Der dritte Anlauf

SG Flensburg-Handewitt in der Champions League

23. Oktober 2015, 19:20 Uhr

Die Ideen und der Antrieb von Thomas Mogensen (in blau) wurden beim letzten Auftritt in Plock schmerzlich vermisst. Diesmal ist der Däne dabei. (Foto: Lars Salomonsen)

Flensburg. Wie heißt es so schön - aller guten Dinge sind drei. Sonntagabend gegen halb acht wird die SG Flensburg-Handewitt wissen, ob diese Sprichwort in der Königsklasse auf sie zutrifft. In der Vorrunden-Gruppe A ist der Sieger von 2014 bei Wisla Plock zu Gast und möchte im dritten Anlauf den ersten Sieg der Saison in der Fremde feiern. Was bei den Titel-Anwärtern in Vespzrém und beim THW Kiel nicht gelang, soll nun also beim polnischen Vizemeister geschafft werden. 


Doch die SG ist gewarnt. In der Vorsaison unterlag Flensburg mit 29:31 in Plock. Es war seinerzeit das letzte Gruppenspiel und Flensburg belegte Rang vier hinter den Polen. Damals waren die Vorzeichen jedoch gänzlich anders als am Sonntag. Die SG musste im Februar u.a. auf Thomas Mogensen, Jacob Heinl, Holger Glandorf und Jim Gottfridsson verzichten. Die Personalsituation war so angespannt, dass Co-Trainer Maik Machulla auflief und Ljubomir Vranjes ebenfalls mit einem Einsatz geliebäugelt hatte. Soweit kam es nicht und heute kann der SG-Trainer deutlich entspannter an die Aufgabe gehen. Mit Jacob Heinl, Anders Zachariassen und Jim Gottfridsson sowie Kresimir Kozina (noch nicht spielberechtigt im Europacup) fehlen zwar auch diesmal wieder einige Akteure, die SG hat jedoch bekanntlich deutlich an Breite im Kader hinzugewonnen. Dennoch wird es alles andere als eine leichte Aufgabe weiß Vranjes und warnt im Vorfeld: »Plock hat eine sehr gute Mannschaft, die im Angriff äußerst variabel spielt. Sie finden Lösungen, die sonst kaum jemand hat. Es ist ein unbequemer Gegner.« Die Mannschaft von Trainer Manuel Cadenas, den Vranjes sehr schätzt und für einen »richtig guten Coach« hält, hat dies im bisherigen Verlauf der Königsklasse bewiesen. 

Zum Auftakt gab es ein Unentschieden zu Hause gegen Veszprém. In Paris hielten die Polen lange gut mit und gewannen in Celje. Gegen Kiel gingen sie in eigener Halle allerdings unter und zuletzt gab es eine Niederlage in Zagreb. »Zwischendurch hatten sie einen Hänger, aber das haben alle Mannschaften mal«, so Vranjes. »Sie haben richtig gute Leute. Es gibt zwar keinen Weltklasse-Mann, keinen Superstar, aber viele Nationalspieler.« Der Russe Dmitry Zhitnikov hat international den wohl größten Namen und spielt auf der Rückraum-Mittelposition. Hier fehlt der SG weiterhin der Schwede Gottfridsson. Während sich die Teamkollegen am Sonnabend über Warschau auf den Weg nach Plock machen, ist Gottfridsson bereits in seine Heimat gereist. Hier wird er sich bei den Ärzten vorstellen, die in der vergangenen Saison seine beiden Mittelfußbrüche behandelt haben. Die SG wartet seit Tagen auf eine Diagnose und ist darüber wenig erfreut. Gottfridsson, der vor Kurzem gegen Istanbul umgeknickt war, hat zwar keine Schmerzen. Es soll jedoch kein Risiko eingegangen werden und deshalb will sich sein Verein absichern. Daher nun der persönliche Besuch bei den Medizinern. »Wenn alles okay ist, kommt er direkt nach Gummersbach und kann sofort spielen«, so Vranjes, der am Montag mit seinem Team nicht zurück nach Flensburg, sondern an den nächsten Spielort weiterreist. Am Mittwoch tritt die SG im DHB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Gummersbach an. »Ein Handballspiel dauert 60 Minuten, aber die langen Reisen sind eine noch extremere Belastung für die Jungs. Deshalb sparen wir uns diesmal die Heimfahrt«, so Vranjes, der aber noch keinen Gedanken an die Pokalpartie verschwendet. »Erstmal wollen wir uns in Plock so gut wie möglich verkaufen und wie immer natürlich versuchen zu gewinnen«, so Vranjes.