Thule Kolberg rettet SIF

Fußball Verbandsliga Nord

Marc Reese
20. August 2018, 08:20 Uhr

Thule Kolberg (re.) war am Ende nicht mehr zu halten. Der 20_Jährige glich zum 3:3 aus und erköpfte am Ende den 4:3-Sieg. Foto: Lars Salomonsen

Schleswig. Bei Spielen von Fußball-Verbandsligist Slesvig IF kommt momentan keine Langeweile auf. Nachdem die Mannschaft von Trainer Finn Petersen am Vorwochenende einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg umgemünzt hatte, gelang nun am Samstag ein ähnliches Kunststück. Durch zwei Treffer von Thule Kolberg in der Endphase (80./90.) machten die Gastgeber gegen den FC Tarp-Oeversee aus einem 2:3-Rückstand einen 4:3-Sieg. 


»Du darfst halt nie aufgeben«, sagte Finn Petersen, der nach vier Spieltagen mit SIF auf Tabellenplatz zwei (9 Punkte) steht. 21 Tore (Torverhältnis 11:10) fielen bereits in Liga-Spielen mit SIF-Beteiligung. So viele wie bei keiner anderer Mannschaft.
Warum das so ist, zeigte sich beispielhaft am Sonnabend. SIF erwischte einen guten Start. Bereits in der sechsten Minute hatte Thule Kolberg eine Großchance, seinen Heber aber ahnte Gäste-Keeper Yannik Peter Osbahr. Das Zuspiel auf Kolberg kam von Cedric Nielsen, dem vom TSV Friedrichsberg geholten Neuzugang, der sich in der Vorbereitung ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub verletzte, nach überstandener Schulterverletzung aber nun sein Debüt im SIF-Trikot gab. Und wie in der 8. Minute war der Rotschopf mit der Hacke zur Stelle und besorgte die frühe 1:0-Führung. 

Und wieder war es Cedric Nielsen

Cedric Nilesen (li.) traf bei seinem Ligadebüt für SIF gleich doppelt.

Der Dämpfer aber folgte alsbald. Nahe der rechten Strafraumgrenze bekam SIF Ball und Gegner nicht unter Kontrolle. Tarps Björn Bastian passte nach innen, SIF-Verteidiger Florian Voelkner rutschte weg, und der mutterseelenallein heranrauschende Roy Thom knallte das Leder ins Tornetz (1:1/20.).
In einem kampfbetonten Spiel bemühten sich beide, bis zur 36. Minute aber passierte wenig in den Strafräumen. Dann aber schepperte es erneut im Tarper Tor. Und wieder war es Cedric Nielsen, der diesmal ein Zuspiel von Erik Wegner nutzte (2:1).
Die Tarper, die durch Thom noch eine Chance hatten (40.), kamen zeitig aus der Kabine. Die Mannschaft von Trainer Dennis Pienack wollte mehr. Und sie bekam mehr. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff lief Jannik Berndt seinem Gegenspieler Jost Jacobsen mit dem Ball am Fuß auf und davon, seinen Pass in die Mitte verwandelte Thom mit seinem zweiten Treffer zum 2:2 (47.). 

Immer wieder hält Kenny Koch

Immens wichtige Parade: Kenny Koch pariert gegen den fretstehenden Björn Bastian. Foto: Lars Salomonsen

In der 50. Minute verhinderte der aufmerksame Kenny Koch im SIF-Tor schlimmeres (50.). Fünf Minuten später war aber auch er machtlos. Eine Flanke von Marcus Andresen köpfte Andre Beutel am langen Pfosten zur 3:2-Gästeführung ein. Jetzt folgte einer Chance der nächsten. Die direkte Chance zum Ausgleich nach Linhardt-Flanke vergab SIF (57.) ebenso wie in der 61. Minute Jesse Jacobsen, der aus bester Position über das Tor zielte.
Davor aber hatte SIF Glück und Kenny Koch, denn Björn Bastian vergab aus guter Position das 4:2.
Nach einem heftigen SIF-Patzer tauchte dann Jannik Berndt allein vor Koch auf, der auch diese Tarper Chance zunichte machte (72.). Auch Sven Hansen (73.) brachte das Leder schlicht und einfach nicht an Koch vorbei.
Das sollte sich für den FC Tarp-Oeversee böse rächen. Nach einem schön vorgetragenen Angriff landete die finale Abgabe des eingewechselten Nils Möhlenbrock bei Thule Kolberg, der zum 3:3 traf (80.). Nach einem Freistoß von Max Reimann köpfte Kolberg sein Team komplett ins Glück (4:3/90.).

»Den Bann gebrochen«

SIF-Cheftrainer Finn Petersen (Mitte) freut sich, dass Tarp-Oeversee endlich bezwungen werden konnte. Foto: Lars Salomonsen

»Wichtig ist, das wir den Bann gegen Tarp gebrochen haben, denn gegen die tun wir uns immer schwer. Wichtig für den Sieg war die Umstellung auf Dreierkette mit zwei Stürmern vorne. Ich freue mich für Thule, dass er die Tore gemacht hat. Er ist das Talent überhaupt bei mir«, sagte Finn Petersen, der hofft, dass SIF »wieder eine richtige Heimmannschaft« wird. Vielleicht ja auch Dienstag. Im Kreispokal-Achtelfinale kommt Oberligist TSB Flensburg (19 Uhr). »Ich sehe das als Lehrspiel. Wenn uns aber eine Überraschung gelingen sollte, um so besser«, sagte Petersen.

Marc Reese mr@fla.de
Slesvig IF: Koch - Reimann, Voelkner (90. Ewers), Markhoff, Jost Jacobsen (70. Möhlenbrock) Wegner, Kolberg (90. Stamm), Kraushaar, Nielsen, Jesse Jacobsen, Linhardt
FC Tarp-Oeversee: Osbahr - Bastian, Lorenzen, Jessen - Beutel (67. Schwarz), Kütemann, Gertz (89. Pohl), Andresen, Hansen - Thom, Berndt (76. Specht).
Schiedsrichter: Mirko Kurras