08.09.2019

Auftakt-Kantersieg für den TSV Nord Harrislee

Handball

Ausgelassene Freude beim TSV nach dem Auftakterfolg in eigener Halle. Foto: Martin Ziemer

Harrislee. Die Tabelle lügt nicht. Eine Sportler-Weisheit, die auch am ersten Spieltag einer neuen Saison gilt. Über ihre Aussagekraft lässt sich freilich streiten, aber lügen? Der TSV Nord Harrislee steht auf dem zweiten Platz der zweiten Bundesliga - und es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass sich die Fans nach diesem Auftakt das Tableau ausschneiden und über das Bett hängen. 

Überhaupt: Die Fans! »Sie haben uns getragen, frenetisch zugejubelt«, sagte ein sichtlich stolzer Herluf Linde nach dem 39:27-Heimsieg gegen Werder Bremen. Ein deutlicher Erfolg zu einem schwierigen Zeitpunkt: »Wir wussten nach der Vorbereitung nicht wo wir stehen, wie weit wir sind. Das aber war die stärkste Leistung der gesamten Sommerzeit«, freute sich TSV-Coach Linde, der durchwechseln konnte und alle Spielerinnen außer Neuzugang Thabea Kautz einsetzte. 

Eine der vielen Geschichten des Spiels war das Tor von Johanna Andresen gegen ihre Schwester Marie, »oben in den Winkel, ein toller Treffer«, lobte Linde. Ex-Harrislee-Torfrau Marie erlebte bei ihrer zweiten Rückkehr in die Holmberghalle ein böses Erwachen, 39 Gegentreffer gab es in der gesamten letzten Saison nicht einmal zu verzeichnen. Wohin die Reise gegen das verletzungsgebeutelte Werder gehen sollte, zeigte sich schon in kleinen Szenen zu Beginn: Während Lotta Woch einen Siebenmeter verwandelte, brachte die Bremerin Denise Engelke ihren nicht im Tor unter. Vom 1:0 weg liefen die Gäste einem Rückstand hinterher, »auch wenn es 20 Minuten lang ausgeglichen war. Dann konnten wir den Vorsprung erhöhen«, resümierte Linde, als Harrislee in nur sechs Minuten von 11:8 auf 17:11 stellte (26.). Ein Offensiv-Feuerwerk, bejubelt von stehenden Ovationen der 389 Zuschauer, in einem Tempo, dem »Werder dann Tribut zollen musste« (Linde). In der vergangenen Saison noch waren die Duelle mit dem SVW enge Krimis gewesen, nun aber katapultierten sich die Nordfrauen nach dem ersten Spieltag auf Rang zwei. »Eine schöne Momentaufnahme«, lachte Linde, »das werden wir genießen, aber auch richtig einordnen.«

Finn Ole-Martins

Statistik

TSV: Fasold, Tiedemann - Woch (8 - 3/4), Carstensen (8), Rahn (3), Jeß (3 - 2/2), Heider (3), Peters (3), Lauf (3), Klingenberg (3), J. Andresen (2), Pleger (1), Frauenschuh (1), Natusch (1) Kautz. 

Werder: M. Andresen, Anschütz - Heinrich (6), Engelke (6 - 0/1), Döpke (5 - 4/4), Conze (3 - 2/2), Güter (2), Defayay (2), Seidel (1), Pods (1), Mehrtens (1), Gajewski, Thomas. 
Zeitstrafen: Woch, Carstensen, Natusch - Heinrich (2), Engelke, Döpke. 
Zuschauer: 389 
Schiedsrichter: Lukas Müller, Robert Müller (Brandenburg).