UPDATE #1: Meisterlich auch in Europas »Königsklasse«

Handball

Ruwen Möller
16. September 2018, 20:30 Uhr

Hampus Wanne (am Ball) traf in der ersten Halbzeit vier Mal für die SG. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Nantes. Der letzte Ausflug auf internationalem Parkett nach Frankreich endete am 29. April der Vorsaison mit einer deftigen 17:29-Niederlage in Montpellier. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League schied die SG Flensburg-Handewitt, Gewinner von 2014, sang- und klanglos aus. Die Südfranzosen holten später den Titel im Finale gegen Ligarivale HBC Nantes. Beim Club in der Bretagne startete die SG am Sonntagabend ein neues Europacup-Abenteur und rehabilitierte sich für die Schmach von vor viereinhalb Monaten. Mit 34:31 (18:16) gewann der deutsche Meister beim aktuellen Tabellenzweiten der französichen Liga und zeigte dabei wie zuletzt im Derby gegen den THW Kiel und gegen Ludwigshafen eine überragende Leistung.

»Wir sind sehr froh über die zwei Punkte und ich bin stolz auf meine Mannschaft«, so Maik Machulla. Der SG-Coach freute sich ebenso über den Sieg wie über die gezeigte Leistung. »Nantes ist ein schweres Auswärtsspiel und andere Teams werden hier noch Punkte lassen. Wir haben jetzt gewonnen und das sah sehr gut aus.«
Bei der SG funktionierten im Palais des Sports de Beaulieu vor allem Keeper Benjamin Burić, der nach 15 Minuten für den erneut glücklosen Torbjørn Bergerud eingewechselt wurde, Simon Hald am Kreis und Magnus Rød im Angriff. Nicht zu vergessen die Routiniers Tobias Karlsson, Rasmus Lauge und Jim Gottfridsson, die sowohl hinten als auch vorne ihr Team zu diesem beeindruckenden Auswärtssieg führten.
Nach zwei Siegen im Pokal und fünf in der Liga war es bereits der achte Pflichtspiel-Sieg der SG in der immer noch jungen Saison. Der Start darf somit trotz der Pleite im Supercup gegen die Rhein-Neckar Löwen als perfekt eingestuft werden.

Die Partie in Nantes begann mit viel Tempo von beiden Seiten. Zunächst war jeder Wurf ein Treffer. Hampus Wanne (10.) brachte die Gäste erstmals in Führung. Bis zur Pause erspielte sich die SG einen kleinen Vorsprung von zwei Toren (18:16). Es war jedoch längst zu sehen, welches Team an diesem Tag das bessere war: das aus Norddeutschland. 

Während Nantes viele Fehler produzierte konnten die Gäste nicht nur munter durchtauschen und somit die Kräfte erneut gut verteilen, viele der Neuzugänge und bisherigen Reservisten tankten außerdem wichtiges Selbstvertrauen.
SG-Coach Maik Machulla hatte zuletzt angekündigt, dass er Rød in dieser Saison vermehrt im Angriff einsetzten will. In Nantes gab es die erste Gelegenheit und der Linkshänder bedankte sich mit der wahrscheinlich besten Angriffsleistung die er in seiner Zeit im SG-Trikot hingelegt hat. Am Kreis durfte diesmal Hald beginnen und der baumlange Kerle zeigte, welch neue Waffe die SG mit ihm hat. Einige der Anspiele an den Dänen waren für die Franzosen buchstäblich eine Nummer zu hoch. Später kam Golla in die Partie und das Kraftpaket knüpfte nahtlos an das überragende Derby-Spiel gegen Kiel an. Sein Tor zum 27:23 (45.) bedeutete die erste Vier-Tore-Führung. Eine Vorentscheidung war gefallen. 
Zwischenzeitlich lag die SG mit fünf Toren vorne und obwohl die Gastgeber in den letzten Minuten noch etwas aufholten, war am Auswärtssieg der SG nichts zu ändern. Burić hielt in den entscheidenden Momenten und insgesamt war das Team aus Deutschland deutlich abgeklärter als die Franzosen. 

Ruwen Möller

Mehr zum Spiel gibt es in der Dienstag-Ausgabe der Flensborg Avis. Mehr zur Champions League und der SG Flensburg-Handewitt bereits in der Montag-Ausgabe. Wir haben mit SG-Keeper Benjamin Burić über das nächste »Königsklassen«-Spiel gegen RK Zagreb (Mittwoch, 19 Uhr) gesprochen. In dem Spiel trifft er auf seinen Zwillingsbruder Senjamin.

Statistik

HBC Nantes: Siffert, Dumoulin - Lagarde 4, Delecroix, Faluvegi, Claire 5, Auffret 2, Hansen 4, Pechmalbec 1, Tournat 3, Feliho, Emonet, Rivera 6/4, Lazarov 2, Gurbindo 3, Balaguer 1
SG Flensburg-Handewitt: Bergerud (1.-15.), Burić (ab 15.) - Karlsson, Golla 4, Hald 3, Glandorf 3, Svan 3, Wanne 4, Jeppsson 3, Jøndal 2, Steinhauser, Zachariassen n .e., Gottfridsson 1, Lauge 5, Baijens n. e., Rød 6
Schiedsrichter: Jonas Eliasson, Anton Palsson (Island)
Zuschauer: ca. 5000
Siebenmeter: 5/4:1/0 (Jøndal wirft übers Tor – Buric hält gegen Rivera)
Zeitstrafen: 2:5 (Lagarde, Feliho – Karlsson 2, Rød, Wanne, Gottfridsson)