Handball EM
DHB-»Bad Boys« im Tunnel
Breslau. Der Erfolg gegen Dänemark und der damit verbundene Einzug ins Halbfinale haben die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Polen vor ungeahnte Probleme gestellt. Sportlich läuft vor dem Halbfinale heute gegen Norwegen (18.30 Uhr, live im ZDF) alles wie selbstverständlich weiter, Probleme bereitet aber die Organisation von Tickets für Freunde und Familie. Das Spiel gegen Dänemark, das mit einem 25:23-Erfolg der deutschen Mannschaft endete, war noch keine halbe Stunde vorbei, als Fabian Wiede, dem immer noch das durchgeschwitzte Trikot auf dem Körper klebte, telefonierte. Nach dem Sprung unter die besten Vier dieser EM und vor der Weiterreise nach Krakau musste der Berliner Anfragen abarbeiten. Jeder Nationalspieler hat seit Mittwochabend ein paar »beste Freunde« mehr, die nach Karten für das Finalwochenende fragen. Wiede wies die Wünsche jedoch mehrheitlich zurück, nur ein kleiner Kreis kommt in den Genuss, über den Mann versorgt zu werden, der eine Hauptrolle gegen die Dänen gespielt hatte. Weil Wieder eine herausragende Leistung zeigte, fiel beinahe nicht auf, dass mit Steffen Weinhold der Kapitän verletzt gefehlt hatte. Im rechten Rückraum war Wiede ein Aktivposten, und nicht zufällig besiegelte er mit seinem Tor zum 25:23 den Sieg über den Favoriten. »Fabian trägt das Siegergen in sich«, sagt Bob Hanning anerkennend. Der Vizepräsident des deutschen Handballbundes entdeckte den Linkshänder als Jugendtrainer der Berliner Füchse und ist nicht überrascht, mit welcher Coolness Wiede gegen die Dänen auftrumpfte: »Fabi ist so ein Typ, der zeigt nie Nerven und weiß, wie man gewinnt.« In sieben Jahren bei den Füchsen sammelte Wiede im Nachwuchs und Seniorenbereich sieben Titel.