06.07.2016

»Kloppo« Bretschneider begeistert Nordschleswig

Fußball

Lars Bretschneider (l.) ist der Doppelgänger von Kult-Trainer Jürgen Klopp. (Foto: Team Nordschleswig - Æ Mannschaft)

Flensburg. Wie heißt es doch so schön: solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Diesmal handelt es sich um eine Story neben und nicht auf dem Feld. In den Hauptrollen: Lars Bretschneider, Jürgen Klopp und die Elf »Team Nordschleswig - Æ Mannschaft«. Der Name Jürgen Klopp benötigt in der Fußball-Welt kaum noch einer Erklärung. Der Kult-Trainer, früher in Mainz und Dortmund, ist aktuell beim FC Liverpool tätig. Zudem ist er seit einigen Monaten Markenbotschafter für eine deutsche Bier-Brauerei. 

Und hier kommt Lars Bretschneider ins Spiel. Der 41-jährige Maler aus Brand-Erbisdorf in Sachsen läuft in einem Werbespot der Brauerei als »Kloppo«-Double durch eine Bar. Bei den Dreh-Arbeiten in England hat Bretschneider den echten Klopp kennengelernt. »Ich habe gehört, du willst heute Abend noch um die Häuser ziehen«, soll Klopp dabei laut einem Bericht des Mediums »FreiePresse« zu Bretschneider gesagt haben. »Mit deinem Gesicht geh' ich hier nirgendwo mehr hin«, konterte Bretschneider, der auf der Straße von vielen Menschen für Jürgen Klopp gehalten wurde. Und das obwohl der Sachse bestreitet, dass er Ähnlichkeit mit dem Profi-Trainer hat. »Vielmehr ist es so, dass Jürgen mir ähnlich sieht. Er hat meine Frisur kopiert«, sagt Bretschneider, ebenfalls Fußball-Coach, allerdings im Amateur-Bereich. Und genau an dieser Stelle geht die Geschichte kurios weiter. 

Der echte Jürgen Klopp. (Foto: Patrick Seeger/dpa)

Am Drehort in Liverpool lernte Bretschneider auch den Schauspieler Mathias Harrebye-Brandt kennen. Harrebye-Brandt entstammt der deutschen Minderheit in Nordschleswig in Dänemark. Die Nordschleswiger suchten zu dem Zeitpunkt gerade einen Trainer für ihre Fußball-Auswahl, die an der Europeada, der Minderheiten-EM in Südtirol teilnehmen sollte. »Ich habe mich schließlich dazu breitschlagen lassen. Dänemark gehört eh zu meinen Lieblingsländern, die Truppe scheint außerdem richtig gut drauf zu sein. Dann sollen die ruhig den Spaß bekommen und Jürgen Klopp an der Seitenlinie stehen haben«, so Bretschneider vor dem Turnier, das vor anderthalb Wochen in Südtirol zu Ende ging (wir berichteten). Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Sebastian Fischer übernahm Bretschneider »Æ Mannschaft«. Bei der Europeada gab es zwar ausschließlich Niederlagen, aber Spaß hatten alle Beteiligten. »Für mich seid ihr die Meister der Herzen. Keine andere Mannschaft hat so eine Freude ausgestrahlt, so viele Sympathiepunkte gesammelt und für so eine tolle Stimmung gesorgt. Dafür haben wir bei den anderen Teams sehr viel Anerkennung bekommen, so Bretschneider in der Zeitung »Der Nordschleswiger«. Es sei ihm »nach wie vor unangenehm, für etwas gefeiert zu werden«, für das er »keine Leistung erbracht habe«, so Bretschneider, der hinzufügt: »Ich sehe lediglich einem erfolgreichen Trainer ähnlich.« In Nordschleswig sehen sie allerdings doch etwas mehr in ihm und wollen mit »Kloppo« Bretschneider weitermachen. »Sofern es möglich ist, würden wir die Zusammenarbeit gerne mit Lars und Sebastian fortsetzen. Wie man das realisieren kann muss man noch sehen. Aber unser Trainergespann geben wir nicht an die Sorben ab - die haben leicht an »Kloppo« gebaggert«, so Uffe Iwersen, Projektleiter von »Team Nordschleswig - Æ Mannschaft«. Vertragsverhandlungen soll es in wenigen Tagen geben, bevor die Minderheit der Sorben aus Bretschneiders Heimat in Sachsen doch noch aktiv wird.

Gespräche stehen an

Holger Bruhn wird sich demnächst zu seiner Zukunft äußern. (Foto: Lars Salomonsen)

Apropos: Auch beim Team in Südschleswig, Det Sydslesvigske Fodboldlandshold, geht es demnächst um die Zukunft des Trainers und weiterer verantwortlicher Personen. »Wir müssen jetzt erstmal alles sacken lassen und sprechen demnächst gemeinsam darüber, wie es weitergeht«, so Holger Bruhn, Trainer der Auswahl der dänischen Minderheit.

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