17.08.2019

UPDATE: Pflichtaufgabe gelöst - mehr nicht

Handball

Die SG Flensburg-Handewitt hat ihr erstes Pflichtspiel in der neuen Saison gewonnen. Foto: SG

Lübeck. Die SG Flensburg-Handewitt hat wie erwartet das erste Pflichtspiel der Saison 2019/2020 gewonnen. Im ersten Spiel des Vierer-Turniers in der 1. Runde im DHB-Pokal besiegte der Deutsche Meister die Mecklenburger Stiere Schwerin (3. Liga) mit 35:24 (18:12). Der Sieg war nie in Gefahr, eine vollends überzeugende Leistung bot der Favorit aber nicht. Dafür wurden viel zu viele Flüchtigkeitsfehler gemacht.

»Wir haben es insgesamt ordentlich gemacht. Leider haben wir uns nicht früher abgesetzt, die Chancen dafür waren da und ich bin nicht ganz zufrieden damit, dass wir in der zweiten Hälfte einige taktische Dinge vernachlässigt haben. Da hatten wir andere Absprachen und ich hatte gehofft, dass wir schon weiter sind«, so ein nicht ganz zufriedener SG-Trainer Maik Machulla.
Sein Gegenüber, Mannhard Bech, war trotz der Pokalniederlage stolz auf sein Team und sagte: »Wir hatten uns einige interne Ziele gesetzt und die haben wir alle erreicht, sogar über-erreicht. Es hat Spaß gemacht gegen den Deutschen Meister und ich hoffe, dass meine Jungs mitnehmen können, dass sie sich hier und da auch mal gegen Nationalspieler durchgesetzt haben.«
Die SG begann mit Torbjørn Bergerud im Tor. In der Abwehr agierte Johannes Golla im Mittelblock an der Seite von Simon Hald. Der Weltmeister durfte zunächst auch in der Offensive ran. Hier kam Jim Gottfridsson für Golla ins Spiel. Neben ihm spielten Simon Jeppsson und Magnus Rød auf den Halb- und Hampus Wanne sowie Marius Steinhauser auf den Außenpositionen.

Wie von Machulla angekündigt, nahm die SG die Aufgabe und ihre Favoritenstellung sehr ernst. Von Anfang an wurde aufs Tempo gedruckt und jede sich bietende Lücke konsequent zum Torwurf ausgenutzt.
Schnell ging der vierfache DHB-Pokalsieger in Führung und bereits nach dem 4:2 (7.) nahm Bech eine Auszeit. Der ehemalige SG-Spieler, heute Trainer in Schwerin, war unzufrieden. In der Folge setzte sich Flensburg weiter ab, die Stiere spielten allerdings mit Herz und hielten phasenweise gut mit. Dabei kam ihnen auch eine gewisse Siebenmeter-Schwäche der SG entgegen. Sowohl Hampus Wanne (am Tor vorbei), als auch Magnus Jøndal (scheiterte an Jan Kominek im Tor der Mecklenburger) vergaben. Insgesamt war es ein munteres Spiel, in dem die SG nach rund 15 Minuten begann die Kräfte durch Wechsel zu verteilen. Einer war notgedrungen. In einem Zweikampf verletzt sich Hald am linken Ellenbogen und wurde durch seinen Landsmann Anders Zachariassen ersetzt. Dieser Tausch kam früher als geplant. Hald konnte im zweiten Durchgang aber wieder mitwirken.
Nach etwa 20 Minuten kam auch Michal Jurecki zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die SG. Der Pole musste zunächst auf der ungeliebten Position im rechten Rückraum an. Rød benötigte Entlastung, Holger Glandorf stand wegen seiner Schulterverletzung in Zivil hintem Tor, und der junge Niels Versteijnen wurde erst kurz vor Spielende aufs Feld geschickt.
Im zweiten Durchgang kamen Kapitän Lasse Svan, Magnus Jøndal und Benjamin Buric ins Spiel. Insgesamt blieb es bei einer zerfahrenen Leistung des Meisters, der sichtlich unzufrieden mit der eigenen Leistung war. Schwerin spielte weiter munter drauf los und hatte in Keeper Jan Kominek einen überragenden Rückhalt. Zudem wussten Lutz Weßeling und Nikolaos Passias zu überzeugen. Sehr zur Freude der meisten, der rund 1800 Besucher in der Hansehalle, die dem Außenseiter ihre Sympathien schenkten. Nach 45. Minuten führte die SG mit 26:20 immer noch deutlich, für einen durchweg souveränen Auftritt war es da aber bereits zu spät. In der Schlussphase wurde der Vorsprung zwar ausgebaut, aber dies lag auch an den schwindenden Kräften bei den Schwerinern. In den letzten Minuten durfte auch der junge Jörn Persson noch mitwirken und sein Pflichtspiel-Debüt im Profibereich feiern. Der Mittelmann erzielte sogar noch ein Tor.

Unterm Strich steht ein SG-Sieg und der Einzug ins "Endspiel" des Turniers. Dort treffen die Flensburger am Sonntag (17 Uhr/Livestream sportdeutschland.tv) auf den Gastgeber VfL Lübeck-Schwartau, der sich im zweiten Spiel gegen Bundesliga-Absteiger VfL Gummersbach um den ehemaligen Flensburger Lukas Blohme mit 25:20 durchsetzte.
»Das wird ein ganz anderes Kaliber«, so Machulla, der sich den Gegner live in der Halle angesehen hat. Die Mannschaft war da schon wieder im Hotel um zu regenerieren. Der Coach wird noch in der Nacht in die Videoanalyse gehen und am Sonntagvormittag das Team auf den nächsten Gegner einstellen.

SG Flensburg-Handewitt: Bergerud, Buric – Golla 2, Hald, Svan 2, Wanne 1, Jeppsson 5, Jøndal 4/1, Steinhauser 4, Versteijnen, Zachariassen 3, Johannessen 4, Gottfridsson 3, Persson 1, Jurecki 1, Rød 5
Mecklenburger Stiere Schwerin: Kominek, Heinemann - Grämke, Grolla 4, Kix, Weßeling 6, Reiter 4/1, Barten, Evangelidis, Zufelde, Aust 3, Schulz 1, Passias 3, Papadopolus 3, Herbst, Leu

Schiedsrichter: Patrick Arndt/Matthes Westphal
Zuschauer: ca. 1800
Siebenmeter: 3/2:2:2 (Wanne vorbei, Jøndal scheitert an Kominek)
Zeitstrafen: 2:7 (Zachariassen, Johannessen - Papadopolus 3,Passias 2, Grämke, Grolla)
Rote Karte: Papadopolus (55., dritte Hinausstellung)