02.12.2019

EM: Golla benötigt Geduld, Versteijnen auf dem Sprung

Handball

Johannes Golla (l.) wird wohl noch auf seine erste internationale Endrunde für Deutschland warten müssen. Foto: Tim Riediger

Stuttgart. Der eine ist bei der SG Flensburg-Handewitt gesetzt, der andere spielt so gut wie nie. Dennoch wird wohl nicht Johannes Golla sondern Niels Versteijnen zur Handball-Europameisterschaft im Januar fahren. Das liegt daran, dass Golla für Deutschland und Versteijnen für die Niederlande spielt. Fünf Wochen vor Beginn der EM hat Bundestrainer Christian Prokop drei Kreisläufern eine Teilnahme am Turnier garantiert. 

»Ich muss nicht groß darüber nachdenken, ob ich Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Jannik Kohlbacher mit zur EM nehme«, sagte Prokop im Interview des »Mannheimer Morgen« (Dienstag). »Das sind drei Topleute, die Woche für Woche ihre Leistung bringen, als Persönlichkeiten gereift und für uns unverzichtbar sind. Die drei Jungs werden dabei sein.« 

Bedeutet zugleich: Wenn Prokop nicht vier Kreisläufer mitnimmt, was sehr unwahrscheinlich ist, wird für Johannes Golla nur die Reservistenrolle bleiben. 

»Mit Golla haben wir einen aufstrebenden Spieler dahinter, den ich bedenkenlos jederzeit bringen könnte. Das gibt mir ein gutes Gefühl, weil die Position abgesichert ist«, sagte Prokop, der am Donnerstag seinen vorläufigen Kader für das Turnier im Januar in Norwegen, Österreich und Schweden bekanntgibt. Dann wird auch Spielmacher Martin Strobel dabei sein. Der 33-Jährige hatte nach seiner schweren Knieverletzung vor knapp einem Jahr erst vor wenigen Wochen sein Comeback in der Bundesliga gegeben. »Die Tür für Martin bleibt lange offen. Gibt es eine Möglichkeit, dass er der Herausforderung einer EM mit bis zu neun Spielen gewachsen ist, nehme ich ihn mit«, sagte Prokop.
Deutschland trifft in der Vorrunde u. a. auf die Niederlande, die möglicherweise Niels Versteijnen mitbringen. Der junge SG-Linkshänder wurde am Montag jedenfalls in einen vorläufigen 20er-Kader berufen. Im Laufe der Woche werden weitere Länder ihre Kader veröffentlichen und somit auch noch mehr Flensburger nominiert werden.

Ruwen Möller/dpa