08.06.2018

»Diese Meisterschaft hat mich am stärksten berührt«

Interview Dierk Schmäschke

Dierk Schmäschke (im weißen Hemd) mit seinem Meisterteam. (Foto: Sascha Klahn)

Flensburg. Dierk Schmäschke ist seit den 1980er Jahren mit kurzen Unterbrechungen für die SG Flensburg-Handewitt (bzw. Vorgänger SG Weiche-Handewitt) aktiv. Er war Spieler und ist seit vielen Jahren Geschäftsführer. Seit Sonntag hat er nun alle Titel mit seiner SG gewonnen und darf sich endlich auch Deutscher Meister nennen.

Wir sprachen mit dem Manager.

Flensborg Avis: Herr Schmäschke. Im Vergleich mit der Meisterschaft 2004 und dem Champions Legaue-Sieg 2014, welchen Stellenwert nimmt der jetzige Titelgewinn ein?
Dierk Schmäschke: Man kann die drei Titel eigentlich nicht miteinander vergleichen. Wir müssen dem Meisterteam von 2004 gegenüber auch gerecht bleiben. Die Mannschaft wurde damals sehr souverän Meister und war ein starkes Team. Auch sie haben seinerzeit lange dafür gekämpft. Der Champions League-Sieg hat in Europa, außerhalb Deutschlands einen höheren Stellenwert als die Deutsche Meisterschaft und zahlt sich monetär mehr aus. Daher würde ich sagen, dass alle drei Titel ihr Spezielles haben. Die Meisterschat ist halt ein Produkt einer langen Saison und deshalb auch nach 34. Spieltagen verdient. In diesem Jahr war die Aufmekrsamkeit größer. Dies liegt an den neuen Medien, die es vor Jahren noch nicht gab und wir hatten in der Spitze 15.000 Besucher bei der Meisterfeier. 

Diese Meisterschaft hatte noch gefehlt

Für Sie persönlich war es die erste Meisterschaft mit der SG. Genugtuung und wie fühlt es sich an?

Schmäschke:Bei der SG hat mir diese Meisterschaft tatsächlich noch gefehlt. Ich war 2004 nicht dabei, weil ich ein Jahr zuvor nach Hamburg gegangen bin. Ich habe aber damals auch den langen Weg zum Titel über Jahre miterlebt. Jetzt war es ähnlich, denn ich bin schon wieder seit sieben Jahren hier. Aber ich habe die Meisterschaft nicht gewonnen, ich bin nur ein Teil davon. Die Mannschaft, der Beirat und die Fans, alle waren beteiligt. Für unseren Trainer Maik Machulla freue ich mich ganz besonders, dass es ihm in seiner ersten Saison gelungen ist, diesen Titel zu holen. In Hamburg habe ich 2011 auch die Meisterschaft miterlebt, aber diese Meisterschaft hat mich am stärksten berührt.« 

Welche Aufgaben stehen jetzt an, woran müssen Sie vor dem Start in die Vorbereitung Mitte Juli arbeiten?Schmäschke:Seit zwei Tagen sind wir wieder im normalen Alltag, wobei man das gar nicht sagen kann. Wir arbeiten aktuell das ab, was es mit sich bringt, dass wird Deutscher Meister 2018 geworden sind. Es gibt nach wie vor viele Presseanfragen und wir haben Einladungen vom Landtag, der Stadt Flensburg und der Gemeinde Handewitt zu Empfängen vorliegen. Es gilt jetzt Termine zu finden, denn die Mannschaft ist im Moment schlichtweg nicht da. Außerdem gilt es noch, mit Sponsoren Abschlüsse zu Ende zu bringen, es kommen möglicherweise auch noch neue hinzu. Die neuen Spieler benötigen Wohnungen usw., es gibt viel zu tun.

Die Kaderplanungen für die kommende Saison sind aber abgeschlossen?
Schmäschke:Ja, der Spielerkader steht und es wird auch keine Veränderungen mehr geben. 

Wollen gerne mit beiden weitermachen

SG-Manager Dierk Schmäschke (r.) freut sich besonders für Coach Maik Machulla, dass der in seiner Premieren-Saison gleich die Meisterschaft eingefahren hat. Foto: Sascha Klahn

Denken Sie denn bereits an die Spielzeit danach, kommenden Sommer laufen beispielsweise die Verträge von Tobais Karlsson oder Holger Glandorf aus?
Schmäschke:Wir wollen gerne mit beiden weitermachen. Dass haben wir auch so mit ihnen kommuniziert. Jetzt geht es darum, den Zeitpunkt abzuwarten, an dem sie selber sehen, ob sie noch weiter machen können und wollen. Wenn sie in der nächsten Saison so fit bleiben wie sie es jetzt sind, traue ich ihnen zu, dass sie weiterspielen.


Sprechen wir über den Zuschauerschnitt - der ist in der Bundesliga von 6088 auf 5984 leicht rückläufig gewesen. Warum, sind die neuen Anwurfzeiten am Donnerstag und Sonntag um 12.30 Uhr ein Grund?
Schmäschke:Nein, ich denke nicht. knapp 100 Zuschauer weniger ist eine Größenordnung die immer von vielen kleineren Dingen abhängig ist. Vielleicht lag ein Topspiel mal terminlich schlecht. Zudem wurden einige Spiele kurzfristig verlegt. Wir haben diesen minimalen Rückgang nicht gespürt.

Ist das Interesse in Sachen Dauerkarten nach der Meisterschaft nochmal gestiegen?
Schmäschke:Ja. Es gibt ohnehin eine Warteliste, da wir im Sitzplatz-Bereich fast ausgebucht sind. Wir wollen aber nicht nur Dauerkarten verkaufen, da wir es auch neuen Besuchern ermöglichen wollen, in die Flens-Arena zu kommen. Eine gute Alternative ist auch immer die Champions League. Die wird gut angenommen, aber ja, insgesamt ist das Interesse groß.

Ruwen Möller 

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