Alle Trümpfe in der Hand

Champions League

20. März 2016, 19:20 Uhr

Der Matchwinner: Johan Jakobsson von der SG Flensburg-Handewitt hämmerte den Ball quasi mit dem Schlusspfiff zum 28:27 in Montpelliers Tormaschen. (Foto: Guillaume Horcajuelo, dpa)

Montpellier. Die SG Flensburg-Handewitt hat beste Karten für den Einzug ins Viertelfinale der Champions-League. Das Achtelfinal-Hinspiel bei Montpellier HB gewannen die Mannen von Cheftrainer Ljubomir Vranjes mit 28:27 (15:13) und sind vor dem Rückspiel am Ostersonntag (17 Uhr, Flens-Arena/Liveticker auf fl-arena.de) klar in der Favoritenrolle. Linkshänder Johan Jakobsson war es, der die Flensburger quasi mit dem Schlusspfiff wuchtig zum Sieg warf. Sein Teamkollege Holger Glandorf, der ebenso wie Jakobsson im rechten Rückraum agiert, fasste die Situation am Sky-Mikrofon treffend zusammen.

»Wichtig war, zu gewinnen. Das Spiel hat aber auch gezeigt, dass man den Gegner nicht unterschätzen darf. Zuhause werden wir das schon schaukeln«, sagte der deutsche Ex-Nationalspieler. Vor knapp 3000 Zuschauern begegneten sich über weite Strecken zwei Teams auf Augenhöhe. 

Die Gastgeber aus Montpellier kamen gut aus den Startlöchern und gingen mit 4:2 in Führung. Obwohl Einsatz und Moral stimmten, offenbarte die SG vorn wie hinten einige Schwächen, auch Torwart Mattias Andersson, der nach seinem fieberbedingten Fehlen im Bundesliga-Spiel gegen die HSG Wetzlar wieder zwischen den Pfosten stand, hatte schon weitaus bessere Halbzeiten gespielt als die erste in Montpellier, als er nahezu nichts zu fassen bekam. Das änderte sich markant im zweiten Spielabschnitt. Andersson steigerte sich um Längen und wurde in der zweiten Halbzeit ein wichtiger Faktor. »Ich brauche Mattias, ich weiß, was er kann«, sagte Ljubomir Vranjes nach dem Spiel. Der schwedische Übungsleiter der SG kann vor dem Rückspiel mit der Ausgangssituation sehr gut leben, »aber noch liegen 60 Minuten vor uns, die wir spielen müssen. Wir wollen in Flensburg eine Hölle machen«, sagte der wortgewaltige Ljubomir Vranjes. Ein Wermutstropfen aber hatte die Partie in Montpellier dann doch: Der Schwede Jim Gottfridsson, der vor der Pause kurz mitmischte, bekam einen gegnerischen Finger ins Auge und schied verletzt aus. Laut SG-Sprecherin Sandra von Wallis war Gottfridsson in einer Augenklinik in Marseille. Er habe eine Blutung im Auge und soll an diesem Montag genauer untersucht werden. 


Marc Reese 
mr@fla.de


Montpellier HB: Gerard, Siffert (ab 34.) – Simonet 4, Dolenec 4, Guigou 1, Borges 2, Gaber 5, Kavticnik 3/1, Bonnefond 2, Fabregas, Gajic 6/2.

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Møller (n.e.) – Karlsson, Eggert 3/2, Glandorf 4, Mogensen 5, Svan 5, Djordjic, Jakobsson 3, Toft Hansen 4, Gottfridsson, Lauge 4, Mahé, Kozina.
Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien)
Zeitstrafen: 3:5 (Fabregas, Dolenec, Guigou – Karlsson 2, Kozina, Glandorf, Lauge) 
Siebenmeter: 4/3:2/2 (Andersson hält gegen Gajic) 
Zuschauer: 2800