UPDATE MIT VIDEO: Doppelfunktion in Ungarn statt SG
Handball
»Ich bin natürlich enttäuscht über Ljubos Abgang, habe aber auch großen Respekt vor seiner Entscheidung und Verständnis dafür. Unser Gespräch war von gegenseitigem Respekt geprägt, und unser Blick richtet sich jetzt ausschließlich nach vorne. Ljubo hat hier viele Jahre lange tolle Arbeit geleistet und jetzt wollen wir gemeinsam den Lohn dafür ernten.« Mit dem Trainer Vranjes will Schmäschke am Ende der Saison einen Titel feiern, »am liebsten die Meisterschaft«, so der Manager. Neben dem sportlichen Blick auf die zweite Saisonhälfte muss Schmäschke sich jetzt auch um einen neuen Coach kümmern. »Über eine mögliche Nachfolge werden wir keinerlei Wasserstandsmeldungen oder Zeitpläne veröffentlichen. Fans und Förderer unserer SG können sicher sein, dass wir zum Wohle der SG und unserer Mannschaft intensiv nach der bestmöglichen Lösung suchen werden, die uns auch zukünftig in der europäischen Spitze hält«, so Schmäschke. Der SG-Beiratsvorsitzende Boy Meesenburg fügte hinzu: »Die SG Flensburg-Handewitt ist seit Jahrzehnten ein Verein von europäischer Spitzenklasse. Daher wird es auch eine gute Nachfolgelösung geben, das verspreche ich.«
Mögliche Kandidaten
Mehrfach wurde zuletzt der Name Christian Berge als Kandidat für den SG-Trainerposten ins Spiel gebracht. Ob der ehemalige SG-Akteur, der im Januar WM-Silber mit Norwegen holte, sein Heimatland allerdings tatsächlich verlassen wird, ist nach unseren Informationen ungewiss. Berge, der von 1999 bis 2006 bei der SG spielte, war einst aus familiären Gründe zurückgekehrt und hat zudem einen Vertrag bis 2020 beim norwegischen Verband. Ein weiterer Nachfolge-Kandidat ist definitiv Maik Machulla. Der Co-Trainer der SG bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass er »nicht mit nach Veszprém« geht, es ihm und der Familie in Flensburg »sehr gut gefällt« und er »perspektivisch gerne Cheftrainer in der Bundesliga« werden möchte. Dieses Amt gibt Vranjes zum Sommer auf. Der Schwede sagte: »Es hat nichts mit der Mannschaft zu tun, ganz im Gegenteil. Ich habe ein super Team und tolle Jungs, aber ich habe eine private Entscheidung getroffen.« Vranjes weiter: »Nach Monaten reiflicher Überlegung bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nach elf Jahren in der SG-Familie diese neue Herausforderung annehmen muss - auch wenn es die bisher schwerste sportliche Entscheidung meines Lebens ist. Es gibt mehrere Gründe, warum ich um eine Freigabe gebeten habe, einer der wichtigsten ist mein Privatleben. Deswegen bedanke ich mich bei der SG, dass sie meinem Wunsch nachgekommen ist. Ich werde zusammen mit meinen Jungs die letzten Monate Vollgas geben, um uns und euch alle mit einem würdigen Abschied zu ehren.« Vranjes möchte mehr Zeit für seine Familie haben und zudem dichter an seinen Freunden sowie den Eltern in Serbien leben.
Vertrauen
Während der 43-Jährige, mit dem die SG 2012 den Europapokal der Pokalsieger, 2013 den Super Cup, 2014 die Champions League und 2015 den DHB-Pokal gewann, seine Zukunft geregelt hat, muss der Verein dies jetzt nachholen. Immerhin, bis auf bei Jacob Heinl (Vertragsende im Sommer) sind alle anderen Personalien geklärt, und daher sagte Kapitän Tobias Karlsson nicht zu unrecht: »Nun haben wir als Mannschaft Gewissheit und wissen, woran wir sind. Wir vertrauen der Vereinsführung der SG, dass es eine gute Lösung nach Ljubo geben wird.« Die Verantwortlichen wiederum haben vollstes Vertrauen in die Spieler und ihren Noch-Trainer, dass man gemeinsam weiterhin erfolgreich in allen drei Wettbewerben arbeiten wird.
Ruwen Möller


