Handball

Der Rahmen steht - aber noch ohne TV

Ruwen Möller
15. Juli 2020, 13:58 Uhr

Wer zeigt die Champions League in der neuen Saison. Archivfoto dpa

Flensburg/Wien. Zwei Monate vor dem geplanten Start der neuen Champions-League-Saison im Handball gibt es noch keinen deutschen TV-Sender für die Übertragung der Spiele. Auch für die European League steht bislang kein deutscher Fernsehsender oder Streamingdienst fest. Die Verhandlungen mit potenziellen Interessenten für den deutschen Markt laufen, wie ein Sprecher der Europäischen Handball Föderation (EHF) auf Nachfrage mitteilte.

»Wir sind zuversichtlich, dass diese zum Start der neuen Saison auch erfolgreich abgeschlossen sein werden«, hieß es.
Die ersten Partien sind für den 16. und 17. September vorgesehen. Der deutsche Meister THW Kiel sowie die SG Flensburg-Handewitt nehmen an der Königsklasse teil.

Und für diese steht inzwischen auch der Rahmen-Terminkalender. Laut EHF Champions League-Homepage trifft die SG demnach zum Auftakt in einem Heimspiel auf den in Finanznot geratenen Club Kielce aus Polen um den deutschen Nationalkeeper Andreas Wolff. Eine Woche später geht würde es für die SG nach Paris gegen Mikkel Hansen, Henrik Toft Hansen und Co. gehen. Der THW beginnt in Zagreb und hat im ersten Heimspiel Nantes zu Gast. 

Ob der Start in die Champions League aber tatsächlich wie geplant ablaufen kann, scheint derzeit ungewiss. Aktuell gibt es neue Reisebeschränkungen für Länder wie Serbien, Montenegro und Luxembourg. Zudem ist trotz der neuesten Lockerungen in Schleswig-Holstein (ab Montag dürfen beispielsweise wieder 500 Menschen bei Veranstaltungen unter freiem Himmel teilnehmen) völlig unklar, ob mit oder ohne Publikum gespielt wird. In Hallen sind weiterhin nur Events mit bis zu 50 Personen zulässig. 
Diese Fragen sind ebenso noch zu klären, wie die nach einem TV-Sender. Sollte kein neuer Fernsehsender gefunden werden, können deutsche Handball-Fans die Spiele im Internet verfolgen. »Sollte es wider Erwarten keinen TV-Partner in Deutschland geben, ist die Gefahr eines "Blackouts" nicht existent, da dann die Partien über unsere neu aufgesetzte OTT-Plattform, EHFTV, frei empfangbar wären«, sagte der EHF-Sprecher.
Der Vertrag mit dem Pay-TV-Sender Sky war nur noch für die vergangene Saison in der Königsklasse gültig. Die Suche nach einem neuen TV-Partner verzögert sich wohl auch wegen der Corona-Krise. »Natürlich hat die Pandemie einen gewissen Einfluss gehabt und manche Entscheidungen des Marktes eventuell auch verzögert«, sagte der EHF-Sprecher. »Ob es aber Mindereinnahmen geben wird, lässt sich aktuell nicht sagen, da die Verhandlungen noch im Gange sind.«

Ruwen Möller/dpa