04.11.2019

Pokaltraum geht weiter

Handball

Die Nordfrauen um Kapitänin Merle Carstensen waren kaum zu stoppen. Fotos: Kira Kutscher

Harrislee. Es darf weiter geträumt werden bei den Fans der Nordfrauen. Der TSV Nord Harrislee setzte sich in der 3. Runde des DHB-Pokals (Deutscher Handball Bund) in einem reinen Zweitliga-Duell mit 29:25 gegen den VfL Waiblingen durch. 

Das Punktspiel in Waiblingen hatte das Team von Trainer Herluf »Shorty« Linde noch mit 29:30 verloren. Doch mit der frenetischen Unterstützung von über 600 Fans in der Harrisleer Holmberghalle wurde der Spieß umgedreht. 


Und der Sieg war sehr souverän, denn kurz vor Ende führten die Harrisleerinnen 29:21 und konnten da schon das Weiterkommen ins Viertelfinale feiern. Da warten allerdings nur noch ganz schwere Brocken, mit den Spitzenteams der 1. Bundesliga. Das ist jetzt schon ein riesiger, sensationeller Erfolg. Und noch darf weiter geträumt werden vom Einzug ins »Final Four« am 23./24. Mai 2020 in der Stuttgarter Porsche Arena. 

Im Punktspiel in Waiblingen hatte Nord zur Halbzeit mit sechs Toren zurück gelegen, um dann mit einer offensiven Deckung in Halbzeit zwei das Spiel fast noch zu drehen. Daraus hatte Nord-Trainer Linde seine Lehren gezogen. Sein Team agierte mit einer offensiven 3-2-1-Abwehr. Unter dem Jubel der Fans zog Nord auf 3:0 davon. Doch dann zeigte Waiblingen, warum man zu den Spitzenteams der 2. Liga zählt. Die Räume in der der TSV-Deckung wurden besser genutzt, das Blatt gewendet und der Gast führte mit 10:8. Doch jetzt zeigte sich die wohl größte Qualität der Nord-Spielerinnen - unverdrossener Kampfgeist. Das Blatt wendete sich erneut und das Heimteam ging mit 14:12 in die Pause. 

Im zweiten Durchgang setzte sich Nord immer mehr ab und hatte sich bei 26:18 einen dann nicht mehr einholbaren Acht-Tor-Vorsprung erarbeitet. Auch als Linde in der Schlussphase seine beiden »Eckpfeiler« Merle Carstensen und Lotta Woch aus dem Spiel nahm und seine Abwehr auf 6-0 umstellte, fiel dem Gast nicht mehr viel ein. 

Bemerkenswert war, dass nachdem in Waiblingen noch vier von acht Strafwürfen vergeben wurden, diesmal achtmal von Lotta Woch und Madita Jeß sicher »eingenetzt« wurde. Überhaupt machte Madita Jeß eine ganz tolle Partie.

Nord-Torwart-Trainer Rainer Feddersen, platzte fast vor Stolz auf seine Mannschaft und hob hervor: »Das war eine tolle Mannschaftsleistung.« 

»Fasold machte den Unterschied«, so Waiblingens dänischer Trainer Nicolaj Andersson. Der 31-jährige Kopenhagener war, bevor er zur Saison 2018/19 nach Waiblingen wechselte, schon zwei Jahre Trainer der dänischen Erstliga-Frauen von TTH Holstebro. 

Neben der offensiven Abwehr und Torhüterin Sophie Fasold, die nicht nur mit guten Paraden, sondern auch mit spektakulären Abwürfen glänzte, ist das unwiderstehliche Tempospiel wohl als Hauptgrund für den Erfolg zu nennen. »Da war unser Rückzugsverhalten einfach schlecht«, so VfL-Coach. 

Spektakulär auch Fasolds Versuch, als der VfL seine Torfrau herausgenommen hatte, direkt einen Treffer zu erzielen. Dieser Versuch endete einen guten Meter rechts über! dem Tor in einem Werbeplakat.

Nun warten die Nordfrauen gespannt auf die Auslosung am kommenden Sonntag, wenn nur noch die Schwergewichte aus der 1. Bundesliga mit im Lostopf sind. Ein Heimspiel ist dem TSV Nord Harrislee aber trotz dem Status als klassentiefste Mannschaft im laufenden Modus nicht garantiert.

Harald Jacobsen

Statistik

TSV Nord Harrislee:Tiedemann, Fasold - Natusch 1, Woch 8/5, Heider 1, Pleger 1, Frauenschuh 1, Carstensen 4, Lauf 1, Andresen, Peters 3, Rahn 3, Kautz, Jeß 6/3;

Strafwürfe Nord: 8/8 (Woch 5 und Jeß 3 treffen sicher); 
Strafzeiten Nord: sechs (Andresen 2, Natusch, Carstensen, Jeß und Frauenschuh);
VfL Waiblingen:Hoogenboom, Pavic -Kynast 4, Nagler, da Silva, Hagen3, Hammer, Smits 4/4, Padutsch 5, Berisha 4, de Bellis 1, Nikolovska 1, Ridder 3, Jäger;
Strafwürfe VfL:5/4 (Padutsch trefft vier Mal und verwirft einmal)
Strafzeiten VfL:drei (Patutsch, de Bellis und Nikolovska);
Spielfilm:3:0, 5:4, 6:7, 8:10, 12:11, 14:12--//--16:12, 17:14, 19:15, 22:16, 24:17, 26:18, 28:20, 29:21, 29:25.