Schmäschke: »Ideen nicht ausgereift«

Neue Superliga im Gespräch

20. Januar 2016, 07:10 Uhr

Flensburg. Steht dem europäischen Spitzenhandball eine drastische Veränderung bevor? Das »Handelsblatt« hatte kürzlich über Pläne einer Investorengruppe um den im internationalen Profihandball gut vernetzten Spieler-Berater Wolfgang Gütschow zum Aufbau einer »Superliga« berichtet.

Dem Plan zufolge soll eine internationale Serie mit zwölf Top-Teams die Champions League ersetzen und ab 2019 parallell zur Bundesliga starten. Gütschow fungiert als Verwaltungsrats-Präsident der »Premier Handball League AG« (PHL), dessen Eintragung ins Handelsregister Zürich im November erfolgte. Während Thorsten Storm, Geschäftsführer von Rekordmeister THW Kiel, die Pläne der Investoren gegenüber dem SID als »Riesenchance für unseren Sport« bezeichnete, äußert sich Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt, zurückhaltend. 

»Ich bin stets offen für neue Ideen. Diese Ideen müssen dann aber auch ausgereift sein und ich sehe diese nicht als ausgereift an. Ich will erst Konkretes sehen«, sagte Dierk Schmäschke im Gespräch mit Flensborg Avis. Die SG sei »informiert darüber, dass es solche Ideen gibt«, eine offizielle Anfrage habe der Verein aber nicht erreicht. Schmäschke betont außerdem, dass die Bundesliga keinen Schaden durch neue Vorhaben nehmen dürfte: »Wir haben eine starke Bundesliga, die über Jahrzehnte gewachsen ist«, sagte der 57-Jährige. Viel wichtiger findet Schmäschke im Augenblick eine »Terminplan-Reduzierung«. Gerade Spitzenspieler wie die der SG hetzen durch Einsätze in DHB-Pokal, Bundesliga, Champions-League und bisweilen sogar mit ihren Nationalmannschaften von Spiel zu Spiel.