12.02.2019

Entscheidung getroffen

Handball

Auch im Anzug macht Tobias Karlsson bei der SG Flensburg-Handewitt eine gute Figur. Foto: Martin Ziemer

Flensburg. Die Zeit von Lehrmeister Tobias Karlsson bei den Handballern der SG Flensburg-Handewitt ist im Sommer abgelaufen. Der 37-Jährige hat nochmal tief in sich hinein gehört und seinen auslaufenden Vertrag nicht nochmal verlängert. Damit geht ein Kulturträger und absoluter Leitwolf am Ende der Spielzeit von Bord und eine Ära endet.

„Tobias zählt für mich zu den außergewöhnlichsten Handballern, die je bei der SG gespielt haben. Nicht umsonst zählt er zu den besten Abwehrspielern der Welt - für mich ist er der Beste“, für SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke zählt „Tobbe“, wie er von Freunden und Kollegen genannt wird, schon längst zu den ganz Großen.

Für SG-Trainer Maik Machulla geht damit eine Vertrauensperson und langjähriger Partner von Bord. Das hat auch beim Meister-Trainer seine Spuren hinterlassen.

„Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, was gerade in mir vorgeht. Mit Tobias verlässt uns das Herz der SG! Ich habe größten Respekt vor seinen gezeigten Leistungen, seiner Karriere, der Art und Weise, wie er seinen Beruf lebt und wie er jeden Tag die SG verkörpert. In vielen Gesprächen musste ich schweren Herzens akzeptieren, dass sich Tobias und seine Familie für eine neue Herausforderung in Schweden entschieden haben. Diese Entscheidung kam sicherlich nicht überraschend und trotzdem trifft sie mich sehr hart und löst sehr viele Emotionen in mir aus“, sitzt der sonst so gefasste und kontrollierte Cheftrainer der SG, Maik Machulla emotional aufgewühlt mit Tränen in den Augen in einer Hotellobby und versucht, seine Gefühlswelt zu beschreiben. „Ich persönlich verliere einen überragenden Kapitän, den beste Abwehrspieler der Welt und einen Freund! In den verschiedenen Funktionen, die ich bei der SG begleiten durfte, war Tobias für mich immer ein wichtiger Ansprechpartner und guter Ratgeber.“ 

Für Karlsson selbst ist die Reichweite seiner Entscheidung noch nicht wirklich greifbar. Zu sehr nimmt ihn der Alltag ein, in dem es Woche für Woche, Tag für Tag um das nächste Spiel geht und die Strategie, wie man möglichst als Sieger vom Feld geht. Aber dennoch: „Es ist natürlich für meine Familie und für mich eine ganz schwere Entscheidung gewesen, aber wir haben uns lange Zeit genommen, um diese Entscheidung für uns richtig zu treffen. Ich fühle jetzt, dass die Zeit gekommen ist und dass ich jetzt fertig bin. Ich habe zehn Jahre nicht nur bei der SG gespielt, sondern mit der SG gelebt und das macht diese Entscheidung noch viel schwerer. Es fühlt sich teilweise an, als würde man sich von einem Teil der Familie trennen. Ich bin sehr froh, sehr dankbar für alles was ich mit der SG erleben durfte und immer noch darf, für alle Menschen, die ich hier kennengelernt habe und ich hoffe auch, dass ich in Zukunft viele dieser Beziehungen halten kann.“

Tobias Karlsson ist derzeit in seiner elften Spielzeit bei den Nordlichtern. Bereits seit der Saison 09/10 trägt der 
Schwede das Trikot des deutschen Meisters und gehört als Kapitän zu den absoluten Anführern und Taktgebern der SG Flensburg-Handewitt. Groß geworden ist Tobias Karlsson bei Hästö IF, bevor es über Stavanger in Norwegen zu Hammarby IF ging. 

Eine Verletztenmisere beim großen Flensburger Rivalen, dem THW Kiel, war die erste Bewährungsprobe des 37-Jährigen, der auf Leihbasis einen Kurzauftritt in der Bundesliga hatte.

Nach nur einer Spielzeit in Nordhorn verschlug es Karlsson in der Folge an die dänische Grenze und zur SG Flensburg-Handewitt, wo er zum Abwehrchef und absoluten Kulturträger gereift ist.

Nun wird es zurück in die Heimat gehen.


Timo Fleth

Mehr Reaktionen und Stimmen zur Personalie Tobias Karlsson am Mittwoch hier und in der Flensborg Avis 

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