Vranjes' Rotation

SG Flensburg-Handewitt

08. März 2016, 07:30 Uhr

Thomas Mogensen kam gegen PSG nicht zum Einsatz. (Foto: Tim Riediger)

Flensburg/Paris. Da waren selbst die eingefleischten SG-Fans - von denen rund 150 mit nach Paris gereist waren - und Flensburg-Kenner überrascht. Ljubomir Vranjes, Trainer der SG Flensburg-Handewitt, verzichtete gegen Paris St. Germain auf Thomas Mogensen. Und das nicht etwa weil der Däne verletzt oder angeschlagen war. Vranjes verordnete ihm schlicht eine Pause. 

Während die Teamkollegen ackerten und kämpften, saß Mogensen in Jeans und grauem Polo-Hemd auf der Tribüne. Von dort aus musste er die 32:35-Niederlage seiner Farben bei PSG mit ansehen. Es müssen Höllen-Qualen für das 33-jährige Energie-Bündel gewesen sein. Mogensen kennt eigentlich nur Vollgas und er ist immer ein Vorbild an Einsatz. Gleiches gilt für seinen Charakter und daher wundert es nicht, dass er trotz der Zwangs-Auszeit kein Böses Wort verliert. »Ich werde mich nie daran gewöhnen können, nicht spielen zu dürfen, aber ich akzeptiere es. Ich möchte daraus keine große Sachen machen, denn es ist keine«, so Mogensen. »Ich will einfach immer der Mannschaft helfen. Wir sind jedoch viele in dieser Saison und unser Programm ist hart. Der Kopf will immer spielen, aber für den Körper ist eine Pause vielleicht mal ganz gut«. Doch was war tatsächlich der Grund? »Die Frage muss Ljubo beantworten«, so Mogensen. Und das tat Ljubomir Vranjes, als er die Umkleidekabine in der Halle George Carpentier verließ: »Mit Thomas hätten wir vielleicht gewonnen, es war meine Entscheidung ihn nicht spielen zu lassen«, so der Coach der SG. »Wir hatten einen fantastisch schweren Februar in dem Thomas gut gespielt und das Team gezogen hat. Diesmal war es an der Zeit, dass er pausiert. Es war auch gut für seinen Kopf nicht zu spielen«, so Vranjes, dessen Team nicht nur von Paris sondern auch von diversen eigenen Umstellungen mental extrem gefordert war.

Vertrauen geben

»Ich kann einiges anders machen als Trainer, anders coachen«, so Vranjes selbstkritisch, »aber ich wollte all meinen Spielern Vertrauen geben. Jeder soll sich entwickeln, dafür bin ich verantwortlich und für die Zukunft ist das wichtig.« Deshalb ließ der Schwede auch Jacob Heinl nach seinem kurzen Comeback vor einigen Wochen gegen den THW Kiel diesmal von Beginn an ran. »Jacob hat richtig gut trainiert und es sich deshalb verdient zu spielen, auch von Anfang an«, so Vranjes. »Außerdem muss ich eine Antwort von seinem Körper haben«. Heinl war über ein Jahr lang ausgefallen und ist erst seit der Winterpause wieder komplett im Spielbetrieb. Am Ende der Saison läuft sein Vertrag aus. Mit seiner Rotation will Vranjes dafür sorgen, dass bis dahin noch möglichst viele Höhepunkte auf die SG warten. Und an denen soll dann auch Mogensen wieder mitwirken. »Wenn wir in Köln spielen (dort wird das Final4 in der Champions League ausgetragen/Red.) werde ich natürlich nicht so agieren lassen wie in Paris«, so Vranjes im Nachhinein zu seiner Aufstellung und den vielen Wechseln. »Doch bis dahin gehe ich meinen Weg«. Auch wenn der hin und wieder persönlich steinig ist - Mogensen und Co. gehen ihn mit. »Ich hätte sogar mit einem gebrochenen Arm Probleme nur zuzusehen«, so Mogensen. Vranjes dazu: »Schön zu wissen«. 


Ruwen Möller 

Angeschlagen

SG-Torwart Kevin Møller kam in Paris nur zu einem Kurzeinsatz. Er verletzte sich am linken Knie. Eine genaue Diagnose wird es nach der Rückkehr am Montag und einer genauen Untersuchung geben.