12.07.2019

Ein Spiel, viele Geschichten

Fußball

Der Ball rollt am Wochenende im SHFV-Pokal. Foto: Lars Salomonsen

Flensburg. Es ist schon ein paar Tage her, dass sich die Husumer SV und der TSB Flensburg in einem Pflichtspiel gegenüberstanden. Zuletzt geschehen in der Verbandsliga-Saison 2014/15. Der TSB gewann beide Partien und wurde am Ende Meister. In der Saison 2019/2020 wird es das Duell nun gleich dreimal geben. Nach dem Aufstieg der Nordfriesen treffen sich beide Teams in der Oberliga Schleswig-Holstein wieder. Und bereits am Sonnabend (15 Uhr) geht es in der 1. Runde des SHFV-Landespokals gegeneinander. 

Es ist ein Spiel mit vielen Geschichten. Da wäre zunächst die rein sportliche Herausforderung für den TSB. Als zweifacher Vizemeister der SH-Liga sind die Gäste auf dem Papier sicherlich der Favorit, aber Hoymar Sörensen warnt. »Husum ist kein leichter Gegner und ich schätze sie stärker ein als in der Vorsaison«, so der TSB-Co-Trainer, der am Sonnabend Jan Hellström (Urlaub) an der Seitenlinie als Chefcoach vertreten wird. Sörensen macht seine Einschätzung vor allem an einer Personalie fest. Unter der Woche gab Landesliga-Meister Husum bekannt, dass Sebastian Kiesbye in die Stormstadt zurückkehrt. 

Purer Zufall

Der gefährliche Offensivspieler war in den letzten fünf Jahren für Flensburg 08 und nach der Fusion den SC Weiche Flensburg 08 II aktiv. Dank seiner 95 Treffer in 132 Oberliga-Spielen gehörte er zuletzt auch zum erweiterten Kader des Regionalliga-Teams, konnte sich dort aber nicht ernsthaft durchsetzen. Beruflich hat es ihn jetzt in seine Heimat zurückgeführt, und so kam der Wechsel zu seinem Jugendverein zustande. Besonders spannend dürfte das Aufeinandertreffen mit Nicholas Holtze werden. Gemeinsam mit dem TSB-Offensivmann bildete Kiesbye vor allem in der Saison 2016/17 das beste Angriffsduo in der Schleswig-Holstein-Liga. Beide erzielten seinerzeit über 20 Treffer. Doch Kiesbye ist nicht der einzige Ex-Flensburger in den Reihen der Hausherren. Mit Maximilian Waskow gibt es einen weiteren Neuzugang vom SC II und auch Fabian Arndt (SC-Regionalligateam), Dennis Emken sowie Marco Nagel haben einst in der Fördestadt gespielt. Nicht zu vergessen HSV-Trainer Torsten Böker, der von 2014 bis 2018 Cheftrainer von 08 bzw. der Zweiten des SC war.

»Das hat sich so ergeben. Die Jungs kommen entweder von hier oder arbeiten jetzt in der Gegend. Es ist aber bestimmt kein Nachteil, dass wir uns aus früheren gemeinsamen Tagen kennen«, so Böker. Neben Kiesbye und Waskow haben die Husumer mit Alexander Schmakow und Daouda Souma zwei junge Leute aus der eigenen Zweiten in den Oberliga-Kader geholt. Verlassen haben den Verein Luca Sander, Daniel Hornburg (beruflich), Fabian Wobig und Benjamin Gielow (eigene Zweite). Wobig, auch Spieler der SdU-Auswahl versucht nach anderthalb Jahren Verletzung bei seinem früheren Verein IF Tønning einen Neuanfang.

Erneuter Kreuzbandriss

Beim TSB stehen die bekannten fünf Neuzugänge für das Pokalspiel allesamt zur Verfügung. Mit Steffen Eglseder (Auslands-Aufenthalt) und Marcel Hill fehlen überhaupt nur zwei Spieler aus dem 26er-Kader der Gäste. Vor allem der Ausfall von Hill ist »bitter« wie Sörensen sagte. Hill hatte sich am vergangenen Wochenende bei einem Vorbereitungsturnier verletzt. Zwei Tage später stand die Diagnose fest: Kreuzbandriss. Es ist bereits der dritte in der Karriere des Kraftpakets, der dem TSB nun auf unbestimmte Zeit fehlen wird. Auch ohne den erfahrenen Hill ist für Sörensen am Sonnabend der Weg zum Erfolg klar. »Wir müssen zunächst läuferisch und in den Zweikämpfen das Spiel annehmen. Wenn wir im Laufe der Partie auch noch ein paar spielerische Elemente durchbringen können, hoffe ich, dass wir eine Runde weiterkommen.« Diese Hoffnung haben auch die Hausherren, die sich laut Böker »freuen«, dass es gegen den TSB geht. »Sie haben ein eingespieltes, routiniertes und erfahrenes Team. Das Spiel kommt für beide zu einem frühen Zeitpunkt und ist für beide ein erster Gradmesser, aber ich freue mich besonders für die Spieler, die schon lange bei uns sind, dass es nun regelmäßig solche Gegner gibt«.


Ruwen Möller 

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