UPDATE: Emotionales Comeback MIT VIDEO

Handball

15. Februar 2016, 12:14 Uhr

Jacob Heinl ist zurück. (Foto: Martina Metzger)

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Flensburg. Ein Raunen geht durchs Publikum, es folgt tosender Applaus und helle Begeisterung auf den Rängen. Um 20.56 Uhr am Sonntagabend war es endlich soweit: Jacob Heinl war zurück. Nach 14 Monaten verletzungs- und krankheitsbedingter Pause stand der 29 Jahre alte Kreisläufer wieder für seine SG Flensburg-Handewitt auf der Platte. Nur eine Minute später markierte der schmerzlich vermisste Publikumsliebling das 35:25, und stimmte nur zehn Minuten später die »Derbysieger«-Sprechchöre von der Nordtribüne aus an.

»Was soll ich sagen? Ich bin überglücklich. Schöner hätte ich mir meine Rückkehr nicht erträumen können. 14 Monate sind eine lange Zeit«, sagte ein sichtlich bewegter Jacob Heinl im Bauch der Flens-Arena nach dem begeisternden 37:27-Sieg seiner SG Flensburg-Handewitt im Champions League-Gruppenspiel gegen den Erzrivalen THW Kiel. Das Comeback von ihm - und auch seines Teamkollegen Jim Gottfridsson, der nach einem weiteren Mittelfußbruch ebenfalls monatelang fehlte - rührte die Fans und die Kollegen in der Mannschaft. »Phantastisch, dass wir Jacob und Jim wieder in der Truppe dabei haben«, sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes zu Flensborg Avis. Und Torhüter Mattias Andersson schrieb noch vor Mitternacht auf Englisch bei Facebook: »Was für ein Derbysieg! Großartige Leistung! Großartig, Jacob Heinl und Jim Gottfridsson zurück im Team zu haben. Die Atmosphäre in der Arena war unglaublich!« Während Jim Gottfridsson nach viermonatiger Zwangspause zurückkehrte (der Schwede war am 10. Oktober 2015 im Spiel gegen Celje Pivovarna Lasko umgeknickt), war der Leidensweg von Nationalspieler Jacob Heinl weitaus schlimmer.

Leidensweg

Alles begann im Herbst 2014. Wie aus dem Nichts plagten den Sympathieträger Rückenschmerzen, eine genaue Diagnose aber blieb zunächst aus. Kurz vor Weihnachten 2014 mischte Heinl im Derby gegen Kiel mit (bis zum Sonnabend sein letzter Einsatz für seine SG), doch die Rückreise vom darauffolgenden Auswärtsspiel in Melsungen waren eine einzige Tortur - es folgte die Erkenntnis, dass er sich einen Coxsackie-Virus eingefangen hatte. Trotz Reha und Erholungspause wurde es lange Zeit nicht besser mit seinem Rücken. Doch Heinl kämpfte sich zurück - und ist seit Sonnabend wieder da. »Ganz beschwerdefrei werde ich nie wieder sein. Doch es sieht ganz gut aus«, sagte Jacob Heinl am Sonntagabend. Fast ebenso glücklich war sein schwedischer Teamkollege Jim Gottfridsson, der sich nach seinem dritten Mittelfußbruch seit Sommer 2014 einmal mehr zurückgekämpft hatte. 

»Mir geht es super, dafür kämpft man. Es ist ein schönes Gefühl, dazu noch in einer ausverkauften Halle«, sagte der schwedische Rückraumspieler nach seinem Comeback in den Schlussminuten, das er sogar mit zwei eigenen Treffern garnierte.