16.05.2019

Entfesselt aufspielende Flensburger

Handball

Rasmus Lauge (Mitte) war von Beginn an in der Partie und drückte offensiv wie defensiv dem Spiel seinen Stempel auf. Foto: Sven Geißler

Flensburg. Eine entfesselt aufspielende SG Flensburg-Handewitt hat nach der Derby-Niederlage gegen den THW Kiel eine starke Reaktion gezeigt. Gegen die MT Melsungen wurde erst in der Schlussphase der Fuß vom Gaspedal genommen am sicheren und verdienten 30:24-Sieg änderte dies jedoch nichts. Selbst das Fehlen von Abwehrchef Tobias Karlsson kompensierten aufs Tempo drückende Gastgeber ohne Probleme. Ein spielfreudiger Rasmus Lauge und ein treffsicherer Magnus Jøndal verdienten sich zudem Bestnoten. 

Abwehrchef Tobias Karlsson konnte das Aufwärmprogramm zwar voll mit abspulen, fand aber in der Startformation von SG-Trainer Maik Machulla zu Beginn keine Berücksichtigung. Dafür durfte Torbjørn Bergerud beginnen und der Norweger entschärfte gleich die ersten zwei Geschosse der Gäste der MT Melsungen. Zudem setzte Machulla auf die 5:1-Abwehr und mit Rasmus Lauge in der Spitze und den ehemaligen MTler Johannes Golla dahinter, sowie Magnus Rød aim rechten Rückraum.

Ohnehin drückten die Gastgeber zu  Beginn mächtig auf das Gaspedal. Bergerud hielt und die Konter, gerade über den vor Spielfreude nur so strotzenden Rasmus Lauge, setzten die Gäste enorm unter Druck und nur selten schaffte es Melsungen sich in der Defensive zu ordnen. Bis auf 5:1 (8.) setzten sich die Hausherren so ab.

In der Folge häuften sich kurzzeitig allerdings die bei dem Tempo kaum zu vermeidenden Fehler und die die SG verpasste es den Vorsprung weiter anwachsen zu lassen. Die SG-Abwehr hatte aber auch ohne ihren Chef Karlsson Beton angerührt und bis zur 18. Minute nur drei Treffer zugelassen. Grund genug für Gäste-Trainer Heiko Grimm die zweite Auszeit zu ziehen.

Dass alte Helden in Flensburg nicht vergessen werden, zeigte die gesamte Halle, als Thomas Mogensen auf der Tribüne auftauchte und mit kantigen "Mogensen, Mogensen"-rufen begrüßt wurde.

Einfluss auf das Spiel der SG Flensburg-Handewitt hatte dies jedoch nicht. Die Hausherren blieben bissig in der Abwehr und setzte auf ihr Tempospiel. Dabei behielt der Flensburger Innenblock jederzeit die Geduld und stellte die Melsunger vor schier unüberwindbare Aufgaben. Lediglich der überraschend im Angriff auftauchende Finn Lemke konnte den Flensburger Abwehrblock überwinden.

Die Gäste griffen auf das Spiel im sieben gegen sechs zurück, um den Sechs-Tore-Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen und hatten Erfolg damit. Zusätzlich Stimmung brachte dann die Einwechslung von Philipp Müller, der beim Flensburger Publikum wenig Fürsprecher hatte. Das gellende Pfeiffkonzert und die ein oder andere harte Aktion waren der neuerliche Weckruf der Heimmannschaft. 

Bis zur Pause legten die Gastgeber nochmals zu und nahmen vollkommen verdient eine 14:8-Führung mit in die Pause, die, bei etwas mehr Konsequenz, sogar noch höher hätte ausfallen können. Das Fehlen von Abwehrchef und Kapitän Tobias Karlsson war aber im ersten Durchgang in jedem Fall nicht zu merken. Der Einfluss des Schweden von der Bank hingegen schon.

Die Hausherren ließen auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht nach. Das Rezept blieb dabei gleich, aggressive Abwehr, schnelles Umschalten, ein spielfreudiger Rasmus Lauge und, im Gegensatz zum Spiel beim THW, ein gewohnt treffsicherer Magnus Jøndal. Bis zur 40. Minute hatte sich die SG Flensburg-Handewitt eine 20:11-Führung erspielt und jegliche Zweifel am Sieger der Partie ausgeräumt. 

Die MT Melsungen versuchte sich in der Folge in Schadensbegrenzung und nahm noch mehr Tempo aus ihrem Spiel. Die Angriffe wurden häufig bis an die Grenze des Zeitspiels ausgespielt. Die Gastgeber blieben aber geduldig und bekamen ihre Chancen im Gegenstoß.

Machulla nutzte die beruhigende Führung ab der Mitte der zweiten Halbzeit, um sowohl Marius Steinhauser, als auch den zuletzt unglücklich agierenden Simon Jeppsson Spielminuten zu geben. Das Spiel der Heimmannschaft verlor dadurch aber kaum an Durchschlagskraft.

Erst in der Schlussphase häuften sich die Fehler und den Gästen wurde noch Ergebniskosmetik gestattet. Allerdings ohne das Heft des Handels aus der Hand zu geben.

Bis zum 30:24-Endstand behielten die Flensburger die Spielkontrolle und konnten nach der Derby-Niederlage eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass die Nerven nicht gelitten haben. Damit hat die SG Flensburg-Handewitt weiterhin nur zwei Niederlagen in der Saison auf dem Konto und den Platz an der Sonne inne.

Timo Fleth

Statistik

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Karlsson, Golla 3, Hald, Glandorf, Svan 1, Wanne, Jeppsson, Jøndal 10/5, Steinhauser 4, Zachariassen 1, Søgard Johannessen, Gottfridsson, Lauge 7, Rød 4.

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic - Maric 3, Lemke 3, Reichmann, Ignatow, Kunkel 2, Mikkelsen 1/1, Danner 2, P. Müller 1, Schneider 4, Allendorf 2/1, Birkefeldt 2, M. Müller 2, Sidorowicz 2, Pavlovic.
Zeitstrafen: 2:7.
Siebenmeter: 5:3.
Schiedsrichter: Nils Blümel/Jörg Loppaschewski.
Zuschauer: 6300 (ausverkauft).

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