27.04.2017

UPDATE #1: Endstation Viertelfinale

Handball/Champions League

Steht mit seiner SG nach dem Champions League-Aus mächtig unter Druck: Trainer Ljubomir Vranjes. (Archivfoto)

Wie im Vorjahr ist die SG Flensburg-Handewitt in der Runde der letzten Acht gescheitert. Auch das Rückspiel gegen Vardar Skopje ging verloren.

Skopje. Aus der Traum. Die SG Flensburg-Handewitt hat es nicht geschafft die 24:26-Hinspiel-Niederlage im Viertelfinale der Champions League zu drehen. Im Gegenteil. Auch im Rückspiel unterlag das Team von Trainer Ljubomir Vranjes gegen Vardar Skopje und schied aus. Nach 60 Minuten in der mazedonischen Hauptstadt gewannen die Gastgeber völlig verdient mit 35:27 (15:10). 

»Der Sieg für Skopje war verdient. Wir haben heute zwar über 60 Minuten besser gespielt als im Hinspiel, aber im Angriff hatten wir erneut Probleme und auch das Torwartduell ging wieder an Vardar. Im Angriff haben wir viel zu viele freie Chancen verworfen und unsere Abwehr konnte unseren Torhütern leider nicht genug helfen. Mit zu wenigen Paraden war es unmöglich hier zu gewinnen«, so SG-Trainer Ljubomir Vranjes.

Ähnlich sah es SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke unmittelbar nach Spielende: »Wir haben viel zu viel verworfen. Im Abwehr- und Torwartspiel waren wir auch schlechter. Die Mannschaft hat aber bis zuletzt gekämpft. Skopje war einfach besser - das muss man auch anerkennen.«
Nach der Finalniederlage im DHB-Pokal hat Flensburg damit innerhalb von 17 Tagen den zweiten Titel der Saison verspielt und das ausgegeben Ziel, das Final Four in Köln (3./4. Juni) verpasst. In der Liga fiel die SG zudem zuletzt auf Rang zwei zurück und muss am Sonntag (15 Uhr/live Sport1) mit dem »Königsklassen«-Aus im Gepäck zum schweren Auswärtsspiel beim SC DHfK Leipzig reisen. Aktuell droht die gesamte Saison aus dem Ruder zu laufen. Trainer und Mannschaft stehen mehr denn je unter Druck.
»Es hilft nicht, jetzt draufzuhauen. Wir müssen gemeinsam wieder aufstehen. Wir haben nur noch ein Ziel: Deutscher Meister werden«, sagte Dierk Schmäschke gegenüber Flensborg Avis.

Vranjes sagte: »Es hilft nicht, wir müssen weitermachen und das werden wir auch tun. Wir gehen unseren Weg. Ich bin jetzt als Trainer gefragt. Ich muss die Mannschaft wieder aufrichten und das werde ich auch versuchen.«

Vor drei Jahren feierte die SG in Skopje noch das erstmalige Erreichen des Final Four in der Champions League und konnte sich am Ende sogar über den Titel freuen. Diesmal wiederholte sich nur die Geschichte aus dem Hinspiel. Und die ging so: Flensburg tat sich im Angriff extrem schwer und brachte den Ball einfach nicht im Vardar-Tor unter. Die Bälle gingen am Kasten vorbei, es standen Pfosten , Latte und vor allem Arpad Sterbik im Weg. Eine weitere Parallele zum Hinspiel: auch das Torwartduell ging wieder an Mazedoniens Meister. Kämpferisch versuchte die SG alles und auch von der Bank wurde keine taktische Variante oder Umstellung unversucht gelassen. Es schien jedoch als würden die Gäste gegen eine unüberwindbare Wand spielen. Skopje war eindeutig das bessere Team und die Norddeutschen schieden am Ende verdient aus.
Damit verpasste die SG, die bislang 135.000 Euro in der Champions League eingenommen hat, weitere 100.000 Euro Prämie, die es garantiert für den Halbfinaleinzug gegeben hätte. Auf die freut sich nun Vardar, das gespannt auf die Auslosung (2. Mai, 12 Uhr) des Final Four blickt

Statistik

Vardar Skopje: Sterbik, Milic – Stoilov 1, Moraes Ferreira 1, Maqueda, Dereven, Karacic 3, Dujshebaev 5, Abutovic, Canellas 3/2, Cindric 7, Cupic 2/2, Dibirov 1, Shishkarev 5, Borozan 4, Marsenic 3
SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Møller – Karlsson, Eggert 8/8, Glandorf, Mogensen 3, Svan 1, Wanne 3, Djordjic, Jakobsson 1, Heinl, Zachariassen 1, Toft Hansen 4, Lauge 2, Mahé 4, Radivojevic
Schiedsrichter: Martin Gjeding/Mads Hansen (Dänemark)
Zuschauer: 5500 (ausverkauft)
Siebenmeter: 5/4:8/8 (Skopje verwirft einmal)
Zeitstrafen: 3:4 (Maqueda, Moraes Ferreira – Karlsson 2, Heinl, Wanne)

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