäugt aber die fehlende große Regenerationsphase mit gehörigem Argwohn.

»Es muss nicht immer so sein wie im November, wo wir neun Spiele gehabt haben. Da haben wir gar keine Luft holen können. Aber ich habe die Spiele grundsätzlich lieber kompakt, vor allem weil wir alle auch diesen Rhythmus gewohnt sind. Den Rhythmus, den wir jetzt haben, den sind wir nicht gewohnt. Das ist für uns etwas Neues. Wir wissen noch nicht so richtig, wie es sich am Ende auf die Mannschaft auswirkt.«, so Maik Machulla die Herausforderung beschreibend.

Die in den Augen von Machulla künstlich in die Länge gezogene Saison ruft beim SG-Trainer zudem Unverständnis hervor.

»Andy Schmid (Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen/Red.) ist einer der größten Vorsprecher mit Hinblick auf die Problematik, dass wir ohne Probleme die Saison eigentlich schon bis Mitte Mai fertig haben könnten. Ich verstehe es nicht und werde es auch sicher nie verstehen, dass wir diese Saison dann bis zum 9. Juni ziehen müssen wie ein Kaugummi. Ich kann mich erinnern, das es ein Jahr gab in dem Melsungen im gesamten April kein Spiel gehabt hat. Das ist doch eine Katastrophe«, so Maik Machulla, dem es nicht in den Kopf will, dass man die sich bietende Möglichkeit einer langen Sommerpause aufgrund fehlender internationaler Turniere nicht nutzt.

»Du könntest mit dem Saisonende den Spielern mal eine verlängerte Sommerpause geben, mal richtig regenerieren und erholen. Aber so bist du immer auf der Felge und versuchst die Jungs durch die Saison zu kriegen«, so der SG-Trainer an die Gesundheit der Spieler denkend.

Bevor allerdings ein durchgängig abgestimmter Spielplan zum tragen kommt, dürfte noch viel Zeit verstreichen. Nicht zuletzt die finanziellen Interessen der Verbände, sei es National oder International, machen die Kompromissfindung äußerst schwer. Ob die stetigen Rhythmuswechsel der SG Flensburg-Handewitt schlussendlich in die Karten spielt oder aber das Haar in der Suppe sein wird, bleibt abzuwarten. Einen geregelten Ablauf verschafft der derzeitige Plan aber sicherlich nicht.


Timo Fleth

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