Die Monsterkicker von der Förde

Sportartencheck

08. Februar 2017, 15:30 Uhr

Ulrike Althoff und Mattis Losch (linke Tischseite) spielen in ihrem Vereinsheim hier gegen Jennifer Hanschmann og Jakob Kochhafen.(Fotos: Lars Salomonsen)

Flensburg. In der Toosbüystrasse 16 in Flensburg kann man jeden Montag und Freitag mit den besten Flensburger Kickerspielern trainieren. 


In dem kleinen Vereinsheim stehen drei Tische der Marke Leonhart, an denen unter anderem Schusstechnikken wie Abroller, Jets, Zieher und Schieber trainiert werden. Und dass es gerade ein Leonhart ist, ist nicht unwichtig. Ulrike Althoff und Mattis Losch gehören seit mehreren Jahren dem Monsterkickerklub Flensburg (MKK Flensburg) an und erklären warum: »Es gibt in der ganzen Welt fünf zugelassene Tische. Und auf jedem spielt es sich anders. Das ist so, als ob man Fußball einmal auf Rasen und das nächste Mal in der Halle spielt.«

WM in Hamburg

Für jeden der Tische gibt es Weltmeisterschaften, aber auch eine Weltmeisterschaft für alle Tische. Diese findet dieses Jahr in Hamburg statt. »Das wird schon ein Riesenereignis. Es werden 1000 Teilnehmer erwartet und die allerbesten Kickerspieler nehmen daran teil«, freut sich Ulrike Althoff auf den Ausflug nach Hamburg. Wenn die Flensburger nicht den Besten der Welt zusehen, spielen sie gerne selber Turniere und Meisterschaften und gehören dabei zur Crème de la Crème in Schleswig-Holstein.

Träumen vom Aufstieg

In der vergangenen Saison belegte eins der drei für MKK Flensburg startenden Teams, das Team »MKK Sparta«, den ersten Platz in der Schleswig-Holstein Liga und verpasste in der Relegation knapp den Aufstieg in die zweite Bundesliga. »Das wäre mein Traum. Wir wollen den Sprung in die zweite Liga schaffen. Ich denke, wir haben auch das Niveau dazu und könnten gut im vorderen Drittel mitspielen. Aber die Relegation ist das Allerschwerste und an dieser sind wir dieses Jahr knapp gescheitert«, erzählt Losch. Um noch besser zu werden, trainieren die Flensburger zwei bis drei mal pro Woche, spielen aber auch viele Turniere. »Wenn man will, kann man das ganze Jahr kickern. Für ein paar Euro Startgeld, darf man dann den ganzen Tag spielen«, erklärt der 33-jährige, der selbst in der Kneipe »Tableau« Turniere organisiert. »In den letzten drei Jahren haben über 600 Spieler an den Turnieren teilgenommen. Wenn nur ein Zehntel von den Spielern zu uns in den Verein kommen würde, wären wir überglücklich«, lädt der Gastronom gute wie schlechte Spieler in die Toosbüyer Strasse ein.

Sport für Jedermann

Kickern kann jeder. Da sind sich Alt-hoff und Losch einig. »Das ist eben der Spaß beim Kickern. Jeder, der zwei Hände hat, kann bei uns das Kickern lernen. Gerade am Anfang macht man schnell große Fortschritte und kann mit ein wenig Übung Sachen, die man selbst nie geglaubt hätte«, zeigt sich die 28-jährige optimistisch. Ein paar Vorraussetzungen sollte man jedoch erfüllen, fügt der Gastronom hinzu: »Man muss schon etwas geduldig sein, die Auge-Hand-Koordination spielt eine wichtige Rolle, genau wie die Reaktionsschnelligkeit. Am Wichtigsten ist die mentale Fitness. Gerade in Stresssituationen entscheiden kleine Fehler über Sieg oder Niederlage.«

Kneipensport

Zum Kickern sind übrigens beide durch Kneipenbesuche gekommen und das wirft gleich die nächste Frage auf. Seit 2012 spielen sie bei den Monsterkickern und sind beide der Meinung, dass Kickern und die Kneipe zusammengehören. Losch, der auch im Schleswig-Hollsteinischen Kickerverband mitwirkt, meint: »Der Verband will eigentlich vom »Kneipensport-Stempel« weg, aber ich finde das gehört dazu. Es geht in keinster Weise um Bier trinken vor oder nach den Spielen. Dies ist auf offiziellen Turnieren sogar verboten. Aber in den Flensburger Kneipen kann man überall kostenlos kickern und deswegen gehören die beiden Sachen für mich zusammen.« Althoff fügt noch hinzu:«Und genau in den Kneipen sehen wir immerwieder supergute Spieler und hoffen, dass sie zu uns in den Verein kommen. Hier können sie für einen kleinen Mitgliedsbeitrag das ganze Jahr gratis spielen und werden sogar noch von uns trainiert.« Was übrigens auch eher in der Kneipe und weniger in der Kickerszene vorkommt, ist das Fluchen. »Wer laut schimpft, bekommt auf Turnieren eine Strafe«, erklärt der passionierte Kickerspieler. Denn wenn es hart auf hart kommt, zählen hundertstel Sekunden über Sieg und Niederlage. Dann wird aus dem gemütlichen Kickern Hochleistungssport. 


Grit Jurack

Resümee:

I Flensborg spiller mange gode bordfoldboldspillere. En del af dem er medlem af bordfodboldklubben Monsterkickerklub Flensburg. De blev Slesvig-Holsten mestre i sidste sæson og var tæt på at rykke op i anden Bundesliga. Det bliver drømmen. Derfor går de også efter det i den ny sæson. Klubben inviterer alle til at spille med dem i deres lille klub i Toosbüystrasse 16. Og hvis man vælger at blive medlem, kan man for få penge spille alt, hvad man vil og får træning oven i købet. Men ikke kun i klublokalerne spiller medlemmerne. F.x. organiserer Mattis Losch turneringer i farens pub »Tableau«, hvor der i løbet af de sidste tre år deltog mere end 600 spillere.

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