13.05.2019

Slesvig IF macht den Abstiegskampf spannend

Fußball

Nur selten konnten Cedric Nielsen (Mitte) und die SdU-Kicker von Slesvig IF so viel Dynamik gegen den TSV Nord Harrislee entwickeln. Foto: Tim Riediger

Harrislee. Das war ein Auftritt, der den Möglichkeiten der SdU-Fußballer von Slesvig IF nicht entsprochen hat. Der zweifelsohne wenig souveräne Unparteiische erleichterte das Unterfangen der Schleswiger beim abstiegsbedrohten TSV Nord Harrislee sicherlich nicht, aber mit der fehlenden Bewegung, Willen und Leidenschaft hatte der Schiedsrichter bei der 0:2-Niederlage nichts zu tun. Entsprechend angefressen war SIF-Trainer Finn Petersen nach dem Schlusspfiff.

»Das war nichts. Ich verstehe es auch nicht, das war wieder das komplett andere Gesicht meiner Mannschaft. Dass wir in der Tabelle zwischen Himmel und Hölle liegen, macht es uns augenscheinlich schwer, immer alles abzurufen«, so Petersen sinnierend. 


Von Beginn an schafften es die Gäste nicht, den Ball sauber in die Spitze zu bringen. Zum einen, weil es an Bewegung fehlte und zum anderen, weil die Genauigkeit im Passspiel nicht vorhanden war. Die bissigen und leidenschaftlichen Gastgeber witterten dabei sofort Morgenluft und drückten die SdU-Kicker weit in ihre eigene Hälfte. Wirkliche Möglichkeiten, wenn es sie denn gab, entsprangen dem Zufall. 

Aus genau so einem entstand auch der Führungstreffer der Heimmannschaft. Ein zu kurz abgewehrten Eckball landete im zweiten Versuch vor einem vollkommen freistehenden Daniel Bennet Rabenseifner (38.), der aus acht Metern unbedrängt den Ball an SIF-Keeper Kenny Koch vorbei in die Maschen schieben konnte. 

Der Schlussmann der Gäste schwang sich in der Folge zum Abstand besten Akteur der SdU-Kicker auf und rettete mit gleich mehrfachen Glanzparaden in der Folge das Ergebnis. Doch beim Treffer von Simon Dobermann (45.) direkt vor dem Pausenpfiff war auch Koch chancenlos. Ein Ball in die zu weit aufgerückte Hintermannschaft der Gäste reichte dabei aus und der Nord-Stürmer tauchte frei vor dem SIF-Gehäuse auf. Der 0:2-Rückstand der Gäste zur Pause war entsprechend verdient. 

Die Phase nach dem Seitenwechsel gehörte dann zu den besten von Slesvig IF. Mit mehr Engagement und Bereitschaft wurde versucht das Spielgeschehen weiter nach vorne zu Verlagern. Das gelang auch, aber richtige Hochkaräter blieben dennoch Mangelware. 

Aussichtslos wurde es dann in der Folge, als Erik Wegner (77.) für eine vermeintliche Tätlichkeit frühzeitig zum Duschen geschickt wurde. SIF-Trainer Petersen war zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Innenraum verbannt worden. Die Chancen der Gastgeber häuften sich, aber Kenny Koch bewahrte seine Mannschaft vor weiterem Unheil. 

SIF-Verteidiger Max Reimann (90.) musste sich in der Schlussphase ebenfalls vorzeitig verabschieden und mit einer gelb-roten Karte den Platz verlassen. 

»So haben wir immerhin den Abstiegskampf wieder spannend gemacht. Das genügt unseren Ansprüchen aber nicht. Die Punkte hätten wir auch mit der Post schicken können«, pendelte Finn Petersen zwischen Ärger und Galgenhumor. 

Am kommenden Spieltag steht der letzte Heimauftritt für Slesvig IF auf dem Programm. Gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten SV Blau-Weiß Löwenstedt bedarf es aber eines anderen Auftretens, wenn die Abschiedssause nicht nur ein laues Lüftchen werden soll.

Timo Fleth

Statistik

TSV Nord Harrislee: Sievers - Rabenseifner, Wuske, Sonnberg (70. Scharf), Dobermann, Stephan (90. Wessel), Weishaupt (86. Henningsen), Kuhls, Ahmadi, Lambach, Regazzo.

Slesvig IF:Koch - Husfeldt (52. Erdmann), Reimann, Gottschalk, Hagelüken (72. Ewers), E. Wegner, Hammerich (46. Morten Wegner), Jost Jacobsen, Jesse Jacobsen, Lindhardt, Nielsen.
Rote-Karte: Erik Wegner (77./Tätlichkeit/SIF)
Gelb-Rote Karte:Max Reimann (90./wiederholtes Foulspiel/SIF)
Schiedsrichter:Nicholas Köcher.

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