16.07.2017

Wenig Hoffnung für die SG-Fans

Handball

Der Anbeiter des Bezahlsystems in der Flens Arena ist insolvent. Jetzt gibt es Hoffnung für die Fans auf ihr Geld. (Archivfoto)

Flensburg. Im Mai vermeldete die SG Flensburg-Handewitt, dass das Unternehmen Payment Solutions Insolvenz angemeldet habe und daher die Bezahlkarten in der Flens Arena bis auf weiteres nicht mehr genutzt werden können. Auch eine Auszahlung von Guthaben könne es vorerst nicht geben, teilte der Handball-Bundesligist in einer Presseerklärung mit. Jetzt gibt es Neuigkeiten, aber nur wenig Hoffnung für die Fans auf ihr Geld.

Wie die »Augsburger Allgemeine« am Freitag berichtete, können alle Kartenbesitzer (davon soll es etwa 50.000 geben) nun ihre Forderungen beim Insolvenzverfahren anmelden. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Sven-Holger Undritz auf der für das Verfahren eingerichteten Seite informiert, gibt es nun die Möglichkeit, den Anspruch auf das Guthaben kostenfrei über ein Online-Formular einzufordern. Dabei können Besitzer der Karte, also Gläubiger, sich registrieren lassen und ihre Forderungen geltend machen. Dafür werden neben einer E-Mail-Adresse auch die Nummer der Bezahlkarte benötigt - die Karte muss nicht eingeschickt werden.  

Laut »Augsburger Allgemeine« soll das System Anhand der Kartennummer erkennen, wie viel Guthaben auf der Karte noch geladen ist. Diese Informationen werden auf einer zentralen Datenbank verwaltet. Nach der Eingabe der Daten wird eine automatische Quittung per E-Mail an den Kartenbesitzer versendet.

Wichtig: Wer eine Forderung geltend machen will, kann dies kostenlos tun - sofern die Anmeldung bis zum Montag, 7. August, erfolgt. Danach wird laut Insolvenzverwalter eine Gebühr in Höhe von 20 Euro fällig. Eine Verpflichtung, seine ausstehenden Forderungen anzumelden, gibt es nicht.
Ob die SG-Fans aber tatsächlich ihr Geld zurückbekommen, ist laut »Augsburger Allgemeine« fraglich. Denn ob die insolvente Firma, die Schulden in Höhe von über zehn Millionen Euro plagen, ihre Geschäfte fortführen und die Forderungen der Gläubiger begleichen kann, ist mehr als unsicher. »Auf Insolvenzforderungen – und hierzu gehören die Forderungen aus den Kartenguthaben – wird voraussichtlich keine Zahlung erfolgen, da im Insolvenzverfahren nur geringe Vermögenswerte vorhanden sind«, so der Insolvenzverwalter. 
Bislang gab es keine Rückzahlungen an die Inhaber, weil das auf den Karten befindliche Guthaben als Teil der Insolvenzmasse eingefroren wurde. 
Neben den Zuschauern in Flensburg sind auch Stadiongänger der Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern, Dynamo Dresden (2. Liga) sowie der Trierer Basketballer betroffen.
Laut Insolvenzverwalter soll im August gegen die Muttergesellschaft, die Payment Solution AG, die Insolvenz eröffnet werden. 

rm