Lauge: »Sieg in Paris wäre der Hammer«

SG Flensburg-Handewitt in der Champions League

28. Februar 2016, 19:40 Uhr

Die Abwehr war der Knackpunkt gegen die starken Ungarn aus Veszprém. In der ersten Halbzeit war die SG um Kapitän und Abwehrspezialist Tobias Karlsson (Mitte, Nr. 3) ein schwer überwindbares Bollwerk, in Halbzeit zwei dahingegen kamen die Gäste um Momir Ilic zu leicht zu Toren. (Fotos: Lars Salomonsen)

Flensburg. Der Kopf war schnell wieder oben. Rasmus Lauge ärgerte sich zwar sichtlich über die hauchdünne 28:29 (12:10)-Niederlage seiner SG Flensburg-Handewitt am Sonnabend im Champions League-Heimspiel gegen MKB Veszprém, umso mehr aber fiebert der Däne nun dem abschließenden Gruppenspiel bei Tabellenführer Paris Saint-Germain am 6. März entgegen. 


»Diese Niederlage gegen Veszprém ändert nichts daran, dass wir in Paris gewinnen wollen. Ein Sieg dort wäre der absolute Hammer. Und das haben wir felsenfest vor«, sagte Lauge zu Flensborg Avis. Selbst ein Sieg in der französischen Millionen-Metropole gegen PSG (22:4 Punkte) würde der SG (20:6) aber voraussichtlich »nur« zum zweiten Gruppenplatz reichen, da Veszprém (21:5) zum Abschluss mit der Heimpartie gegen Wisla Plock eine vom Papier her einfache Hürde vor der Brust hat. Die SG hätte es einfacher haben können, konnte Veszprém aber letztlich nicht knacken. Dabei sah es lange so aus. Mit begeisterten Fans im Rücken agierten die Flensburger (zuletzt vier Pflichtspielsiege in Folge) hochmotiviert, leidenschaftlich und unheimlich konsequent. Die Abwehr und Keeper Mattias Andersson waren in absoluter Weltklasse-Form. Immer wieder konnte sich Flensburg sodann auf drei Tore (5:2, 6:3, 7:4, 8:5, 10:7, 11:8) absetzen. Der Pausenstand von 12:10 konnte sich allemal sehen lassen - bloß zehn Gegentore in 30 Minuten vom Vorjahres-Finalisten Veszprém. 

In den nächsten 30 Minuten wurden es dann aber 18 an der Zahl. Und das hatte seine Gründe. »Unsere Abwehr stand in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr so wie noch in der ersten Halbzeit. Und wir haben riesengroße Chancen liegen gelassen«, haderte Rasmus Lauge. Flensburg bekam insbesondere Veszpréms Rückraum-Star László Nagy (9 Tore) sowie Gasper Marguc (8/2) nicht mehr wirklich in den Griff. Veszprém-Keeper Mirko Alilovic (16 Paraden) war in Gala-Form, noch einen Hauch besser als Andersson und erst recht als der später eingewechselte Kevin Møller. Auch weil Holger Glandorf (1 Tor) und Johan Jakobsson (2) in der Offensive kaum zum erfolgreichen Abschluss kamen, hing der Weg ins Glück immer wieder an Lauge (8 Tore), der in den Schlusssekunden die Chance zum Ausgleich vergab. »Veszprém ist ein Klasse-Team, neben Paris einer der Favoriten auf den Champions League-Titel. Trotzdem hätten wir das Spiel gewinnen müssen«, sagte Lauge. Veszpréms Trainer Javier Sabate jubelte: »Ein großartiger Sieg, denn Flensburg ist aktuell wohl das Team mit der besten Form überhaupt in Europa.«


Marc Reese 
mr@fla.de

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12/1 Paraden), Møller (1 Parade, ab 50.) – Karlsson, Eggert (3/1), Glandorf (1), Mogensen (5), Svan (5), Jakobsson (2), Toft Hansen (1), Gottfridsson, Lauge (8), Mahé (1), Radivojevic, Kozina (2)


MVM Veszprém: Alilovic (16 Paraden) – Gulyas, Ivancsik (1), Schuch, Ilic (1), Nilsson (1), Nagy (9), Ugalde (1), Marguc (8/2), Terzic, Lekai, Palmarsson (1), Sulic (4), Sliskovic (3), Rodriguez

Schiedsrichter:Gubica/Milosevic (Kroatien); 
Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Kozina 2, Karlsson 2 – Nagy 2, Terzic 2);
Siebenmeter: 1/1:3/2 (Ilic scheitert an Anderson);
Zuschauer: 6300 (ausverkauft)