30.11.2019

Nordfrauen wollen zurück zu den alten Tugenden

Handball

Herluf Linde (r.) hat als Trainer der Nordfrauen noch lange nicht mit der Saison trotz seines beschlossenen Abganges abgeschlossen.Foto: Tim Riediger

Harrislee. Zurück zu den Wurzeln - das ist das Motto des TSV Nord Harrislee. Der Zweitligist empfängt am Samstag den HC Leipzig (17 Uhr Holmberghalle). Die Wurzeln der Nordfrauen sind leicht zu beschreiben: »Bodenständigkeit, Elan und der pure Wille, alles für jede zu geben.« So drückt es Trainer Herluf Linde vor dem Duell mit dem ehemaligen deutschen Meister (2010) aus. 

Den Fokus auf den kommenden Gegner zu legen, stellte sich jedoch schwieriger als zuvor dar. Vor eineinhalb Wochen hatte Linde seinen Abschied zum Saisonende verkündet, er wird die Mannschaft von nun an noch bis zum letzten Spieltag trainieren. »Und darauf kommt es an! Wir sind noch lange nicht am Ende«, kündigt er an. 


In den Tagen darauf führte er zahlreiche Gespräche, wollte den Fokus auf das nächste Spiel liegen. Die Spielpause am letzten Wochenende habe gut getan. »Ich habe den Eindruck: Jetzt sind wir wieder bereit.« Sich also wieder auf die eigenen Tugenden verlassen, ist das Ziel. 

Die Tugenden, die dazu geführt haben, nach neun Spieltagen auf Platz sieben zu stehen sowie das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht zu haben. »Die Kombination aus diesen Eigenschaften und hohem Tempo wird am Wochenende der Schlüssel sein. Denn der HC ist kein normaler Aufsteiger.« 

Leipzig spielte bis 2017 in der Bundesliga. Nach dem insolvenzbedingten Zwangsabstieg in Liga drei stieg der Traditionsverein im Sommer als Tabellenerster der Ost-Staffel auf. Mit 6:12 Punkten liegt der Klub auf Rang elf, ließ zuletzt mit einem Sieg gegen Waiblingen aufhorchen. »Das wird ein spannendes Duell!«, verspricht Linde. 

So wird es in der Tat auf schnelles Tempo-Spiel ankommen, um das Wechselspiel der Leipziger zwischen Angriff und 6-0-Abwehr zu erschweren. »Wir freuen uns sehr, vor allem auf eine volle Halle«, sagt Linde. »Wir wissen, was wir an unseren Fans haben. Wir spielen auch für sie.« Denn auch die Stimmung ist eine Eigenschaft, die die Harrisleer Saison zu einer bislang so erfolgreichen macht.

Finn-Ole Martins