Handball
Vranjes: »Wir waren nicht gut genug«
Der ehemalige Trainer der SG ist mit Ungarn nach der Vorrunde ausgeschieden. Dänemark und Deutschland traut er Medaillen zu.Varaždin. Für Ungarn und Ljubomir Vranjes war die EM bereits vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte. Mit drei Niederlagen in drei Spielen schieden die Magyaren nach der Vorrunde aus und belegen in der Endabrechnung Rang 14 von 16 Teilnehmern. Für einen Mann wie Vranjes, als Spieler dreifacher Europameister, zu wenig. Er wusste zwar vorher, dass er mit Ungarn nicht um die Medaillen spielen würde, aber das Vorrunden-Aus passte ihm nicht. Sein Fernziel mit Ungarn ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Japan. Dahingehend sollte sein Team in Kroatien bei der EM Erfahrung sammeln. Auch Vranjes wollte dies tun, schließlich war es sein Trainer-Debüt bei einer internationalen Endrunde.Gegen die Weltklasse-Teams aus Dänemark (25:32) und Spanien (25:27) hatte sich Vranjes im Vorfeld nicht viel ausgerechnet, doch gegen diese beiden Gegner zeigte sein Team starke Leistungen. Vor allem im Duell gegen Spanien stand Ungarn bis zum Ende vor einem Punktgewinn. Die Handschrift von Vranjes war bereits zu erkennen. Klare Struktur und ein diszipliniertes, bis ins kleineste Detail geplantes Spiel. Der Schwede selber ging in seiner neuen Herausforderung auf und freute sich sichtlich, zurück auf der Nationalmannschafts-Bühne zu sein.Gegen Tschechien sollte die Hauptrunde klar gemacht werden. Doch die Tschechen hatte zuvor sensationell Dänemark bezwungen und gewannen mit frischem Selbstvertrauen am Ende auch gegen Ungarn (33:27). Sie waren einfach besser, wie Vranjes uns im Interview nach dem Aus gestand. Die Partie gegen Tschechien hat gezeigt, dass er mit Ungarn noch einen weiten Weg vor sich hat, weil aktuell einfach die Breite an guten Spielern im internationalen Vergleich fehlt. Wer Vranjes kennt, der weiß, dass ihn dies nur noch mehr anstacheln wird, um seine Ziele zu erreichen und damit das nächste Turnier nicht vorzeitig endet.