12.05.2019

Meister-Entscheidung vertagt

Handball

Rasmus Lauge und die SG Flensburg-Handewitt taten sich schwer den Ball an THW-Keeper Niklas Landin vorbei zu bringen. Foto: Tim Riediger

Kiel. Die SG Flensburg-Handewitt hat ein emotionales Landesderby gegen den THW Kiel knapp mit 18:20 verloren. Schwerer in einer Partie auf Augenhöhe, in der die Abwehrreihen das Bild bestimmten, dürfte aber der Verlust von Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson für die Flensburger wiegen. Der Schwede hatte sich im Zweikampf mit Lukas Nilsson eine Verletzung am Rücken zugezogen. Die Entscheidung im Meisterkampf ist damit vertagt, die bessere Ausgangsposition haben aber immer noch die Flensburger inne.

Nettigkeiten gab es nur vor dem Spiel. Der THW Kiel überreichte dem SG_Kapitän Tobias Karlsson ein Präsent bei seinem letzten Auftritt in der Sparkassen-Arena. Mit Anpfiff war dann aber nur noch der Handball im Fokus.

SG-Trainer Maik Machulla setzte dabei auf die favorisierte Formation der vergangenen Wochen, wo Holger Glandorf für Magnus Rød im rechten Rückraum wirbeln durfte. Am Feuer in der Partie änderte dies nichts. Beide Mannschaften starteten intensiv und Simon Hald musste bereits nach drei Minuten zum ersten Mal auf die Bank.

Dass es ein Spiel der Abwehrreihen werden würde, zeigte sich bereits in der Anfangsphase. Die Flensburger liefen dabei gleich mehrfach ins passive Spiel. Zudem hatte Lasse Svan nach seinem ersten Treffer bei den folgenden guten Möglichkeit seinen Torriecher verloren. Der THW nutzte das gnadenlos und hatte sich so nach neun Minuten bereits mit 4:1 abgesetzt.

Benjamin Buric half den doch leicht strauchelnden Gästen wieder in die Spur. Der SG-Keeper entschärfte einen Strafwurf von Niklas Ekberg und hielt auch sonst gut. Einziges SG-Problem in der ersten Viertelstunde war, dass Niklas Landin im Gehäuse der Heimmannschaft dem in nichts nachstand.

Die Flensburger fingen sich aber und als Lasse Svan seine fünfte Möglichkeit zum zweiten Treffer nutzte, war mit dem 5:5 (14.) wieder alles im Lot. Als Holger Glandorf dann im Anschluss die erste SG-Führung erzielte, stand der Flensburger Fanblock Kopf.

Abwehrchef Tobias Karlsson saß zudem Zeitpunkt allerdings schon auf der Bank. Der Kapitän hatte sich in einem Zweikampf mit Lukas Nilsson am Rücken verletzt und musste wenig später sogar den Weg in die Kabine und später sogar in die Klinik antreten. Eine herbe Schwächung der Gäste.

Doch die Gäste schüttelten den Rückschlag schnell ab, machten unbeirrt weiter und konnten sich sogar eine 10:8-Führung (22.) erspielen. Bis zur Pause blieb es beim 11:11 aber das erwartete Duell  auf Augenhöhe, weil die SG Flensburg-Handewitt ebenfalls in der Offensive nicht fehlerlos blieb.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs veränderte  Maik Machulla seine Formation und setzte auf Johannes Golla am Kreis und Magnus Jøndal auf Linksaußen. Den Anheizer der SG mimte aber Benjamin Buric, der gleich zwei Gegenstöße in Folge hielt.

Die Gäste machten aber weiterhin in der Offensive zu viele Fehler, um sich einen Vorteil zu erspielen. Alleine Magnus Jøndal verwarf einen Strafwurf und eine vollkommen freie Chance. Zudem entwickelte sich Weltmeister Niklas Landin im THW-Tor zum Schreckgespenst der SG. So konnten sich die Hausherren auf 15:13 (40.) absetzen.

Die Schwierigkeiten der Flensburger den Ball an Landin vorbei zu bringen, blieben auch bis zur Mitte des zweiten Durchgangs, zudem handelte sich Simon Hald, der den Posten des Abwehrchefs vom verletzten Tobias Karlsson übernommen hatte, die zweite Zeitstrafe ein. Auf Buric war aber verlass und die SG somit in Schlagdistanz.

Die SG musste in der Schlussphase einen weiteren Rückschlag hinnehmen, nachdem Simon Hald nach einem Kopftreffer ebenfalls ausscheiden musste. Insgesamt machte der Gastgeber aber in der heißen Schlussphase den einen Fehler weniger, der am Ende den Ausschlag für den Sieg des THW Kiel geben sollte.

Das 18:20 ist dabei aber kein Beinbruch für die SG Flensburg-Handewitt, die trotzdem als Tabellenführer aus Kiel wieder weggefahren ist. Allerdings nun mit einem Verfolger, dessen Atem im Nacken zu spüren sein wird.

Timo Fleth

Statistik

THW Kiel: N. Landin, Wolff - Duvnjak 5, Reinkind, M. Landin 3/2, Firnhaber, Weinhold 2, Wiencek 1, Ekberg 4/3, Rahmel, Dahmke, Zarabec 2, Bilyk, Pekeler 3, Nilsson.
SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Karlsson, Golla 2, Hald, Glandorf 3, Svan 5, Wanne 2/1, Jeppsson, Jøndal 2/1, Steinhauser, Zachariassen, Søgard Johannessen 1, Gottfridsson 2, Lauge 1, Rød.
Zeitstrafen: 5:4.
Siebenmeter: 7:3.
Schiedsrichter: Lars Geipel/Marcus Helbig.

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