01.12.2019

Heimsieg beim Offensiv-Spektakel

Handball

Der TSV siegte gegen Leipzig. Foto: Lars Salomonsen

Harrislee. Es geht doch! Mit einem fantastischen Offensiv-Spektakel hat der TSV Nord Harrislee den vierten Heimsieg in dieser Saison eingefahren. 34 Tore erzielten die Nordfrauen gegen den HC Leipzig, ließen jedoch auch 30 zu. 

»Das war atemberaubend!«, sagte daher auch Trainer Herluf Linde, verständlich bei 64 Treffern in 60 Minuten. »Es ging hin und her, da war unglaublich viel Energie auf der Platte. Rückhand-Tore, tolle Technik, es war irre«, zählte er auf. 

Nach zuletzt drei Niederlagen melden sich die Nordfrauen zurück in der 2. Handball-Bundesliga. »Ich bin froh und stolz auf meine Mannschaft, dass sie die Turbulenzen der vergangenen Woche weggesteckt hat«, erklärte Linde mit Blick auf die Nachricht, dass er am Saisonende zurücktritt. Turbulenzen beschreibt auch das Spiel, denn es war voll von diesen. Die erste entscheidende Phase gab es nach zwanzig Minuten, als Madita Jeß »ein Feuerwerk zündete«, wie Linde es ausdrückte. »Es ist schwierig, heute jemanden hervorzuheben, aber vor der Pause traf Jeß dreimal und setzte entscheidende Akzente.« Hinten im Tor wechselten sich Sophie Fasold und Lea Tiedemann mit Paraden ab, Lotta Woch und Merle Carstensen übernahmen Verantwortung, Milena Natusch traf von Außen sicher. »Das Problem: Ein Team wie Leipzig steckt nie auf«, so Linde. »Da war klar: Auch bei unserem Sieben-Tore-Vorsprung haben wir den HC noch nicht geknackt.« Und tatsächlich: Nach dem 30:23 (50.) kam Leipzig noch einmal heran, drei Minuten vor dem Ende waren es nur noch drei Treffer Unterschied. »Dann haben wir es aber konzentriert zu Ende gespielt. Wir haben uns nicht von Fehlern oder Zeitstrafen aus dem Konzept bringen lassen.« Verdientermaßen ließen sich die Nordfrauen dann von den Zuschauern feiern. Ein wichtiger Erfolg - auch mit Blick auf die Rückrunde, in der der TSV nur sechs Heimspiele haben wird. Linde: »Das mit jeden Punktgewinn um so wichtiger.«

Finn-Ole Martins

TSV Nord: Tiedemann, Fasold - Natusch (4), Woch (7/2), Heider (3), Pleger (1), Frauenschuh, Carstensen (11), Lauf (1), Andresen (1), Peters, Rahn, Kautz, Jeß (5), Klingenberg (1).

HC Leipzig: Janssen, Kreitczick - Uhlmann (5/2), Weise (3), Theilig (3), Guderian (2), Greschner (1), Röpcke (2), Wedrich (3/2), Conrad, Majer (3/2), J. Hummel (3), S. Hummel (6).
Siebenmeter: 2/2 - 6/9
Zeitstrafen: Natusch, Woch, Carstensen, Peters, Rahn, Jeß (3) - Greschner (2), J. Hummel, S. Hummel
Rote Karte: Jeß (48.)
Schiedsrichter: Julian Fedtke, Niels Wienrich
Zuschauer: 347.