21.04.2019

Möwen domestizieren Löwen

Handball

Die SG-Deckung um Rasmus Lauge (l.), Tobias Karlsson (Mitte) und Magnus Rød hat handfest zugepackt. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mannheim. Die SG Flensburg-Handewitt hat mit einer abgezockten Leistung die Höhle der Löwen erstürmt und mit dem 26:23-Sieg eine der größten verbliebenen Hürden auf dem Weg zur Titelverteidigung in der Bundesliga genommen. Ein ganz starker Keeper Benjamin Buric mit einer gut eingestellten Defensive und ein Rasmus Lauge, der in der Schlussphase Verantwortung übernommen hat, konnten die Nordlichter in der ausverkauften SAP-Arena bestehen. 

Die gute Nachricht hatte die SG Flensburg-Handewitt bereits vor dem Spiel. Der Pferdekuss bei Gøran Søgard Johannessen konnte den Norweger nicht davon abhalten gegen die Rhein-Neckar Löwen aufzulaufen. 


Eine kleine Ehrung durfte zudem auch SG-Kapitän Tobias Karlsson vor der Partie über sich ergehen lassen. Für seinen letzten Auftritt in der SAP-Arena beschenkten ihn die Gastgeber mit einer zu ihm passenden Flasche in Gardemaß.

Im Vergleich zur Partie gegen Gummersbach am vergangenen Donnerstag setzte Maik Machulla auf Simon Hald am Kreis und Hampus Wanne auf Linksaußen. Zudem musste sich die SG gleich gegen eine offensive Abwehr beweisen, setzte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen doch auf eine 5:1-Abwehr mit Patrick Groetzki in der Spitze.

Das schmeckte den Gästen zu Beginn überhaupt nicht, da auch Andreas Palicka im Löwen-Gehäuse nicht zum Sightseeing in die Arena gekommen war. Gleich mehrfach kaufte der schwedische Schlussmann den SG-Angreifern den Schneid ab. 

Das besserte sich erst nachdem auch Benjamin Buric die ersten Paraden verzeichnen konnte und Hampus Wanne im Gegenstoß zum 3:3 (8.) auf die Reise schicken konnte. Die Flensburger mussten sich ihre Möglichkeiten aber weiterhin hart erarbeiten.

Buric war es auch in der Folge der die Gäste nach der Zeitstrafe gegen Abwehrchef Tobias Karlsson im Spiel hielt. Gleich doppelt brachte der SG-Keeper seinen Körper vor den Ball. Sicherheit verschaffte es der Offensive der SG aber nicht, die mehr als fünf Minuten ohne eigenen Treffer blieb. Jim Gottfridsson (15.) war es vorbehalten zum 4:4 einzunetzen.

Die Gastgeber schafften es zwar jetzt häufiger über Jannik Kohlbacher zum Abschluss zu kommen, doch die SG hatte noch Gøran Søgard Johannessen in der Hinterhand und der Pferdekuss aus dem Gummersbach-Spiel war dem Norweger nicht anzumerken. So konnten die Gäste durch Lasse Svan (23.) beim 8:7 erstmals in Führung gehen.

Die SG Flensburg-Handewitt schaffte es bis zur Pause immer wieder Gegentreffer mit schnellen Toren zu beantworten und fand immer häufiger den richtigen Schlüssel für die offensive Abwehr der Löwen. Zudem wurde in der Abwehr immer mehr Beton, im stile einer Spitzenmannschaft, angemischt. Das reichte, um vollkommen verdient mit einer 12:8-Führung in die Pause zu gehen.

Auch nach der Pause behielt die SG Flensburg-Handewitt ihren Stiefel bei. Löwen-Spielmacher Andy Schmid wurde nahezu kaltgestellt und Gegentore, insbesondere durch die Dynamik von Gøran Søgard Johannessen, bestraft. Nach 35 Minuten war der Vorsprung gar auf fünf Treffer angewachsen.

Nikolaj Jacobsen hatte genug gesehen und versuchte sich fortan im Spiel sieben gegen sechs. Ein Mittel, dass die Gäste zunächst vor einige Aufgaben stellte. Doch zunächst konnte die Offensive die Abwehr-Schwierigkeiten auffangen.

Ein Dreier-Pack von Löwen Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson brachte die Hausherren beim 15:17 wieder in Schlagdistanz (41.) und zwangen SG-Trainer Maik Machulla zur Auszeit. Die Abwehr bekam nicht mehr den gewünschten Zugriff und gerade Vladan Lipovina im rechten Rückraum nutzte die Freiheiten. Mit dem Ausgleich zum 20:20 (46.) durch Mads Mensah war wieder alles offen.

Die Gäste vermochten aber kühlen Kopf zu bewahren und konnten bis in die Schlussphase immer vorlegen. Auch dank der ein oder anderen Parade von Benjamin Buric, der zwischenzeitlich etwas abgetaucht war, aber im richtigen Moment seine Klasse zeigte. Außerdem fand Rasmus Lauge rechtzeitig ins Spiel und übernahm mit seinen Treffern in der Schlussphase Verantwortung.

Das sollte schlussendlich reichen und mit dem 26:23-Sieg hat die SG Flensburg-Handewitt eine weitere große Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung genommen. So geht es mit viel Selbstvertrauen in das Champions-League-Viertelfinale am Mittwoch gegen Veszprem.

Timo Fleth


Statistik

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka - Schmid 5/3, Lipovina 3, Sigurdsson 4, Radivojevic, Tollbring, Abutovic, Mensah 3, Fäth 2, Groetzki, Taleski, Guardiola 1, Pettersson, Kohlbacher 4.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Karlsson, Golla, Hald 3, Glandorf 1, Svan 3, Wanne 3/1, Jeppsson, Jøndal, Steinhauser, Zachariassen, Søgard Johannessen 5, Gottfridsson 4, Lauge 3, Rød 3.
Zeitstrafen: 3:3.
Siebenmeter: 3:1.
Schiedsrichter: Robert Schulze/Tobias Tönnies.
Zuschauer: 13.200 (Ausverkauft).

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