UPDATE #2: SG und Vranjes gehen getrennte Wege

Handball

01. Februar 2017, 13:09 Uhr

Ljubomir Vranjes geht vorzeitig. (Foto: Archiv)

Flensburg. Jetzt ist es offiziell: Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt und Trainer Ljubomir Vranjes beenden ihr Vertragsverhältnis zum 30. Juni 2017. Dies teilte der Verein am Mittwoch in einer Presseerklärung mit.
Dort heißt es: »Das bis zum 30.06.2020 bestehende Vertragsverhältnis zwischen der SG und Trainer Ljubomir Vranjes endet vorzeitig. Der 43-jährige schwedische Cheftrainer wird nach elf Jahren bei der SG, zuerst als Spieler (2006-2009), dann als sportlicher Leiter und seit 2010 in Funktion des Cheftrainers, die SG zum 30.06.2017 verlassen. In Anbetracht der großen Verdienste von Ljubomir Vranjes für die SG entspricht die SG damit dem Wunsch des Trainers.« 

Vranjes hatte am 12. September 2015 seinen Vertrag bis 2020 vorzeitig verlängert. Zuvor hatte er Angebote von Paris Saint-Germain und dem Deutschen Handball-Bund ausgeschlagen. Dem Angebot von Veszprém (wir berichteten mehrfach) konnte und wollte der Schwede jetzt allerdings nicht widerstehen.

Letzten Endes hat die SG einer Freigabe zum 30. Juni 2017 zugestimmt. In der Pressemitteilung heißt es weiter: »Die SG will dem Erfolgstrainer nicht im Wege stehen, wenn er jetzt eine neue Herausforderung sucht. Über die Vertragsbestandteile wurde gemeinsam Stillschweigen vereinbart, ebenso über die Höhe einer möglichen Ablösesumme.«

Zu einem möglichen Nachfolger machte der Verein ebenfalls keine Angaben.
Vranjes holte als SG-Trainer den Europapokal der Pokalsieger 2012, den Super Cup Sieg 2013, die Champions League 2014 und den DHB-Pokal 2015.

Stimmen zum Vranjes-Abgang

SG Trainer Ljubomir Vranjes:
»Nach Monaten reiflicher Überlegung bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nach elf Jahren in der SG Familie diese neue Herausforderung annehmen muss, – auch wenn es die bisher schwerste sportliche Entscheidung meines Lebens ist. Es gibt mehrere Gründe, warum ich um eine Freigabe gebeten habe, eine der wichtigsten ist mein Privatleben. Deswegen bedanke ich mich bei der SG, dass sie meinem Wunsch nachgekommen ist. Ich werde zusammen mit meinen Jungs die letzten Monate Vollgas geben, um uns und euch alle mit einen würdigen Abschied zu ehren.«

SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke:

»Nach reiflicher Überlegung gemeinsam mit dem Beirat sind wir zu dem Entschluss gekommen, Ljubomir Vranjes die gewünschte Freigabe zu erteilen. Ljubo hat in den vergangenen Jahren hier einen sehr professionellen Job gemacht und großartige Erfolge zusammen mit der Mannschaft erreicht und wird diese Arbeit auch bis zum Ende dieser Saison mit vollem Engagement fortführen. In den letzten Jahren sind immer wieder Anfragen von anderen Vereinen und Verbänden für die Personalie Ljubomir Vranjes an uns herangetragen worden, die wir schlussendlich aber immer gemeinsam abgewendet haben. Nachdem uns Ljubomir Vranjes erneut um Freigabe gebeten hat, sind wir nun zu dem Entschluss gekommen, ihm diese für den Wechsel nach Veszprém zu erteilen. Bis zum Ende dieser Saison werden wir als Verein mit Ljubomir Vranjes konzentriert unsere Saisonziele weiterverfolgen und alles dafür tun, diese schlussendlich auch zu erreichen. Über eine mögliche Nachfolge werden wir keinerlei Wasserstands-Meldungen oder Zeitpläne veröffentlichen. Fans und Förderer unserer SG können sicher sein, dass wir zum Wohle der SG und unserer Mannschaft intensiv nach der bestmöglichen Lösung suchen werden, die uns auch zukünftig in der europäischen Spitze hält.«

SG-Beiratsvorsitzender Boy Meesenburg:

»Strategisch haben sich Geschäftsführung und Beirat der SG Flensburg-Handewitt vor ca. anderthalb Jahren auf eine längerfristige Zusammenarbeit mit Ljubomir Vranjes bis 2020 ausgerichtet. Aufgrund der Bitte von Ljubomir Vranjes um Freigabe haben wir uns in intensiven Gesprächen mit SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke nun dennoch entschieden, dem Wunsch von Ljubomir Vranjes nachzukommen. Der jetzige Zeitpunkt ermöglicht es uns frühzeitig neue zukunftsweisende Entscheidungen treffen zu können. Die SG Flensburg-Handewitt ist seit Jahrzehnten ein Verein von europäischer Spitzenklasse. Daher wird es auch eine gute Nachfolgelösung geben, das verspreche ich. Als großer Fan und Förderer von Ljubo bin ich enttäuscht über sein frühzeitiges Ausscheiden aus seinem Vertrag, aber dankbar für seine Arbeit für unsere SG. Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht nur in dieser Saison, sondern auch in Zukunft Titel und Spitzenhandball in unserer Region erleben werden.«

SG-Kapitän Tobias Karlsson:

»Die Nachricht von einem möglichen Weggang von unserem Trainer geisterte ja schon seit mehreren Wochen durch die Medien. Nun haben wir als Mannschaft Gewissheit und wissen woran wir sind. Wir werden uns jetzt nach der Weltmeisterschaft als Mannschaft nur noch auf die kommenden Monate in der aktuellen Saison konzentrieren. Wir haben mit dieser Mannschaft und in dieser Saison noch sehr große Ziele, die wir erreichen möchten. Nach so vielen gemeinsamen Jahren mit Ljubo und so viel zusammen verbrachter Zeit fällt ein Abschied natürlich nie leicht, aber über Abschied und die neue Saison machen wir uns als Spieler erst dann Gedanken, wenn es soweit ist. Wir vertrauen der Vereinsführung der SG, dass es eine gute Lösung nach Ljubo geben wird.«