09.06.2019

Mit zitternden Knien zur Meisterschaft

Handball

Für den BHC-Spielmacher Tomas Babak gab es gegen den SG-Abwehrblock um Tobias Karlsson (l.) und Magnus Rød (r.) kaum ein durchkommen. Foto: Martin Ziemer

Düsseldorf. Deutscher Meister! Das war das, was am Ende für die SG Flensburg-Handewitt zählte. Das Saisonfinale beim Bergischen wurde deutlich spannender, als es sich die Flensburger gewünscht hätten. Am Ende reichte es aber zu einem 27:24-Sieg und die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge für die SG Flensburg-Handewitt.

SG-Trainer Maik Machulla setzte gegen den Bergischen HC auf die mittlerweile sehr etablierte 5:1-Abwehr, in der Rasmus Lauge wie gewohnt in der Spitze agierte und Tobias Karlsson dahinter aufräumte. Das zeigte von Beginn an Wirkung. Die Gastgeber fanden zunächst nur schwer eine Lücke und wenn doch, dann hatte auch SG-Torhüter Benjamin Buric noch nicht die Feierhosen an.


Dazu gesellte sich auch ein Angriff, der sich zunächst  nicht gedacht hatte irgendwelche Möglichkeiten liegen zu lassen. Mit viel Dynamik und Zug zum Tor fanden die Gäste immer wieder eine passende Lücke und Christopher Rudeck, ehemaliger Flensburger und echtes Problem für die SG im Hinspiel, wurde zum Statisten verurteilt. Die 6:3-Führung nach zehn Minuten, war für die Flensburger nach dem Spielverlauf aber noch zu gering.

Die SG zeigte keinerlei Nerven und hatte deutlich die Marschroute bekommen auf das Tempo zu drücken. So bestraften die Gäste jeden Treffer der Heimmannschaft mit der schnellen Mitte und setzten die personell angeschlagenen Gastgeber unter Druck. Die jedoch fanden immer häufiger die richtigen Lösungen und das auch kurz vor dem Zeitspiel. Zur Mitte der ersten Halbzeit blieb es aber auf der Anzeigetafel bei einer Drei-Tore-Führung.

Nach 20 Minuten mischte dann auch der Spieler der Bundesligasaison, Rasmus Lauge, endlich als Torschütze mit. Gegen die unglaublich schnellen Beine des dänischen Weltmeisters tat sich die BHC-Deckung, enorm schwer. Urplötzlich griff auch die Deckung der Flensburger erbarmungslos zu und über SG-typische Gegenstöße wuchs der Vorsprung innerhalb von nur drei Minuten auf 12:6 (23.) für die Gäste an. Die nicht nur auf dem Feld sondern auch auf den Rängen die Richtung vorgaben.

Die Partie wurde vor der Pause nickeliger. Die Gastgeber spielten die Karte Härte, ohne dabei zu überziehen. Die SG Flensburg-Handewitt lies sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen. Fokussiert und konzentriert spielten die Flensburger ihren Stiefel weiter runter und nahmen vollkommen verdient eine 13:8-Führung mit in die Pause. An der grundsätzlichen Überlegenheit der Gäste gab es dabei nichts deuteln und wer die Nase in das weite Rund des ISS Domes hielt konnte schon problemlos die Witterung der Meisterschale aufnehmen.

Den besseren Beginn im zweiten Durchgang erwischten die Hausherren. Die Gäste machten einfache Fehler im Angriff und bekamen ihre eigene Medizin zu schmecken - den Gegenstoß! Doch die SG besann sich zügig und konnte durch gelungene  Einzelaktionen von Rasmus Lauge und Hampus Wanne den aufkeimenden Aufschwung des BHC wieder eindämmen. Die Probleme in der Offensive blieben aber und die Hausherren ain Schlagdistanz auch.

Die bangen Ahnungen aufgrund der Partie aus dem Vorjahr am letzten Spieltag gegen Göppingen krochen bei dem ein oder anderen Flensburg-Anhänger ganz sicher in die Knochen. Als Magnus Rød zur Mitte der zweiten Halbzeit mit kräftig blutender Nase das Feld verlassen musste wurde die Gefühlslage auch nicht besser. Der Fokus, der die SG Flensburg-Handewitt aber bereits die gesamte Spielzeit ausgezeichnet hat, kehrte wieder zurück. 

Ein stark aufspielender Jim Gottfridsson übernahm in dieser Phase die Spielkontrolle der SG und noch mehr Verantwortung, als ohnehin schon. Zudem holte Holger Glandorf in Unterzahl einen Strafwurf heraus, den Magnus Jøndal sicher verwandelte und somit die Gastgeber auf Abstand hielt.

In der Schlussphase warf der BHC aber noch einen Joker in die Partie. Nachdem Christopher Rudeck in der ersten Halbzeit ohne Erfolgserlebnisse die Platte verlassen musste, schwang sich der BHC-Keeper zum echten Faktor auf. Mit den Rudeck-Paraden schlichen sich die Gastgeber immer weiter heran und hatten beim 23:24 (57.) den Anschluss wieder hergestellt.

In der Cruch-Time war aber einmal mehr auf Rasmus Lauge verlass. Der Bundesligaspieler der Saison holte einen Strafwurf heraus, den Magnus Jøndal kalt wie eine Hundeschnauze verwandelte, und sicherte den Abpraller eines Pfostenwurfs des BHC. Somit konnten die Gäste mit einer Zwei-Tore-Führung und Ballbesitz in die letzten 90 Sekunden gehen. Als Lasse Svan und dann am Ende Magnus Rød den Ball im BHC-Tor unterbrachten, brachen bei den Gästen alle Dämme. Der 27:24-Sieg reichte für die zweite Meisterschaft in Folge!

Timo Fleth

Statistik

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann - Petrovsky 3, Weck, Gunnarsson 7/5, Nippes 1, Kotrc, Baena 2, Fraatz, Babak 2, Szücs, Gutbrod 6, Arnesson, Boomhouwer 2.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Karlsson, Golla, Hald, Glandorf, Svan 3, Wanne 3/2, Jeppsson, Jøndal 2/2, Steinhauser, Zachariassen 4, Søgard Johannessen 1, Gottfridsson 6, Lauge 3, Rød 5.
Zeitstrafen: 2:1.
Siebenmeter: 5:5.
Schiedsrichter: Lars Geipel/Marcus Helbig.
Zuschauer: 10.043.

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