Handball

Der SSV Bozen regiert seit einem Jahrzehnt in Italien

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18. Januar 2020, 09:10 Uhr

Italiens Serienmeister ist der SSV Bozen. Foto: Dolomiten

Bozen/Flensburg. Der SSV Loacker Bozen Volksbank gehört zu den Traditionsklubs im italienischen Handball. Mit Stolz betont der Klub, dass er in der Saison 1969/70 an der ersten Italienmeisterschaft teilgenommen hat. Vier Jahrzehnte lang standen die Weiß-Roten in Südtirol aber meist im Schatten der Lokalrivalen aus Brixen (Meister 1991 und 1992) und Meran (2005), wo einst der ehemalige Flensburger Maik Makowka (2005/06) unter Vertrag stand. 

Von 1989 bis 2010 war Bozen zweitklassig, scheiterte mehrmals in letzter Sekunde an der Rückkehr in die Serie A1. Erst als Stefano Podini den Verein 2010 übernahm, wurde alles anders. Aus den »Unaufsteigbaren« wurden die »Unbesiegbaren«. 

Im ersten Jahr bei der Rückkehr ins Oberhaus scheiterte Bozen noch im Halbfinale, aber 2012 wurde Bozen Pokalsieger und Italienmeister. Trainer Nikola Milos musste trotzdem gehen und wurde im Sommer durch Alessandro Fusina ersetzt. Mit Italiens bestem Linksaußen aller Zeiten auf der Trainerbank holte Bozen auf Anhieb den Supercup 2012 und bis 2018 drei weitere Meistertitel (2013, 2015, 2017), wurde zweimal Pokalsieger (2013, 2015) und gewann den Supercup 2015 und 2017. 

Das Gerüst dieser Mannschaften bildeten der langjährige Kapitän Lukas Waldner, Abwehrchef und Gallionsfigur Hannes Innerebner, Michael Pircher sowie das Trio Dean Turkovic, Mario Sporcic und Luiz Felipe Gaeta. Allein diese drei haben für den SSV Bozen bisher gemeinsam schon 3000 Tore erzielt. 2018 wurde Fusina abgelöst, Kapitän Waldner beendete seine Laufbahn. Mit dem neuen Trainer Boris Dvorsek, der 2014 mit Zagreb die SEHA-Liga gewinnen konnte, kehrte der Erfolg zurück. 2019 gelang Bozen der dritte Hattrick der Vereinsgeschichte (Meister, Pokalsieger und Supercup-Gewinner). Damit haben die Talferstädter von 2012 bis 2019 insgesamt 13 Trophäen eingesammelt und diese Dekade im italienischen Handball geprägt wie keine andere Mannschaft. 

Wenn auch nach der Hinrunde der Serie A1 aktuell nur auf Platz fünf, zählt Bozen auch in dieser Saison zum engsten Kreis der Titelanwärter. 

In Glücksburg will die Mannschaft den Grundstein für ein erfolgreiches Jahr 2020 legen. Aus dem SSV Bozen nicht wegzudenken ist die Altherren-Mannschaft der Weiß-Roten: Die »Rohdiamanten« wurden 1991 aus der Taufe gehoben und bekamen ihren Namen von »Handballpapst« Heinz Gutweniger, einem der Gründerväter des Handballs in Italien und dem Mann der ersten Stunde beim SSV Bozen. 

Der heute 76-Jährige hat seine Nachwuchsspieler einst immer als ungeschliffene Rohdiamanten bezeichnet. Mittlerweile ist die Mannschaft in ganz Europa bekannt und feiert überall Erfolge. Auch in Schleswig-Holstein will sie am Samstag gewinnen.

Das Programm am Wochenende (Rudehalle Glücksburg): Sbd., 12.30 Uhr Regionalauswahl Flensburg - »Rohdiamanten« Bozen Sbd., 14.14 Uhr SG Flensburg-Handewitt U21 ((Oberliga/SH-Liga) - SSV Bozen So., 17 Uhr SG Flensburg-Handewitt II - SG Hamburg-Nord (Oberliga Punktspiel)


Stefan Peer/Dolomiten

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