Handball

Klarer Favorit beim Tabellenletzten

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Ruwen Möller
20. November 2019, 16:50 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt gastiert erst in Nordhorn, danach in Barcelona. Archivfoto

Flensburg. Das Meilenkonto der SG Flensburg-Handewitt brummt. Nach den Auswärtsspielen in Lemgo und Paris steht am Donnerstag und Sonnabend die nächste doppelte Auswärtsreise innerhalb von zehn Tagen an. In der Bundesliga gastiert der Deutsche Meister zunächst am Donnerstag (19 Uhr/live Sky) bei der HSG Nordhorn-Lingen. Am Freitag geht es über Amsterdam weiter nach Barcelona, wo in der Champions League am Sonnabend (20 Uhr/live Sky) das Gastspiel bei den Katalanen ansteht. 

Zuvor jedoch geht es von der deutsch-dänischen an die deutsch-niederländische Grenze. Hier soll nach Möglichkeit auch das Punktekonto der SG, die seit dem Kantersieg des THW Kiel gegen Hannover-Burgdorf (wir berichteten) am Sonntag wieder Tabellenführer ist, weiter anwachsen. Schließlich stehen die Nordlichter jetzt wieder dort, wo sie die letzten beiden Spielzeiten die Serie beendet haben und wo sie auch am Schluss der aktuellen Saison gerne wieder stehen würden: an der Tabellenspitze. Bis zur dritten Meisterschaft in Serie ist es noch ein weiter Weg - nicht nur weil der THW Kiel in Sachen Minuspunkten derzeit noch die Nase vorn hat - auch wegen solcher Auswärtsspiele wie in Nordhorn. Zwar ist die SG auf dem berühmten Papier klarer Favorit, dennoch warnt Chefcoach Maik Machulla, der selber lange Jahre (2002-2010) in der Grafschaft Bentheim bei der HSG aktiv war, vor dem Underdog. »Von ihren Ergebnissen darf man sich nicht täuschen lassen, da kommen sie unter Wert weg. Sie haben oft nur knapp verloren«, so Machulla. In der Tat hat der Aufsteiger gegen Hannover-Burgdorf, Minden und Erlangen nur mit je einem Treffer verloren. In Kiel hat sich der Neuling lange gut verkauft und Leipzig wurde in eigener Halle besiegt. Zuletzt gab es aber eine 12:19-Niederlage im Abstiegskracher bei den Eulen Ludwigshafen. »Nur 12 Tore sind natürlich ein komisches Ergebnis, aber Ludwigshafen kam mit überragenden Torhütern sofort gut rein ins Spiel und danach war es eine reine Abwehrschlacht.«

Reise in die Vergangenheit

Machulla erwartetet, dass Nordhorn auch gegen die SG seine »Chance in der Abwehr« suchen wird. »Ich weiß noch genau wie wir damals in Nordhorn gespielt haben. Wenn die Mannschaft einen Lauf bekommt und das Publikum mitzieht, kann da einiges passieren. Wir dürfen uns auf keinerlei Spielereien einlassen. Allerdings sind wir spielerisch gut drauf und haben auch einige kreative Lösungen, um gegen eine körperlich starke Abwehr zu bestehen.« Neben Machulla haben auch Co-Trainer Mark Bult, der zu Saisonbeginn ein Angebot als Chefcoach von der HSG bekam, und Linkshänder Holger Glandorf eine Nordhorner Vergangenheit. Alle freuen sie sich auf die Reise in die  Vergangenheit. »Wir haben noch Freunde dort und versuchen einmal im Jahr vorbeizuschauen. Es ist schon viele Jahre her, aber ich habe auch fantastische acht Jahre dort verlebt«, erinnert sich Machulla gerne an die Zeit zurück. Mit Pavel Mickal, Nicky Verjans und Torwart Björn Buhrmester beispielswesie hat Machulla sogar noch zusammengespielt. Am Donnerstag werden sämtliche Freundschaften jedoch für 60 Minuten ruhen, zu wichtig sind für die SG die Punkte. Daher ist Machulla auch froh, dass er bis auf die Langzeit-Ausfälle Hampus Wanne und Simon Hald auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann. Kapitän Lasse Svan, der sich gegen Paris das Knie überstreckt hatte und ausgewechselt werden musste, trainierte am Mittwoch voll mit. Er ist ebenso fit wie Gøran Johannessen, der seine Hüftprellung gut überwunden hat. Auch wenn die HSG nach ihrer Insolvenz 2009 erst jetzt wieder in die Bundesliga zurückgekehrt ist, liegt das letzte Pflichtspiel gegen die SG nur etwas mehr als ein Jahr zurück. Im DHB-Pokal gewann Flensburg im August 2018 mit 28:19 - gegen ein ähnliches Ergebnis hätten die Gäste am Donnerstag nichts einzuwenden.


Ruwen Möller