23.04.2019

Löwen bissen sich am SG-Bollwerk die Zähne aus

Handball

Die Abwehr der SG Flensburg-Handewitt um Rasmus Lauge, Simon Hald und Tobias Karlsson(v.l.) war für die Rhein-Neckar Löwen nur sehr schwer zu knacken. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mannheim. Ein Spitzenspiel, dass dem Anspruch gerecht wurde. Beim 26:23-Sieg der SG Flensburg-Handewitt bei den Rhein-Neckar Löwen boten beide Mannschaften das gesamte Repertoire des Handballs und am Ende einer intensiven und emotionalen Partie mit den Nordlichtern auch den verdienten Sieger. Beide Trainer stellten sich fortlaufend vor neue Aufgaben und lieferten auch den Taktikliebhabern Anschauungsunterricht von Coaching auf höchstem Niveau. Für SG-Trainer Maik Machulla entschieden schlussendlich, wie so oft, Kleinigkeiten über den Ausgang der Partie. 

»Der Unterschied war, dass wir in der Breite mehr Möglichkeiten hatten als es die Löwen hatten. In den letzten zwölf Minuten konnten wir nochmal Lauge frisch von der Bank bringen, der dann nochmal richtig aggressiv war und seine Zweikämpfe gewonnen hat. Das war intensiv in Angriff und Abwehr mit einer hohen Emotionalität. Ein großes Kompliment an meine Jungs, die in einer Phase, wo das Spiel zu kippen drohte, cool geblieben sind und an das geglaubt haben, was wir besprochen haben«, so der SG-Trainer stolz auf seine Mannschaft. 


Kapitän Tobias Karlsson hatte für sich einen entscheidenden Unterschied ausgemacht. »Abwehr auf Augenhöhe, ein besserer Torhüter und ein Star, der am Ende abliefert, das waren die Faktoren. So wollen wir gerne Handballspielen. Wir fokussieren sehr auf unsere Abwehr und profitieren auch davon. Zudem war Buric der bessere Torhüter und das macht in solchen Spitzenspielen auch viel aus. Dazu hatten wir dann Rasmus Lauge in den letzten zehn Minuten, der das Spiel dann entscheidet«, so Karlsson. 

Dabei war der Gast aus dem hohen Norden in einer ausverkauften SAP-Arena nur holprig in die Partie gekommen. Die Gastgeber überraschten mit einer 5:1-Abwehr, die den Spielfluss der SG zu Beginn doch arg störte. Die Defensive allerdings funktionierte vom Anpfiff an. Mit einer Steigerung vor der Pause wurden die Seiten mit einer 12:8-Führung der Flensburger gewechselt. Doch die Heimmannschaft warf nochmal alles in die Waagschale und spielte sich zurück auf Augenhöhe. Dass das Selbstvertrauen beim Spitzenreiter aber stimmt, bewies die SG Flensburg-Handewitt in der Folge, wo auf jede Löwen-Aktion die passende Antwort parat war. 

»Mit einer solchen Saison im Rücken, hat man das nötige Selbstvertrauen um auch in den engen Momenten den Kopf zu bewahren. Wir haben bewiesen, dass wir die Fähigkeiten haben, solche Spiele auch für uns zu entscheiden«, brachte Tobias Karlsson die Schlussphase auf den Punkt. 

Rasmus Lauge übernahm im Angriff die Verantwortung und in der Defensive war das vereinte Bollwerk von Torhüter Benjamin Buric und Mittelblocker Tobias Karlsson und Simon Hald nicht mehr zu überwinden und der 26:23-Sieg der verdiente Lohn. In Meisterschaftsstimmung war der SG-Kapitän danach aber trotz aller Freude nicht. 

»Auch in Mannheim hat es nicht mehr als zwei Punkte gegeben. Natürlich war das ein sehr schweres Auswärtsspiel, aber wir haben genauso viel Respekt vor den anderen Mannschaften«, so Karlsson um Bodenhaftung bemüht und von SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke in seiner Sichtweise bestätigt. »Der Auswärtssieg in Mannheim war sehr wichtig, aber ist noch lange keine Garantie für die Meisterschaft«, so Schmäschke. 

Die breite Brust und der Glaube an sich selbst, ist der SG Flensburg-Handewitt aber nicht zu nehmen und sicherlich für die Partie gegen Veszprem (19 Uhr Flens-Arena) am kommenden Mittwoch im Viertelfinale der Champions League ein gern genommener Rückenwind.

Timo Fleth

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