08.11.2019

Zwischen Freude und Ärger

Handball

SG-Spielmacher Jim Gottfridsson (l.) strahlte viel Spielwitz aus und stellte den Abwehrinnenblock der Pariser um Luka Karabatic einige Male vor große Herausforderungen. Foto: Martin Ziemer

Flensburg. »Charakter, Mentalität und Teamgeist – über diese drei Attribute haben wir vorher gesprochen und diese habe ich auch gesehen. Die Abwehr war stark, im Angriff fanden wir viele gute Lösungen. Beim hohen Tempo, das war das einzige Problem, unterliefen uns einige leichte Fehler. Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht«, war die Zusammenfassung von Maik Machulla, Trainer der Handballer der SG Flensburg-Handewitt, kurz und bündig und auf den Punkt nach der knappen 29:30-Niederlage gegen die Star-Truppe von Paris-Saint-Germain HB in der Champions League. 

Dabei verdienten sich gleich mehrere Spieler aus einer starken Flensburger Mannschaft nach den zuletzt durchwachsenen Auftritten Bestnoten. Sei es Jim Gottfridsson, der die Zügel in einem breit angelegten und dynamischem Angriffsspiel in der Hand hielt oder Jacob Heinl, der Härte, Ausstrahlung und Kampfgeist in die Abwehr einbrachte, als wäre er nie weg gewesen. Dennoch taten sich die Spieler der SG schwer damit, ob die Freude über die eigene Leistung oder der Ärger über den verpassten Erfolg überwog. 


»Der Ärger überwiegt am Ende schon. Wenn du gegen Paris so nah dran bist und einen Punkt holen kannst, dann willst du den auch unbedingt mitnehmen. Mit etwas Glück wäre auch ein Sieg möglich gewesen«, blickte Jacob Heinl auf die Partie, während Jim Gottfridsson mit ein wenig Abstand zu einer anderen Einschätzung gelangte. 

»Wir haben es richtig gut gemacht. Alles, was wir besprochen hatten, haben wir gezeigt. Da war ganz viel Gutes dabei, das wir für Göppingen und auch weiter mitnehmen können«, so der schwedische Spielmacher, dem es wichtig war die Arbeit des Trainer-Duos der SG nicht zu vergessen. »Wir haben Paris sehr gut in Bewegung bekommen und den Ball sehr gut laufen lassen. Maik (Machulla/SG-Trainer/Red.) und Mark (Bult/SG-Co-Trainer/Red.) machen eine super Arbeit vor jedem Spiel, dann ist an uns sich an dieses Konzept zu halten. Da haben wir in diesem Jahr zu viele Spiele dabei gehabt, wo wir zu schnell davon abgerückt sind. Gegen Paris sind wir in den Konzepten geblieben und dann sieht es auch so gut aus«, so der Schwede. 

Dass es gegen Paris am Ende nicht zu einem Erfolg gereicht hat, lag aber nicht nur an der vergebenen Möglichkeit im letzten Angriff von Magnus Rød. Denn trotz einer erheblichen Leistungssteigerung waren immer noch einige Probleme zu sehen. 

»Das war schon ein kleiner Schritt nach vorne. Wir machen aber immer noch zu viele einfache Fehler und die müssen wir abstellen. Das war ärgerlich, weil wir uns so immer wieder rankämpfen mussten. Ich bin aber guten Mutes, dass wir bald weiter punkten«, so Heinl. 

Für Simon Jeppsson, der die durch den Ausfall von Gøran Søgard Johannessen größere Rolle gut ausfüllte, waren gerade die Fehler im zweiten Durchgang ausschlaggebend. »Die Intensität war sehr hoch, wir haben aber sehr zielstrebig gespielt. Lediglich zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Fehler zu viele«, befand Jeppsson. 

Unter dem Strich hat die SG Flensburg-Handewitt aber nachgewiesen, dass sie auch im Konzert der großen in der Königsklasse immer noch ein Wörtchen mitreden kann. »Es spricht für die Moral der Mannschaft, dass alles intakt ist, das sie es schafft zurückzukommen, aber es fehlt noch ein kleines Erfolgserlebnis. Warum nicht schon am Sonntag gegen Göppingen«, richtete Jacob Heinl den Blick schon auf die kommende Aufgabe.

Timo Fleth

SG Flensburg-Handewitt:Buric, Bergerud - Golla 3, Lier, Glandorf, Svan, Jeppsson 4, Jøndal 1, Steinhauser 6/2, Versteijnen, Heinl, Zachariassen 2, Gottfridsson 5, Persson, Jurecki 2, Rød 6.

Paris Saint-Germain HB:Gerard, Corrales - Sigurdsson 2, Sagoesen 3, Kounkoud 1, Remili 4, Abalo 3, Kempf, Syprzak 1, L. Karabatic 4, Morros, Hansen 5/4, N. Karabatic 5, du Rietz 1, Nahi 1.
Zeitstrafen:0:2.
Siebenmeter:3:4.
Schiedsrichter:Dalibor Jurinovic/Marko Mrvica (Kroatien)
Zuschauer:5030. 

Resume

Det rakte ikke til en sejr, men det var alligevel et stort skridt i den rigtige retning. SG Flensburg-Handewitt tabte 29-30 mod stjernerne fra Paris Saint-Germain HB men efterlod et godt indtryk med masser af fightervilje. Jim Gottfridsson styrede angrebet lige så sikkert og godt, som Jacob Heinl viste sig at være en stor gevinst for Flensborgs forsvar. Lyset for enden af SGs spillemæssige tunnel er blevet betydeligt stærkere.