22.08.2018

Supercup: Meister unterliegt Pokalsieger

Handball

Holger Glandorf (M) wird von Jannik Kohlbacher (l) und Alexander Petersson (r) von den Rhein-Neckar Löwen unsanft gestoppt. Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf. Die SG Flensburg-Handewitt muss weiter auf ihren dritten Supercup-Titel warten. Zum neunten Mal war der Meister beim Spiel um die prestigeträchtige Trophäe dabei, zum siebten Mal gab es eine Niederlage. Gegen den DHB-Pokalsieger aus Mannheim, die Rhein-Neckar Löwen, unterlag das Team von Trainer Maik Machulla am Mittwochabend mit 26:33 (16:18). Während die Löwen zum dritten Mal in Serie den Supercup holten, verpasste die SG durch diese Niederlage auch den ersten Pokal der neuen Saison. 

»Der Sieg war absolut verdient«, gestand SG-Rechtsaußen Lasse Svan direkt nach dem Spiel. Noch vor der Siegerehrung beglückwünschte er die Löwen und hatten den Grund für die Niederlage parat: »Wir haben zu viele Fehler gemacht.« Dabei bezog der Däne sowohl die Abwehr als auch Offensive mit ein. 

Die SG Begann mit Ausnahme von Keeper Benjamin Burić, der erst in diesem Sommer an die Förde kam, mit ihrer Meister-Startformation. Im Mittelblock deckte Anders Zachariassen an der Seite von Kapitän Tobias Karlsson und auch sonst griff Machulla auf altbewährte Kräfte der Vorsaison zurück. Die Flügelzange bildeten Lasse Svan und Hampus Wanne und im Rückraum dirigierte Jim Gottfridsson (wechselte mit Karlsson zwischen Angriff und Abwehr) seine Nebenleute Rasmus Lauge sowie Holger Glandorf.
Auffälligster SG-Akteur war zunächst Zachariassen. Die Löwen-Deckung bekam den quirligen Dänen nicht in den Griff und er traf bis zur Pause drei Mal. Beim Stande von 6:7 (10.) aus SG-Sicht warf er allerdings auch einmal freistehend übers Tor. Dies bestraften die Löwen in Person von Andy Schmid sofort mit dem 8:6. Überhaupt nutzte der Pokalsieger jede noch so kleine Schwäche der SG sofort und eiskalt aus. Meist lag die Angriffsfläche in der Defensive der Flensburger, wo die Abstimmung noch nicht passt. Obwohl Burić einen Siebenmeter von Gudjon Valur Sigurdsson entschärfte (15./8:8), ging er nach 20 Minuten entnervt vom Feld. Er hatte nur zwei weitere Paraden zu verzeichnen. Auf mehr brachte es Torbjørn Bergerud bis zur Pause auch nicht.
Da die Mannheimer ebenfalls einigen Sorgen in der Abwehr hatten, war es ein insgesamt torreiches Spiel. Beide Teams drückten im Angriff ungemein aufs Tempos und so entstand die 18:16-Pausenführung der Löwen. Insgesamt hatte sich der zweifache Supercup-Titelverteidiger weniger Fehler geleistet und lag deshalb verdient vorne.

Nach der Pause kehrte bei der SG Burić ins Tor zurück. Auch Glandorf, der vor dem Wechsel kurzzeitig von Magnus Rød ersetzt worden war, stand wieder auf der Platte. Hier lief nun in wenigen Minuten alles gegen die SG. Im Löwen-Angriff zauberte Schmid und hinten machte Mikael Appelgren sein Tor für einigen Angriffe zu. Die Süddeutschen zogen auf 21:16 (33.) davon. 

Da Burić langsam besser ins Spiel kam und der SG mit einigen Paraden vermehrt Tempogegenstöße ermöglichte, hieß es plötzlich nur noch 20:22 (38.) aus Sicht des Meisters. Wieder tat sich Zachariassen als Torschütze hervor. Sein Teamkollege Hampus Wanne ließ zwei Chancen liegen, ansonsten wäre in dieser Phase noch mehr drin gewesen. Zum Glück für die SG ließen die Löwen aber nochmal locker und ermöglichten das 22:24 (41.). Mit zwei Zeitstrafen brachte sich Flensburger nun selber in Bedrängnis, da half auch eine weitere Siebenmeter-Parade von Burić, diesmal gegen Schmid, nichts.
Dichter als auf zwei Tore kam die SG bis Spielende nicht mehr heran. Nach dem 24:26 (47.) zogen die Löwen auf 30:25 davon. Machulla nahm eine Auszeit. In der Schlussphase konnte sein Team keine Aufholjagd mehr starten.
Bis Sonnabend hat die SG nun Zeit, die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison zu verarbeiten. Dann geht es im nächsten Wettbewerb, der Bundesliga erstmals um Punkte. Um 20.30 Uhr (live Sky) gastiert der Meister bei GWD Minden.
»Aus der ersten Halbzeit können wir viel mitnehmen, da lief unser Angriff gut. In der Abwehr, da besteht kein Zweifel, müssen wir uns noch besser finden, aber ich habe keine Angst die Löwen in dieser Saison in anderen Wettbewerben wiederzusehen. Wir werden uns noch steigern«, so Svan zum Abschluss.

Ruwen Möller

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Statistik

SG Flensburg-Handewitt: Burić, Bergerud – Karlsson, Golla n. e., Hald 1, Glandorf 3, Svan 1, Wanne 2, Jeppsson 1, Jøndal 1/1, Steinhauser n. e., Zachariassen 6, Gottfridsson 5, Lauge 4, Baijens n. e., Rød 2
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka n. e. – Schmid 10/1, Lipovina n. e., Sigurdsson 8, Radivojevic n. e., Tollbring 1/1, Abutovic, Mensah Larsen 1, Fäth 2, Groetzki 3, Taleksi n. e., Guardiola, Petersson 5, Nielsen, Kohlbacher 2
Zuschauer: 8078 im ISS Dome Düsseldorf
Schiedsrichter: Peter Behrens/Marc Fasthoff
Siebenmeter: 1/1:4/2 (Burić hält gegen Sigurdsson und Schmid)
Zeitstrafen: 3:1 (Rød 2, Lauge - Abutovic)